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Schutz vor Mücken Hilfe für die Kinderhaut

Schutz vor Mücken: Kinderhände mit Mückenstich
© fotoduets / Adobe Stock
Dieses nervige Sirren! Was Mücken auf Abstand zu Kinderhaut hält und was das Jucken lindert ...

Was schützt ohne Risiko?

Draußen lange Kleidung, drinnen Fensterschutz und Moskitonetz über dem Bett: Für Kleinkinder ist das besonders sinnvoll. Ihre Haut ist viel dünner als die Erwachsener, Schadstoffe aus chemischem Mückenschutz gelangen leichter ins Blut.

Wie wirken Anti-Mücken-Mittel?

Mücken lieben den Geruch von Milchsäure auf der Haut. Die Wirkstoffe (Repellents, von lat. "vertreiben") legen einen Duftfilm darüber. Ungeklärt ist, ob der Duft selbst die Mücken abschreckt oder ob er ihren Geruchssinn lahmlegt. Die Cremes und Lotions schützen auch vor Zecken, aber weniger lange.

Welches Mittel in welchem Alter?

Für Säuglinge ab zwei Monaten gibt es Produkte mit dem hautfreundlichem Wirkstoff EBAAP (Ethylbutylacetylaminopropionat, auch: IR3535). Nach dem ersten Geburtstag sind Mittel mit Citriodiol aus dem Zitroneneukalyptus-Baum eine gute Alternative, die Substanz kann aber empfindliche Haut reizen. Produkte mit Icaridin gibt es für Kinder ab zwei. Wegen guter Verträglichkeit sind sie in Gebieten ohne Malaria-Risiko erste Wahl, auch für Erwachsene, einschließlich Schwangerer und Stillender. In den Tropen und Subtropen bietet das Repellent DEET den sichersten Schutz. Es ist aber nicht für Kinder unter acht sowie in Schwangerschaft und Stillzeit geeignet. DEET gelangt leicht über die Haut ins Blut, reizt Haut und Schleimhäute und greift Kunststoffe an.

Sind reine ätherische Öle eine Alternative?

Nein. Ihr Duft verfliegt viel zu schnell. Zudem enthalten manche, wie zum Beispiel Zeder oder Citronella, hautreizende Monoterpene.

Allergisch gegen Mücken?

Eine Allergie wie gegen Biene oder Wespe kommt fast nie vor. Trotzdem werden aus den allerersten Stichen oft dicke Quaddeln. Sie bilden sich, weil das Immunsystem gegen die unbekannten Eiweißstoffe aus dem Mückenspeichel Alarm schlägt. Es dauert, bis die Körperabwehr gelassener wird, denn jede Mückenart hinterlässt einen anderen Spucke-Mix, und allein in Deutschland gibt es 50 verschiedene.

Was hilft gegen das Jucken?

Eiswürfel über die Stelle streichen, ein Löffel, ein Kühlpad, eine Scheibe Zitrone oder Zwiebel, etwas Lavendelöl oder Spucke. Kühlende Gele aus der Apotheke enthalten oft auch ein Antihistaminikum. Man darf sie punktuell schon auf Babyhaut auftragen. Verzichten sollte man auf Produkte mit Propylenglycol für Kinder: Geht der Stoff ins Blut über, kann er in seltenen Fällen Krämpfe auslösen.

Wie wirken Stichheiler?

Durch einige Sekunden Hitze (bis zu 50 Grad) auf der Haut. Dabei gerinnen die Proteine, die die Immunreaktion auslösen, das Jucken lässt nach. Das tut kurz richtig weh! Größere Kinder können es als Mutprobe versuchen, wenn sie wollen.

Helfen Gitterpflaster?

Sie sollen die Durchblutung anregen und so den Schmerz lindern. Ob es klappt, ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen, aber jedes Pflaster hält zumindest vom Aufkratzen ab. Und sobald es klebt, ist der Schmerz oft vergessen.

Worauf achten beim Auftragen?

Je jünger das Kind, desto sparsamer: nur einmal am Tag und am besten nur die unbedeckte Haut. Bei Kleinkindern lässt man die Hände aus, damit nichts in Mund und Augen gerät. Wenn’s in die Sonne geht: zuerst die Sonnencreme, erst gut 20 Minuten später den Mückenschutz auftragen – sonst überdeckt der Sonnenschutz den Anti-Mücken-Duft.

BRIGITTE

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