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Wahrnehmung Kind, wie fühlst du dich?

Wahrnehmung: 4 Kinder liegen nebeneinander auf dem Rasen und strecken die Beine in die Luft
© Patrick Foto / Shutterstock
Eine Frage, die wir alle unseren Kindern öfter mal stellen sollten. Unsere Autorin Carina Frey hat es getan und von Sohn und Tochter überraschende Antworten bekommen. Als Wissenschaftsjournalistin warf sie außerdem einen Blick auf die wichtigsten Langzeit-Studien, die sich nicht erst seit der Corona-Pandemie mit dem Befinden und der Gesundheit unserer Kinder beschäftigen. Das Ergebnis? Heiter bis wolkig!

Die Spuren der Pandemie – und was das mit uns Familien gemacht hat

Es war im Frühsommer 2020. Ich saß auf dem Sofa und füllte mit meinen beiden Kindern für eine Untersuchung einen Fragebogen zum Leben in der Corona-Pandemie aus. "Wie geht es Ihren Kindern auf einer Skala von null bis zehn?" Karlotta, 9, klickte auf neun, was nah an super ist. Moritz, 7, wählte die drei, fühlte sich also eher mies. Ich sah ihn erstaunt an. Denn ich war davon ausgegangen, dass wir ziemlich gut durch die ersten Monate gekommen waren: Mein Mann und ich konnten uns dank flexibler Arbeitszeiten abwechselnd um die Kinder kümmern. Wir waren mit ihnen im Wald, Fahrrad fahren, inlineskaten und ließen die Zügel schleifen. Die Kinder turnten abends lange herum und schliefen morgens aus – war ja nur Homeschooling. Ich dachte, für sie sei es fast wie Urlaub. Aber Moritz klickte die drei.

Den zweiten Schreck bekam ich im Spätherbst, die zweite Welle kündigte sich an, erste Mitschüler hatten sich infiziert. Moritz fragte plötzlich beim Abendessen: "Mama, wenn ich Corona bekomme, muss ich dann sterben?" Ich schnappte wieder nach Luft. Wir hatten in den ersten Pandemiewochen stundenlang über Corona gesprochen, in den Kindernachrichten wurde das Virus wieder und wieder erklärt. Ich war sicher, die Kinder wüssten bestens Bescheid. Und lag falsch. Die Einschränkungen, die Hygieneregeln, unsere Vorsichtsmaßnahmen – das alles machte meinem Siebenjährigen offenbar weit mehr Angst, als ich dachte.

Die zweite und die dritte Welle kamen, der (Teil)-Lockdown zog sich monatelang hin. Irgendwann wollten die Kinder nicht mehr mit uns in den Wald, Fahrrad fahren, inlineskaten. Immer öfter saß mein Sohn einfach da: "Mama, mir ist sooooo langweilig." Er klagte über Kopfschmerzen, motzte uns an. Wir reichten nicht mehr.

Corona hat nicht nur bei meinen Kindern Spuren hinterlassen. Die Copsy-Studie der Uniklinik Hamburg-Eppendorf liefert dazu Zahlen: Nach einem Jahr Pandemie gaben vier von fünf der befragten Kinder und Jugendlichen an, sie fühlten sich "ziemlich bis äußerst belastet". Sieben von zehn berichteten von einer schlechteren Lebensqualität, mehr als doppelt so viele wie vor der Pandemie. Die Kinder litten häufiger unter depressiven Symptomen und psychosomatischen Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen. Sie hatten mehr Ängste und Sorgen, naschten häufiger und bewegten sich weniger, verbrachten dafür aber deutlich mehr Zeit vor der Spielekonsole oder dem Fernseher.

Manche Medien sprechen jetzt schon von einer verlorenen Corona-Generation. Das geht mir zu weit. Aber auch ich sehe, was wir den Kindern genommen haben: Meine Tochter war nicht auf Klassenfahrt, hatte weder Fahrradausbildung noch Schwimmunterricht in der Schule und konnte monatelang nicht zum Sport. Wie sehr werden ihr diese Erfahrungen fehlen? Auf der anderen Seite hat sie in den dunklen Monaten sieben Stofftiere genäht, per Skype mit der Oma Hausaufgaben gemacht, viel mehr Zeit mit dem Papa gehabt als sonst – und sich ein Harry-Potter-Zauberbuch angelegt. Wäre dafür im normalen Leben Raum gewesen?

Bringt die Pandemie unsere Kinder vielleicht sogar voran?

Zumindest hat die Virus-Krise nicht alle Kinder zu Verlieren gemacht. Inzwischen ist unbestritten, dass Corona die soziale Ungleichheit im Land weiter verstärkt hat. Familien, bei denen es finanziell eng ist, kamen weit häufiger eher schlecht durch die Pandemie (67 Prozent) als gut situierte (32 Prozent), fand das Deutsche Jugendinstitut heraus. Vier von zehn Familien mit Geldnöten berichteten über häufigen Streit, Schimpfen und Schreien, in Familien mit genug Geld waren es halb so viele. Die Zahlen beziehen sich auf die erste Corona-Welle. Seitdem ist ein Jahr vergangen, und es braucht nicht viel Fantasie um sich auszumalen, dass die Belastungen weiter zugenommen haben.

Und dann gibt es noch all die Familien, die einen Angehörigen verloren haben. Während ich diesen Text schreibe, steigt die Zahl der Corona-Toten auf mehr als 90 000. Tausende Familien trauern. In anderen kämpfen Väter und Mütter mit Long-Covid und kommen monatelang nicht mehr richtig auf die Beine. Mich machen diese Zahlen demütig. Denn bei all dem Lockdown-Frust hatten wir großes Glück. Niemand, der uns nahesteht, wurde ernstlich krank. Überhaupt ist die Corona-Pandemie für mich und meine Kinder die erste echte Krise. Gibt es ein Recht darauf, krisenfrei durchs Leben zu gehen?

Was es jetzt braucht, ist ein offenes Ohr: für die Themen der Kinder und unsere eigenen Bedürfnisse, sagt Sandra Gerstner, Kinder- und Jugendpsychiaterin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim: "In der Pandemie sind Erwartungen an Eltern gestellt worden, die sie nicht erfüllen konnten. Wenn Eltern unter solchem großen Druck stehen, überträgt sich das automatisch auf die Kinder."

Als wir mitten in der dritten Welle einen Hänger hatten, malten sich meine Kinder aus, wie toll es wäre, schwimmen zu gehen. Es war das Erste, was wir nach der Öffnung gemacht haben. Der See hatte vielleicht 15 Grad, aber wir hüpften jauchzend darin herum. Gerstner spricht von Alltagsinseln. Es sind solche Momente, die uns Kraft geben, die vergangenen Monate hinter uns zu lassen.

Ich werde versuchen, für uns auch in Zukunft möglichst viele davon zu schaffen.

Kinder bewegen sich immer weniger, vor allem die größeren. Und jetzt? Woran liegt das eigentlich?

Fangen spielen, Treppen runterspringen, auf Bäume klettern: Kinder lieben Bewegung und probieren sich ständig aus. Gut so. Denn Bewegung ist nicht nur wichtig für Körper und Körperbild. Sondern auch für Gehirn und Psyche: Wer sich viel bewegt, kann besser lernen und sich konzentrieren und auch besser Stress abbauen. Doch leider wohnen viele Kinder beengt, unsere Städte bieten zu wenige Freiflächen. Sportplätze sind eingezäunt, die Straßen zugeparkt. Wir fahren die Kinder auf dem Weg zur Arbeit zur Kita oder Schule, weil das schneller geht. Und immer locken Tablet, Smartphone und Konsole mit Filmen und Spielen, die so gut gemacht sind, dass sie die Kinder stundenlang fesseln. Das hat Folgen. Unsere Töchter und Söhne werden zu Couchpotatoes – je älter sie sind, desto mehr.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass sich Kinder jeden Tag mindestens 60 Minuten moderat bis intensiv bewegen. Diese Vorgabe erfüllen immer weniger Jungen und Mädchen. Die "Nationale Empfehlung für Bewegung und Bewegungsförderung", erarbeitet von Wissenschaftlern auf Basis vieler Studien, geht sogar noch weiter: Kita-Kinder sollen sich täglich drei Stunden und mehr bewegen. Ältere Kinder mindestens eine Stunde moderat und 30 Minuten intensiv, außerdem wird geraten, dass sie zwei- bis dreimal pro Woche Sport treiben. Puh, das ist viel, wenn Kinder den halben Tag in der Schule verbringen, anschließend Hausaufgaben machen und Zeit zum Spielen und Gammeln brauchen.

Umso wichtiger ist, dass wir möglichst viel Bewegung in den Kinderalltag einbauen. Konkret: die Kinder, sooft es geht, zur Schule, zum Sport, zu Freunden laufen lassen, am Wochenende ins Schwimmbad gehen, Fahrrad fahren, auf einer Wiese kicken. Die KiGGS-Studie  zeigt auch: Mädchen und Jungen, deren Eltern mindestens eine Stunde pro Woche Sport treiben, haben eine doppelt so hohe Chance, selbst Sport zu mögen und zu machen wie Kinder von Bewegungsmuffeln.

Klar ist das mit der Bewegung nicht immer einfach. Aber es lohnt sich. Und oft ist auch gar kein großes Equipment nötig, um Kinder auf Trab zu bringen – nur ein bisschen Kreativität, wie die folgenden beiden Beispiele zeigen.

Für drinnen: Fliegenklatschen-Tennis

Abwechselnd mit der Fliegenklatsche einen Luftballon hochschlagen. Wenn das gut klappt, könnt ihr euch den Ballon zuspielen. Wie viele Wechsel bekommt ihr hin? Profis können Sonderaufgaben einbauen: nach dem Abschlagen einmal um die eigene Achse drehen, in die Hocke gehen, die Hand wechseln.

Für draußen: Seilspringen

Springseile nehmen nicht viel Platz weg und passen in jede Tasche. Perfekt für den Ausflug in den Park. Einfach zwei Springseile ohne Griff aneinanderknoten, ein Ende an einem dünnen Baum oder an einem Geländer festmachen. Los geht’s:

- Kleine Kinder springen über die Schlange, die immer wilder auf dem Boden schlängelt.

- Größere versuchen, richtig zu springen: Klappt es einmal, dreimal, fünfmal?

- Fortgeschrittenen macht "Die Uhr" großen Spaß: Aufs Kommando "Die Uhr schlägt null" läuft das Kind unter dem Seil durch. "Die Uhr schlägt ein" heißt: reinlaufen, einmal springen, rauslaufen. So geht’s weiter, bis die Uhr zwölf geschlagen hat.

Studien, was für Studien?

Wer was untersucht, wann und wieso

Grundlage für die Zahlen und Texte  sind die "Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" (KiGGS) mit dem Teilmodul "Motorik" (MoMo-Studie) sowie die Kinder- und Jugendgesundheitsstudie "Health Behaviour in School-aged Children" (HBSC). Für KiGGS wurden von 2014 bis 2017 rund 15 000 Kinder und Jugendliche im Bundesgebiet untersucht. Es war die dritte Erhebungswelle. An der HBSC-Studie nahmen in den Jahren 2017 und 2018 knapp 4500 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11, 13 und 15 Jahren teil. Sie wird alle vier Jahre wiederholt.

Was ist so besonders an diesen Untersuchungen?

Für die Studien werden Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Regionen und Lebenslagen befragt. So bekommen die Forscher ein Abbild der Bevölkerung. Da sie mit standardisierten Verfahren arbeiten, können die Daten mit internationalen Studien und früheren Erhebungen verglichen werden, um langfristige Trends zu erkennen. Für KiGGS nehmen die Wissenschaftler Blutproben der Kinder, messen Größe, Gewicht, Koordination, Kraft und mehr. Außerdem fragen sie, wie die Kinder wohnen und leben. So können sie Rückschlüsse ziehen, wie sich das soziale Umfeld auf die Gesundheit auswirkt. Bei der HBSC-Studie liegt der Fokus auf dem internationalen Vergleich. Schirmherrin ist die Weltgesundheitsorganisation WHO. Zuletzt nahmen 49 Länder in Europa und Nordamerika teil.

Sind die Aussagen überhaupt noch aktuell?

Natürlich hat die Corona-Pandemie vieles auf den Kopf gestellt. Aber generell kann man sagen: Die gesundheitliche Situation der Kinder und Jugendlichen und ihre Lebenslagen verändern sich nicht innerhalb weniger Jahre. Und da die Studien so genau und umfangreich sind, dauert die Auswertung lange. Bessere Zahlen zur Gesundheit der Kinder in Deutschland sind nicht zu haben.

"Jüngere Kinder trauen ihrem Körper erst mal ganz viel zu"

"Ich mag mich" – toll, wenn Kinder das sagen können. Doch je älter sie werden, desto mehr hadern sie mit ihrem Körper. Was hilft ihnen, ein positives Körperbild zu entwickeln? Unsere Autorin Carina Frey sprach mit Annette Schneider, Professorin für Kindheitspädagogik

Eltern: Knapp jede zweite 13-Jährige hält sich für zu dick, zeigt die HBSC-Studie. Neun von zehn Mädchen haben im vorausgegangenen Jahr versucht, ihr Gewicht zu kontrollieren. Überraschen Sie diese Ergebnisse?

Annette Schneider: Nein, überhaupt nicht. Das ist eine Entwicklung, die wir schon vor zehn Jahren gesehen haben. Neu ist, dass inzwischen auch die Jungen zunehmend unter Druck stehen. Für sie wird es immer wichtiger, einen sportlichen, muskulösen Körper zu haben. Früher durften Männer in Filmen noch einen Bauch haben, heute sieht man oft muskelbepackte Kerle. Das prägt die Jungen.

Wie entsteht eigentlich unser Körperbild? Ist das angeboren?

Körperbild heißt, dass man eine Vorstellung vom eigenen Körper, von seiner Größe, Form, den Relationen und seinen Grenzen hat. Wir gehen davon aus, dass Kinder schon früh ein Gefühl für ihren Körper entwickeln, am Anfang vor allem über sensorische Wahrnehmungen. Wenn Sie Ihrem Baby das Füßchen streicheln oder mit den Zehen spielen, fühlt es sich in seinem Körper wohl. Bei der Entwicklung des Körperbilds spielt Bewegung eine zentrale Rolle, denn darüber erfahren Kinder ihren Körper. Sie merken, was er kann, wie er sie unterstützt und was noch nicht gut klappt. Die Summe dieser Erfahrungen und gesammelten Informationen ermöglicht dem Kind, sich ein gedankliches Bild vom eigenen Körper zu machen. Aber dieses Bild ist immer ein Konstrukt.

Ein positives?

In der Regel schon, jüngere Kinder trauen sich und ihrem Körper erst mal ganz viel zu. Das Körperbild ist noch irreal, die Kinder glauben zum Beispiel, dass sie von einem hohen Baum springen oder fliegen können.

Höher, schneller, weiter – diese Vergleiche sind bei Kindern normal. Ab wann fangen sie an, auch ihr Aussehen zu vergleichen?

Das hängt davon ab, welche Wichtigkeit Aussehen in der Familie hat. Wenn Kinder zu Hause erleben, dass ständig darüber geredet wird, Mama Diät hält und ihren Bauch kritisch im Spiegel betrachtet, wird das Thema auch für sie wichtig und sie fangen an, sich mit anderen Kindern zu vergleichen. Schon im Kindergartenalter fangen die gesellschaftlich vermittelten Schönheitsideale an zu wirken.

Was meinen Sie damit? Streben etwa schon Vierjährige Modelkörper an?

Wir haben Kindergartenkindern selbst gemalte Körperfiguren vorgelegt: einen extrem dünnen, einen normalen und einen übertrieben dicken Körper. Dann wurden sie gefragt, wie sie einmal aussehen möchten. Mehr als die Hälfte der Mädchen wünschte sich einen übertrieben schlanken Körper. Das hat uns überrascht und besorgt. Das Ideal der schlanken Frau prägt Kinder also schon sehr früh. Offensichtlich haben die Mädchen vermittelt bekommen: Wenn ich schlank bin, habe ich Vorteile. Dann mag man mich mehr.

Dick wird als Beleidigung eingesetzt, das stimmt. Neulich rief ein Kind auf dem Schulhof meinem eher hageren Sohn nach: "Du bist voll fett." Er kam wütend nach Hause.

Oft wird so was nur dahingesagt. Aber was Mitschüler äußern, ist ab dem Grundschulalter extrem wichtig. Ihr Sohn konnte den Spruch abtun, weil es offensichtlich nicht stimmt. Aber wenn ein Kind pummeliger ist und die Eltern das auch schon angemerkt haben, haben solche Sprüche massive Auswirkungen auf das Körperbild.

Alle Studien zeigen: Je älter die Kinder werden, desto kritischer blicken sie auf ihren Körper. Die Pubertät ist der entscheidende Wendepunkt, vor allem bei den Mädchen. Warum? Wollen sie nicht erwachsen werden?

Die Unzufriedenheit hängt mit den schon erwähnten gesellschaftlichen Erwartungen zusammen. Viele Mädchen setzen mit der Pubertät aber etwas Speck an, was ganz normal ist. Sie versuchen trotzdem, dem Ideal zu entsprechen, erleben dabei aber einen Misserfolg nach dem anderen. Das kann sehr belasten.

Besonders unzufrieden sind die Mädchen mit einem traditionellen Rollenbild …

Es gibt immer noch Familien, in denen gilt: Ein Mädchen muss hübsch sein, damit es einen Mann bekommt. Mädchen mit einem solchen Rollenbild streben dann noch stärker danach, schlank zu sein. Wenn nun ein Attribut – das Aussehen – so im Vordergrund steht und ein Jugendlicher nicht den Erwartungen entspricht, besteht die Gefahr, dass er anfängt, an sich als Person zu zweifeln.

In der Pubertät haben wir Eltern nicht mehr viel zu sagen. Was können wir vorher tun, damit unser Kind ein realistisches Bild von seinem Körper entwickelt und sich darin wohl fühlt?

Das fängt schon im Kindergartenalter an. Ermutigen Sie Ihr Kind, seinen Körper bewusst wahrzunehmen. Oft gehen Eltern nicht drauf ein, wenn ihr Kind sagt: "Ich bin müde, ich bin kaputt." Fragen Sie nach. Meistens beschäftigt die Kinder etwas ganz anderes. Ganz wichtig ist ein regelmäßiges Bewegungsangebot, bei dem sie sich ausprobieren können. Das hilft ihnen auch, ihren Körper realistisch einschätzen zu lernen.

Dieses Selbstbewusstsein schützt dann auch vor Körperfrust in der Pubertät?

Genau. Wir wissen: Ein Kind mit einem positiven Selbstwertgefühl kann viel besser mit Misserfolgen umgehen. Es weiß: Ich habe vielleicht nicht die Traumfigur, dafür kann ich aber etwas anderes sehr gut und bin überhaupt eine sehr akzeptable Person.

Zur Person

Prof. Dr. Annette Schneider forscht schon lange zu Körperbildern und schrieb darüber auch ihre Doktorarbeit: "Das Körperbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen". Heute lehrt sie an der Hochschule Heidelberg.

ELTERN

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