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Scharf essen in der Stillzeit Schaden scharfe Lebensmittel dem Baby, wenn ich stille?

Scharf essen in der Stillzeit: Chili
© photocrew / Adobe Stock
Du liebst scharfe Lebensmittel? Dann fragst du dich vielleicht auch, ob scharf essen in der Stillzeit ein Problem für dein Baby sein könnte. Die Antwort verraten wir hier!

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Endlich ist der kleine Liebling auf der Welt! Damit das Baby gut wachsen und gedeihen kann, setzen viele Mütter aufs Stillen. Aber mit dieser Entscheidung kommen wieder viele neue Fragen und Unsicherheiten auf – vor allem, was die Ernährung der Stillenden angeht. Liebst du beispielsweise kräftig gewürzte Speisen, könnte die Frage auftauchen, ob scharf essen in der Stillzeit ein Problem für dein Kind sein könnte.

Scharfes Essen in der Schwangerschaft

Gerade, wenn du schon während der Schwangerschaft gern scharf gegessen hast, musst du dir in der Regel keine Gedanken darum machen, dass es dadurch zu Problemen beim Stillen kommen könnte. Durch die Versorgung mit Fruchtwasser hat das Kind bereits im Bauch mit einer sehr abgemilderten Variante der Schärfe Kontakt gehabt. Als Faustregel gilt bei Gewürzen: Du kannst essen, was dir selbst bekommt. Klassische scharfe Gewürze wie Pfeffer, Knoblauch oder Ingwer sind dementsprechend für gewöhnlich kein Problem.

Schadet es dem Kind, während der Stillzeit scharfe Speisen zu essen?

Generell gibt es keinen negativen Einfluss von scharfen Speisen auf die Muttermilch. Zwar gilt es als erwiesen, dass Muttermilch den Geschmack je nach verzehrten Lebensmitteln ändern kann. Ursächlich dafür ist ein Stoffwechselprodukt, das im Körper der stillenden Mutter produziert wird. Allerdings ist die Geschmacksänderung nur minimal und betrifft auch nur einige Lebensmittel. So ergab beispielsweise eine Studie an der TU München, dass der im Pfeffer enthaltene Scharfstoff Piperin leicht in die Muttermilch übergeht. Die Schärfe von Chili, Curry oder Ingwer hatte hingegen keine Auswirkungen.

Mögliche Nachteile von scharfem Essen in der Stillzeit

Dennoch kann es passieren, dass dein Säugling den veränderten Geschmack der Muttermilch wahrnimmt und diese als Reaktion darauf ablehnt. Beobachte den kleinen Schatz am besten beim Stillen: Zeigt das Baby irgendwelche ungewöhnlichen Reaktionen, zum Beispiel, dass es plötzlich beim Trinken sehr unruhig ist oder sich ganz weigert, könnte der veränderte Geschmack der Milch verantwortlich sein.

In manchen Fällen entwickeln sich auch Allergien oder Unverträglichkeiten – sind bereits die Eltern betroffen, erhöht sich das Risiko beim Kind dafür. Eine mögliche Unverträglichkeit oder Allergie erkennst du an folgenden Symptomen:

  • Hautausschlag
  • Tränende, gerötete Augen und eine laufende Nase
  • Häufiges Niesen
  • Schwellungen, vor allem an den Lippen und Augen
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, eventuell Erbrechen

Wenn du den Eindruck hast, dass dein Baby möglicherweise an einer Allergie leidet, klärst du das am besten mit einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin ab. Hilfreich ist auch ein Ernährungstagebuch – so lässt sich leichter eingrenzen, nach welchen verzehrten Lebensmitteln es zu Problemen kommt.

Vorteile von scharfer Nahrung während der Stillzeit

Zwar gibt es bisher keine wissenschaftlichen Belege dafür, aber viele Eltern berichten, dass ihr Baby später abwechslungsreicher gegessen hat, wenn es bereits früh mit vielen verschiedenen Geschmäckern vertraut gemacht wurde. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass der Organismus des Kindes sich so bereits früh an verschiedene Lebensmittel gewöhnen kann. Und schaden kann eine vielfältige, ausgewogene Ernährung natürlich sowieso nicht – etwas Experimentierfreude beim Essen ist also absolut erlaubt.

Vorsicht vor Scharfstoffen an den Fingern

Eine kleine Ausnahme gibt es am Ende dann aber doch noch: Babys Haut ist bekanntlich sehr empfindlich. Nachdem du scharfe Lebensmittel verarbeitet hast, wäschst du dir deshalb am besten immer gründlich die Hände, bevor du dein Kind berührst. Direkter Hautkontakt, zum Beispiel mit dem Scharfstoff Piperin, könnte sonst zu Reizungen oder Rötungen bei dem kleinen Schatz führen.

Quellen

ELTERN

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