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Umweltschonendes Waschen So wird eure Wäsche richtig sauber

Wasche liegt in einer Waschmaschine
© Rocksweeper / Shutterstock
Waschpulver, Flüssigwaschmittel oder doch diese neuen Waschkapseln? 30, 60 oder 90 Grad? Waschen kann man schon fast als eigene Wisschenschaft bezeichnen. Wir zeigen, wie eure Wäsche gründlich, sparsam und umweltfreundlich sauber wird.

Wäsche waschen tut jeder und jede von uns regelmäßig – aber auch wirklich richtig? Denn bevor sich die Waschtrommel anfängt zu drehen, gibt es viel zu beachten. 

Welches Waschmittel soll es sein?

Die Auswahl am Markt ist groß, die Verwirrung vor dem ausladenden Verkaufsregal genauso. Doch eigentlich reicht es laut Stiftung Warentest, diese drei Waschmittel im Haus zu haben: 

  • Ein gutes Color­wasch­mittel für Buntes. 
    Mit Colorwaschmitteln könnt ihr den größten Teil eurer Wäsche waschen. Sie schützen eure Kleidung vor Farbübertragungen und waschen die Wäsche schonend sauber. Weiße Wäsche dagegen vergraut mit Colorwaschmittel nach einiger Zeit. 

    Häufig gibt es noch spezielle Colorwaschmittel für schwarze oder rote Wäsche im Angebot. Da braucht ihr laut Stiftung Warentest nicht zugreifen. Diese Waschmittel bieten keine Vorteile hinsichtlich des Farbtonerhalts oder der Sauberkeit.  
  • Ein gutes Voll­wasch­mittel für Weißes und starke Verschmut­zungen.
    Vollwaschmittel enthalten Bleiche und optische Aufheller, deswegen sind sie speziell für weiße Wäsche geeignet. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass ein Vollwaschmittel nicht unbedingt für bunte Wäsche eingesetzt werden sollte, da die Farbe sonst schneller ausbleicht. Außerdem wirken sie kraft­voll gegen starke Verschmut­zungen und Flecken sowie gegen unangenehme Gerüche, die sich in den Textilien fest­gesetzt haben. 
  • Ein gutes Woll­wasch­mittel, das die Fasern von Wolle und Seide schont. 
    Wollwaschmittel enthalten im Gegen­satz zu Color- und Voll­wasch­mitteln meist keine Proteasen. Diese Enzyme sind auf eiweiß­haltige Verschmut­zungen spezialisiert, greifen deshalb auch die Proteine in tierischen Fasern an. Das heißt: Wenn ihr das Wollmützchen oder den Seiden-Body eures Babys mit proteasehaltigen Mitteln wascht, wird die Seide schnell unansehnlich und die Wolle verfilzt. 

    Direkt neben den Wollwaschmitteln stehen in Regalen häufig auch Feinwaschmittel, die speziell für pflegeleichte Wäsche in Schon­programmen und für Handwäsche angepriesen werden. In den meisten Fällen reicht aber ein gutes Colorwaschmittel auch für einen schonenden Waschgang genauso wie für eine Handwäsche aus. 
  • Eine gute Gallseife eignet sich für besonders hartnäckige Verschmutzungen. 
  • Von Weichspülern rät die NABU generell ab. Sie belasten das Wasser besonders stark und sind für den eigentlichen Wasch- und Reinigungsvorgang nicht erforderlich. Wollt ihr auf Weichspüler trotzdem nicht verzichten, könnt ihr auch zu Essig greifen. Dazu rät auch das Umweltbundesamt.

Waschpulver, Flüssigwaschmittel oder doch Waschkapseln?

XXL-Packungen, Pods, Caps, konzentriertes Waschpulver, Flüssigwaschmittel und Co. – nicht nur bei den Waschmitteln gibt es eine riesige, undurchsichtige Auswahl, auch die Art und Weise der Aufbereitung kann für uns Endverbraucher:innen vor dem Drogerieregal manchmal ziemlich überfordernd sein. Eine Aufklärung: 

Die NABU empfiehlt, immer zu Pulverwaschmittel zu greifen. Pulver belastet die Umwelt nicht so stark wie Flüssigwaschmittel, da sie keine Konservierungsstoffe benötigen. Außerdem enthalten Flüssigwaschmittel mehr Tenside – auch nicht besonders gut für die Umwelt. 

Von der Waschleistung her macht es bei Colorwaschmitteln keinen Unterschied, ob sie in flüssiger Form oder als Pulver eingesetzt werden. Bei Vollwaschmitteln dagegen schon. Die sollten lieber als Pulver gekauft werden, da sich in den flüssigen Produkten keine Bleich­mittel einbinden lassen, die besonders gut gegen farbige Flecken und Gerüche wirken und die Wäsche aufhellen.

Gelkissen, auch Caps bzw. Pods genannt, sind in der Regel höher konzentriert als flüssiges Waschmittel. Sie müssen in die Waschtrommel gegeben werden, da sich die wasserlöslische Folie in der Wasch­mittel­schublade nicht schnell genug auflöst. Auch bei den Gelkissen gilt das Gleiche wie bei Flüssigwaschpulver: Bleiche ist nicht enthalten – auch nicht in den Caps, bei denen es eine Kammer mit Pulver gibt. 

Von den XL-Packungen ist eher abzuraten. XL-Pulver basieren oft auf anderen, für die Hersteller güns­tigeren Rezepturen. Das bedeutet, dass sie häufig weniger wirk­same Inhalts­stoffe und geringere Mengen an fett­lösenden Tensiden und schmutz­knackenden Enzymen als Tütenpulver enthalten. Die dadrin enthaltenden Füllstoffe haben keine Waschwirkung, belasten aber dafür die Umwelt unnötig. Hinzu kommt, dass sich Verpackung und Transport pro Waschladung bei XL-Packungen negativer auf die Umweltbilanz auswirken als bei kompakteren Tüten. 

Wie dosiere ich das Waschpulver am besten?

Mama und Tochter waschen Wäsche
© Yuganov Konstantin / Shutterstock

Grund­sätzlich gilt: Wird zu groß­zügig dosiert, leiden Umwelt und Geldbeutel. Zu wenig wäscht nicht richtig sauber. Die Dosierung richtet sich nach drei Dingen: Wie voll ist die Trommel? Wie schmutzig ist die Wäsche? Und wie hart das Leitungs­wasser?

Die maßgebenden Angaben für dein Waschmittel findest du direkt auf der Tüte. Die Wasserhärte nennt dir dein örtliches Wasserwerk bzw. das Internet. 

  • Leicht verschmutzt bedeutet: Es gibt keine Flecke, es ist etwas verschwitzt und wurde nur kurz benutzt.
  • Normal verschmutzt umfasst sicht­baren Schmutz, wenige leichte Flecken sowie Bett­wäsche und Hand­tücher einer Woche.
  • Stark verschmutzt entspricht vielen hartnäckigen Flecken wie Gras und Erde. Darunter fallen auch Berufs­kleidung, Küchen­hand­tücher und Putzlappen.

Extra-Tipp: Markiere deinen Messbecher mit einem Stift mit der passenden Menge für leicht, normal und stark verschmutzte Wäsche.

Bei welchen Temperaturen soll ich waschen?

Beim Waschen gilt der sogenannte Sinnersche Kreis: Die Faktoren Zeit, Temperatur, Mechanik und Chemie hängen voneinander ab. Sinkt einer der genannten Para­meter, muss mindestens ein anderer steigen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Sinkt beispielsweise die Waschtemperatur, muss dafür die Waschlänge steigen. 

Generell gilt: Niedrige Temperaturen sparen Energie und reichen meist aus. Bis zu 90 Prozent der verbrauchten Energie wird dazu verwendet, das Wasser zu erhitzen. 

Wenig bis normal verschmutze Textilien könnt ihr getrost bei 20 bis 30 Grad Celsius waschen. Bei stark verschmutzter Wäsche helfen nied­rige Temperaturen hingegen kaum weiter. Für Wäsche mit Vollwaschmittel sollte immer eine Mindesttemperatur von 50 Grad gewählt werden. Erst dann kann Bleiche wirken. 

Wie wasche ich nachhaltig?

Um umweltschonend und nachhaltig zu waschen, ist nicht nur eine gute Waschmaschine nötig, sondern vor allem auch die richtige Dosierung des Waschmittels. Die umweltschädlichsten Stoffe in Waschmitteln sind Tenside, Duftstoffe und Enzyme.

  • In der EU müssen Tenside inzwischen biologisch abbaubar sein.
  • Enzyme sorgen für eine gute Waschkraft bei niedrigen Temperaturen. Sie wirken zwischen Temperaturen von 30 bis 60 Grad Celsius.
  • Problematisch für die Umwelt sind die Duftstoffe, denn sie sind häufig giftig und schwer abbaubar. Zudem gibt es keine gesetzliche Regelung zum Schutz der Gewässer.

Extra-Tipp: In Bioläden und Reformhäusern gibt es Baukastensysteme, bei denen man die Waschkomponenten eigenständig zusammen mischen kann. Diese Systeme verzichten auf unnötige Zusatzstoffe und sind somit für nachhaltiges Waschen sehr zu empfehlen. 

Quellen:

- NABU
- Stiftung Wartentest

ELTERN

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