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Plastikteilchen in Kinderkörpern Mikroplastik erkennen und vermeiden 

Kind lutscht Plastik
© Shutterstock / Durch Chubykin Arkady
Mikroplastik ist in aller Munde. Die kleinen Partikel reichern sich im Meer, im Tier und auch im Menschen an. Die konkreten Auswirkungen für den menschlichen Körper sind noch nicht abschließend erforscht, doch Plastik im Babykörper – das hinterlässt kein gutes Gefühl. Auf diese Dinge kannst du im Alltag achten, um Mikroplastik zu meiden und dein Baby so gut es geht davor zu schützen.

Als Mikroplastik bezeichnet man kleine Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser unter 5 mm. Sie sind Bestandteil vieler Pflegeprodukte, entstehen aber auch, wenn Plastikverpackungen zerfallen oder werden beispielsweise aus Kunststoffgewebe ausgewaschen. Auf unterschiedlichen Wegen, oft über Abwässer, gelangen sie vor allem in die Meere, aber auch in unsere Böden, in die Luft und werden von Tieren aufgenommen. Über unser Trinkwasser und die Nahrung gelangen kleine Plastikteilchen dann auch in den menschlichen Organismus.  Schon 2019 zeigte eine Studie des Umweltbundesamtes und des Robert-Koch-Institutes, dass sehr viele Kinder Plastikinhaltsstoffe im Körper haben. Wie gefährlich Mikroplastik für den Menschen tatsächlich ist, ist zwar noch nicht abschließend erforscht, trotzdem beunruhigen diese Ergebnisse. Eltern, die diesen Kreislauf durchbrechen und ihre Kinder schützen wollen, haben es nicht leicht, Plastik ist schließlich überall. 

Auf diese Dinge kannst du im Alltag achten:

Pflegeprodukte, Kosmetika und Waschmittel mit Mikroplastik meiden

Mikroplastik ist in vielen Kosmetikprodukten enthalten, beispielsweise als Schleifpartikel in Peelings, aber auch in Baby- und Kinderprodukten. Polyamide Polyethylene, Polypropylene ¬– leider gibt es einige Bezeichnungen, die du auf der Inhaltsstoffliste meiden solltest. Der BUND Einkaufsratgeber listet Kosmetika auf, die bedenkliche Kunststoffe enthalten. Daran kannst du dich orientieren.

Plastikverpackungen reduzieren

Auch wenn wir unseren Plastikmüll im Normalfall trennen, landet er letztendlich doch oft in den Gewässern. Dort zerfallen die unterschiedlichen Plastikprodukte mit der Zeit in immer kleinere Teilchen. Es entsteht Mikroplastik. Auf Plastik weitgehend zu verzichten, ist deshalb der langfristig bessere Weg. Meistens der erste große Schritt: Wasser aus dem Hahn, statt aus Plastikflaschen trinken. Das ist nicht nur deshalb gut, weil so keine Plastikflaschen auf dem Müll landen, sondern auch, weil in den Mineralwässern aus Plastikflaschen in einigen Studien Plastikabrieb nachgewiesen wurde. 

Hochwertiges Spielzeug kaufen

Wenig, aber dafür hochwertiges Spielzeug zu kaufen, ist immer eine gute Idee. Schöne Bauklötze aus unbehandeltem Holz und ein Lieblingsteddy aus Bio-Baumwolle machen lange Freude. Und irgendwie sind einige besondere Stücke doch einfach schöner als Berge von Plastikspielzeug. Dennoch besteht der überwiegende Teil der Spielzeuge aus Plastik oder Kunstfasern. Und manchmal macht es vielleicht schon Sinn, auf den leichten und gut abwaschbaren Kunststoff zu setzen. Dann gilt: Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff –zum Beispiel in Hinblick auf gefährliche Zusätze wie Phthalate oder BPA. Achte am besten auf Gütesiegel wie das „GS“-Zeichen, „Der blaue Engel“ oder „Spielgut“ und meide Billigplastik. Besonders wenn ganz kleine Kinder einfach alles in den Mund nehmen, lohnt es sich genauer hinzuschauen und schadstofffreie Alternativen zu wählen. Es ist zwar unklar, ob und wie viel Mikroplastik von Kunststoffgegenständen in den Körper gelangt, aber Kunststoffe enthalten meistens auch andere bedenkliche Substanzen wie zum Beispiel Weichmacher.

Naturfasern statt Synthetik 

Kleider, die Kunststoffgewebe wie Polyester oder Mikrofaser enthalten, verlieren beim Waschen kleinste Kunststoffteile, die ins Abwasser gelangen. Das gilt übrigens auch für Mikrofasertücher, die als Putztücher sehr beliebt sind. Stoffe aus Baumwolle, Wolle oder Leinen verlieren beim Waschen zwar auch Fasern, aber diese sind biologisch abbaubar und enthalten eben kein Mikroplastik.

Wasche Kleidung aus Synthetikfasern nur selten

Viele Menschen waschen ihre Kleidung einfach zu oft. Klar, soll das müffelnde T-Shirt in die Waschmaschine, aber gerade Outdoorsachen für Kinder wie Regenjacken, die oft auch Synthetikfasern enthalten, müssen und sollen fast gar nicht gewaschen werden, da sonst wasserabweisende Beschichtung leidet. Oft hilft es, die Kleidung einfach auszulüften oder trocken abzubürsten. Wenn du Synthetikkleidung waschen musst, kann der Waschbeutel „Guppy Friend“ helfen. Er soll gelöste Fasern auffangen, so dass sie gar nicht erst ins Abwasser gelangen. Und verzichte am besten auf Weichspüler. Sie können dafür sorgen, dass sich noch mehr Teilchen aus der Kleidung lösen. 

ELTERN

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