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Mundschutz für Kinder Diese Kindermasken fallen bei Stiftung Warentest durch

Mundschutz für Kinder: Mädchen und Junge mit FFP2-Masken bekommen die Hände desinfiziert.
© FamVeld / Shutterstock
Auch im zweiten Corona-Winter gehört der Mundschutz für Kinder weiterhin zum Alltag: Maskenpflicht in der Schule, Maskenpflicht für Kinder ab 6 Jahren in Bus und Bahn oder beim Einkaufen. Doch welche medizinischen Masken für Kinder sind im Test gut und welche eher ungeeignet? Sind FFP2-Masken für Kinder sinnvoll? Stiftung Warentest hat 15 FFP2-Kindermasken getestet und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.  

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Wenn schon eine medizinische Maske fürs Kind, dann doch wenigstens die sicherste – so dürften viele Eltern während der Pandemie denken und greifen deshalb zur eigens für Kinder designten FFP2-Maske, wie es sie mittlerweile überall im Handel gibt. Immerhin gilt die FFP2-Maske als sicherster Mundschutz für Erwachsene. Anders als die OP-Maske dient sie nicht nur dem Fremdschutz, sondern schützt auch den Träger oder die Trägerin selbst vor infektiösen Tröpfchen und Aerosolen. Im Test von Stiftung Warentest (12/2021) wurden 15 speziell auf Kinder zugeschnittene FFP2-Masken genauer untersucht und als ungeeignet eingestuft.  

Warum rät Stiftung Warentest von FFP2-Kindermasken ab? 

Mit einer Maske im Gesicht sollten Kinder gut atmen können. Schon an dieser Anforderung scheitern alle 15 von Stiftung Warentest getesteten FFP2-Kindermasken. Das Problem: Der maximale Atemwiderstand, den die Maske aufweisen muss, um als Medizinprodukt ein CE-Kennzeichen zu erhalten, orientiert sich am Lungenvolumen von Erwachsenen. Ursprünglich für den Arbeitsschutz gemacht, ist eine Nutzung durch Kinder gar nicht vorgesehen. Dementsprechend dürfte es laut Stiftung Warentest spezielle FFP2-Kindermasken mit CE-Zeichen gar nicht geben. 

Ist der Atemwiderstand der medizinischen Maske hoch, muss die Lunge mehr arbeiten, um Luft durch die Maske einzusaugen und die verbrauchte Luft wieder herauszudrücken. Da Kinder etwa die Hälfte des Lungenvolumens von Erwachsenen haben, fällt ihnen das Atmen bei hohem Atemwiderstand schwerer und sie sind eher versucht, die Maske nicht richtig aufzusetzen, wodurch der Mundschutz für Kinder wiederum seinen Zweck verfehlt.  

Ob und wie sich der niedrige Atemkomfort der FFP2-Kindermasken auf die Gesundheit von Kindern auswirkt, konnte bisher nicht festgestellt werden. Die Kinder-Lungenärztin Dr. Folke Brinkmann weist im Stiftung Warentest-Interview darauf hin, dass hier kaum eine Gefahr bestehe, weil die Kinder ihre Masken oft absetzen und ausreichende Maskenpausen haben. Dennoch empfiehlt auch sie eher die OP-Maske. Diese sei für Kinder einfacher aufzusetzen und habe erwiesenermaßen keinen negativen Effekt auf die Atmung.  

Welcher Mundschutz für Kinder wird im Test für den Schulalltag empfohlen? 

Nach dem FFP2-Kindermasken-Test kommt Stiftung Warentest zu dem Schluss: Die OP-Maske – auch offiziell als medizinischer Mund-Nasen-Schutz für Kinder empfohlen – ist die beste Wahl für den Schulalltag. Zwar dient sie in erster Linie dem Fremdschutz, dafür können Kinder durch sie besser atmen und es drohen auch beim langen Tragen keine gesundheitlichen Folgen. Tragen alle Kinder im Unterricht konsequent die medizinische Maske, schützen sie sich damit außerdem gegenseitig. 

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Daran erkennt ihr eine gute OP-Maske:

Medizinische Gesichtsmasken, oder auch OP-Masken, sind Einwegmasken aus mehrschichtigen, atmungsaktiven Kunststoffen. Sie sind in erster Linie dafür gemacht sind, das Gegenüber vor abgegebenen infektiösen Tröpfchen zu schützen. Sitzen die Masken fest auf der Nase, können sie auch die Träger:innen selbst schützen. Das ist aber nicht ihr eigentlicher Zweck. Auch gegen Aerosole schützen OP-Masken kaum. Ihr wisst, dass ihr ein hochwertiges Medizinprodukt in der Hand haltet, wenn

  • es ein CE-Kennzeichen trägt,
  • es ein Prüfsiegel durch zuständige Behörden der Bundesländer (zum Beispiel TÜV) vorweisen kann, 
  • es eine klar definierte Filtereigenschaft aufweist,
  • die Innenseite weiß ist und 
  • es über Ohrschlaufen und einen formbaren Nasenbügel aus Draht oder Metallstreifen verfügt.

Welche medizinische Maske für Kinder ist die beste bei hohem Infektionsrisiko? 

Wo die Infektionszahlen hoch sind und ein höherer Schutz im Supermarkt oder in der Bahn gewünscht ist, können auch Kinder kurzzeitig den Masken-Testsieger aus dem FFP2-Maskentest für Erwachsene (07/2021) tragen: Die 3M Aura 9320+ Maske wurde von Stiftung Warentest nun auch auf die Eignung für Kinder getestet und erwies sich als einzige getestete FFP2-Maske, die gut für Kinder geeignet ist – wenn auch nur für kurze Zeitspannen (nach maximal 75 Minuten sollte die Maske abgesetzt werden).  

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Darum ist die 3M Aura 9320+ FFP2-Maske auch für Kinder der Testsieger bei Stiftung Warentest:

  • hohe Filterwirkung; schützt sehr gut vor Aerosolen. 
  • gute Passform und Dichtigkeit beim Tragen  
  • keine Schadstoffbelastung 
  • passt auch kleinen Köpfen gut
  • der Atemkomfort für Kinder war im Test besser als bei den getesteten Kindermasken

Eltern von Kindern mit Vorerkrankungen wie Asthma sollten sich bezüglich der richtigen medizinischen Maske unbedingt mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin absprechen.  

Mundschutz für Kinder richtig tragen: Worauf gilt es zu achten?

Damit die medizinische Maske auch wirklich schützt, muss sie richtig getragen werden und täglich gewechselt werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt:

  • Der Mundschutz sollte groß genug sein, um Mund, Nase und Kinn von allen Seiten gut abzudecken, aber immer noch locker abschließen und bequem sitzen.  
  • Die Bänder sollten nicht zu eng um die Ohren und am Hinterkopf anliegen und nicht einschneiden. 
  • Vor dem Anlegen und Absetzen der Maske: Hände waschen.  
  • Kinder sollten die Schutzfläche der Maske möglichst nicht berühren: Nur an den Bändern anfassen.  
  • Das Kind sollte in der Lage sein, die Maske jederzeit selbstständig zu entfernen
  • Nach dem Tragen sollte der Mundschutz des Kindes aus hygienischen Gründen direkt im Abfalleimer landen. 
  • Schlafende Kinder und Kleinkinder unter 2 Jahren sollten keinen Mundschutz tragen.

Übrigens: Anders als manche Erwachsene annehmen, empfinden Kinder das Maskentragen nicht als Belastung. Studien haben gezeigt, dass sie mit Masken ebenso selbstverständlich umgehen wie mit einem Fahrradhelm oder dem Zähneputzen vor dem Schlafengehen. Auch auf die Konzentrationsfähigkeit von Schulkindern konnten laut Kinder-Lungenärztin Dr. Folke Brinkmann keine Auswirkungen festgestellt werden. 

Fazit: Welche medizinischen Masken können Kinder bedenkenlos tragen? 

Im Kindermasken-Test von Stiftung Warentest erwiesen sich die speziell auf Kinder zugeschnittenen FFP2-Masken aufgrund ihres niedrigen Atemkomforts als ungeeignet. Die Verbraucherstiftung empfiehlt deshalb für den Schulalltag lieber OP-Masken. Kurzzeitig können Kinder bei hohem Infektionsrisiko auch die 3M Aura 9320+ FFP2-Maske tragen. Diese wird zwar nicht speziell für Kinder empfohlen, ermöglicht ihnen aber ein besseres Atmen und ist auch für kleinere Köpfe geeignet.

 Quellen:

  

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