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Scheidenpilz Schnell handeln, wenn es juckt

Scheidenpilz: Frau hält sich beide Hände vor den Unterleib
© KMPZZZ / Adobe Stock
Er juckt, brennt und ist weit verbreitet: Der Scheidenpilz gehört zu den häufigsten Diagnosen in der frauenärztlichen Praxis. Dennoch scheuen viele Frauen den Gang zur Gynäkolog:in. Auch vor der Partnerin oder dem Partner ist ihnen das Problem oft peinlich. Was du gegen eine Pilzinfektionen unternehmen kannst und wie sie sich vermeiden lässt, erfährst du hier.

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Drei von vier Frauen haben zumindest einmal im Leben eine Pilzinfektion im Intimbereich. Das ist lästig und unangenehm, lässt sich aber in den Griff bekommen.

Was ist ein Scheidenpilz?

Als Scheidenpilz bezeichnet man eine Infektion der Vaginalschleimhaut. Ein anderer Name dafür lautet Vaginaldandidose, Vaginalmykose, Vaginalsoor oder Soorkolpitis. Auslöser der Infektion ist in bis zu 90 Prozent der Fälle ein Hefepilz namens Candida albicans.

Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern vielmehr um eine aus dem Gleichgewicht geratene Scheidenflora. Denn das natürliche Milieu der Vagina enthält verschiedene Bakterien und Keime, unter denen auch Candida albicans vorkommen kann. Für den Körper gesunde Milchsäurebakterien halten das Scheidenmilieu sauer und hemmen somit das Wachstum von Krankheitserregern. Erst wenn das saure Milieu gestört ist und sich die vorhandenen Hefepilze stark vermehren, führen sie zu den unangenehmen Symptomen der Scheideninfektion.

Diese Risikofaktoren begünstigen das Ausbreiten von Scheidenpilz:

  • Ein geschwächtes Immunsystem
  • Übertriebene Intimhygiene
  • Hormonelle Schwankungen
  • Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Psychischer Stress
  • Rauchen
  • Einnahme von Antibiotika oder Kortison  

Wie wird der Scheidenpilz diagnostiziert?

Die Symptome einer Infektion durch Candida albicans können von Frau zu Frau bzw. Mädchen zu Mädchen stark variieren. In manchen Fällen bleibt sie sogar unbemerkt. Die Infektion wird dann erst durch den regelmäßigen Vorsorgetermin bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt entdeckt. Die Gynäkologin oder der Gynäkologe nimmt bei der Untersuchung einen Abstrich aus der Scheidenschleimhaut und lässt ihn im Labor unter dem Mikroskop untersuchen.

Befinden sich im Abstrich die typischen rundlich-ovalen Pilzzellen, werden diese auf einem Nährboden vermehrt, um zu klären, um welche Erreger es sich genau handelt. In den meisten Fällen um Candida albicans, aber auch Bakterien können die Ursache sein. Denn eine Mischinfektion oder ein anderer Candida-Pilz als Auslöser machen eine entsprechend angepasste Behandlung nötig. 

Die typischen Symptome einer Pilzinfektion

Statistisch gesehen, entwickelt jede Frau etwa einmal im Jahr einen Scheidenpilz. Da sich die Begleiterscheinungen jedoch stark unterscheiden können und die Entzündung deshalb nicht immer bemerkt wird, sind genaue Angaben zur Häufigkeit schwierig.
 
Zu den typischen Symptomen der Infektion gehören:

  • Rötung der Scheidenschleimhaut und der Vulva
  • Jucken im Genitalbereich
  • Brennen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr
  • Weißlicher, flockiger und säuerlich riechender Ausfluss
  • Schwellungen und Druckempfindlichkeit der Vagina
  • Weiße Beläge der Scheidenschleimhaut

Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Die hormonelle Umstellung des Körpers während der Schwangerschaft führt dazu, dass der Genitalbereich besser durchblutet wird und der pH-Wert der Vagina über die sauren 4,5 ansteigt. Dadurch wird die Schutzfunktion der Scheidenflora beeinträchtigt und das Risiko einer Pilzinfektion steigt.

Bei etwa einem Drittel der Schwangeren wird deshalb ein Scheidenpilz festgestellt. Dennoch besteht kein Grund zur Sorge: Bei einer normalen Schwangerschaft überträgt sich die Infektion nicht auf das ungeborene Kind. Es gibt allerdings Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Erreger Candida albicans und dem Risiko einer Frühgeburt.

Da sich der Scheidenpilz jedoch bei der Geburt meist auf das Kind überträgt, ist die Behandlung der Infektion zu jeder Zeit ratsam. Kommt es bei der Geburt zur Ansteckung, so entwickelt das Neugeborene mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Pilzinfektion im Mund- oder Windelbereich (auch Mundsoor und Windelsoor genannt). Um das Risiko der Ansteckung zu verringern bzw. die Behandlung zu erleichtern, empfiehlt es sich, die Geburtshelfer:innen bei einer bestehenden Infektion zu informieren.

Inzwischen gibt es für werdende Mütter die Möglichkeit der Pilzprophylaxe. Dazu legt der Frauenarzt unabhängig davon, ob die Schwangere Beschwerden hat, eine Pilzkultur an. Werden Hefepilze nachgewiesen, so kann unmittelbar die Behandlung erfolgen. In unserem Artikel Scheidenpilz in der Schwangerschaft erfährst du Näheres.

Die passende Therapie

Wird ein Scheidenpilz festgestellt, verschreibt dein:e Frauenärzt:in meist ein sogenanntes Antimykotikum. Die Infektion kann aber auch schnell und einfach mittels rezeptfreier Medikamente aus der Apotheke bekämpft werden. Bei diesen Mitteln handelt es sich zumeist um Cremes, Gels oder Vaginaltabletten, die das Wachstum der Hefepilze hemmen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Nystatin zur äußeren Anwendung. Dadurch kommt das natürliche Scheidenmilieu wieder ins Gleichgewicht und die Infektion ist innerhalb weniger Tage ausgestanden. Die unangenehmen Symptome verschwinden meistens nach drei Tagen.
 
Schlägt die Behandlung nicht an oder tritt die Infektion wiederholt auf (in der Fachsprache: rezidivierende vaginale Mykosen), ist ein Besuch bei deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt ratsam. Möglicherweise verursachen in diesen Fällen andere Erreger als Candida albicans die chronische Pilzinfektion. Mittels einer Laboruntersuchung lässt sich der Auslöser genau bestimmen und eine passende Therapieform finden. Bei chronischen Scheidenpilzinfektionen werden beispielsweise häufig Tabletten verabreicht, die im Darm die Pilzbesiedelung regulieren. 

Vorsorge statt Nachsorge: Den Scheidenpilz verhindern

Der Scheidenpilz ist häufig die Folge einer geschwächten Immunabwehr. Aus diesem Grund ist es wichtig, den körpereigenen Schutzmechanismus durch eine gesunde Lebensweise zu stärken. Dazu gehört erholsamer Schlaf, eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse und der Verzicht auf Giftstoffe wie Nikotin oder Alkohol.

Ganz wichtig: Auf die richtige Intimhygiene achten. Viel mehr als eine mangelnde führt eher übertriebene Hygiene zu Scheidenpilz. Das tägliche Waschen des Intimbereichs mit Wasser genügt. Intimsprays und spezielle Waschlotionen dürfen nur im äußeren Bereich angewandt werden, sie sind in der Regel aber überflüssig. Da Seifen mit Duftstoffen und ähnlichen Zusatzstoffen die empfindliche Scheidenflora und damit den natürlichen Schutzmechanismus stören, begünstigt eine übermäßige Intimhygiene sogar eine Pilzinfektion. 

Lediglich an den Tagen der Menstruation ist das vermehrte Spülen mit frischem Wasser ratsam, denn Regelblut bietet den Hefepilzen einen guten Nährboden. Auch nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr besteht ein größeres Risiko für einen Scheidenpilz, da Sperma durch seinen alkalischen pH-Wert das saure Milieu der Vagina neutralisiert.

Eng sitzende Kleidung aus Synthetikfasern sowie kunststoffbeschichtete Slipeinlagen oder Binden können zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau führen, in dem sich Pilze erst richtig wohl fühlen. Also besser Unterwäsche aus Baumwolle tragen.

Beim Toilettengang ist es wichtig, den Intimbereich von vorne nach hinten zu reinigen. Denn so wird verhindert, dass Bakterien aus dem Darm in die Vagina gelangen. Immer gut: Handtücher öfter wechseln. Im Fall einer Infektion die Wäsche mit Waschpulver eine Stufe heißer waschen. Pilztötend ist eine Wäsche erst bei 70 Grad.

Quellen:

ELTERN

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