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Organspende Eine Spende für ein neues Leben

Organspende: Hände eines Kindes und eines Erwachsenen halten ein Herz
© sewcream / Adobe Stock
Organspenden sind knapp – vielleicht auch deshalb, weil viele Menschen nicht richtig darüber Bescheid wissen. Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Wie häufig werden Kindern Organe verpflanzt?

Jedes Jahr wird in Deutschland zwischen 160 und 180 Kindern und Jugendlichen das gesunde Organ eines verstorbenen Spenders eingepflanzt. Am häufigsten sind das Leber und Niere. Herztransplantationen sind seltener (zwischen 20 und 40 jedes Jahr). Und nur einige wenige Patienten bekommen eine Lunge oder eine Bauchspeicheldrüse. Rund 60 Patienten unter 16 Jahre erhalten jährlich von einem lebenden Spender (meist ist das ein Elternteil) eine Niere oder einen Teil der Leber.

Muss ich mich untersuchen lassen, bevor ich den Spenderausweis ausfülle?

Nein, eine Untersuchung ist weder notwendig noch sinnvoll, da sich der gesundheitliche Zustand eines Menschen fortwährend ändern kann.

Werden Organspender registriert?

Nein, in Deutschland gibt es kein Organspenderregister. Es genügt, wenn ihr einen Ausweis ausfüllt und diesen stets bei euch tragt.

Gibt es eine Altersgrenze für Organspender?

Nein, allein das biologische Alter entscheidet.

Können auch Jugendliche schon einen Organspendeausweis ausfüllen?

Ja, laut Transplantationsgesetz können Minderjährige ihre Bereitschaft zur Organspende ab dem 16. Lebensjahr und ihren Widerspruch ab dem 14. Lebensjahr erklären. Eine Einwilligung der Eltern ist nicht notwendig.

Welche Organe kann ich spenden?

Folgende Organe können derzeit nach dem Tod gespendet und übertragen werden: Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm und Teile der Haut.
Außerdem können folgende Gewebe gespendet werden: Hornhaut der Augen, Herzklappen und Teile der Blutgefäße, des Knochengewebes, des Knorpelgewebes und der Sehnen.

Kann ich mich auch dafür entscheiden, nur bestimmte Organe zu spenden?

Ja. Ihr könnt dies im Organspendeausweis entsprechend eintragen.

Wissen die Empfängerin oder der Empfänger des Organs, wer es gespendet hat?

Nein, Organspenden sind anonym. Auf Wunsch des Spenders wird ihm aber über die Deutsche Stiftung Organtransplantation mitgeteilt, ob die Transplantation erfolgreich verlaufen ist.

Wie vielen Menschen kann ich als Organspender helfen?

Ein verstorbener Organspender kann oft drei Empfängern das Leben retten, da durchschnittlich drei Organe entnommen werden können. Die Spenderorgane müssen binnen weniger Stunden zu den jeweiligen Transplantationszentren gebracht werden, in denen die Empfänger schon für den Eingriff vorbereitet werden.

Was ist mit der Sorge, dass der Tod zu schnell (und fälschlicherweise) festgestellt wird?

Die Deutsche Stiftung Organspende schreibt dazu: "Der Tod muss (...) durch vollständigen, irreversiblen Ausfall der gesamten Gehirntätigkeit (Hirntod) eingetreten sein, bei gleichzeitiger künstlicher Aufrechterhaltung von Atmung und Kreislauf. Er muss von zwei unabhängigen erfahrenen Ärzten nach den Richtlinien der Bundesärztekammer zur Hirntod-Diagnostik festgestellt worden sein."

Wo bekomme ich einen Organspendeausweis?

Ihr könnt ihn zum Beispiel hier herunterladen: Organspendeausweis.
Auch in Apotheken, Krankenhäusern und Einwohnermeldeämtern sowie in Arztpraxen könnt ihr einen Organspendeausweis bekommen.

Gibt es spezielle Kliniken für Organverpflanzungen?

Rund 50 Krankenhäuser, vorwiegend Universitätskliniken, führen Organverpflanzungen durch. Die Zulassung als Transplantationszentrum ist gesetzlich geregelt. Die Kosten für eine Transplantation trägt die Krankenkasse des Organempfängers.

Wie groß ist der Bedarf an Organen?

Die Nachfrage nach Spenderorganen ist drei Mal höher als die Zahl der zur Verfügung stehenden Organen: Derzeit warten in Deutschland 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation. Übertragen werden können jedoch nur etwa 4.000 Organe.

Wo kann ich mich weiter zum Thema "Organspende" informieren?

Alle Fragen rund um das Thema werden auf der Info-Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beantwortet.
 

ELTERN

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