Flaschenmilch
 
Was wirklich ins Fläschchen gehört

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Milchersatzprodukte

Pre-Nahrung (auch "Start")
Diese Milch ist der Muttermilch am ähnlichsten. Sie enthält an Zucker ausschließlich Laktose (so wie Muttermilch), andere Kohlenhydrate sind in Pre-Nahrung verboten. Für diese Milch entscheiden sich Mütter, die ihr Kind wie ein Stillkind ernähren möchten: Die Milch hält nicht lange vor, das Baby wird nach Bedarf gefüttert.

1er-Nahrung (Anfangs- bzw. Dauermilch)
Wird von Müttern verwendet, die ihr Baby nach einem bestimmten Rhythmus füttern wollen, also nicht nach Bedarf. Das Eiweiß ist in Menge und Zusammensetzung an die Muttermilch angepasst (adaptiert). Ein Zuviel würde die Nieren belasten (deshalb genau auf die Packungsangaben achten). Diese Milch enthält außer Laktose auch Stärke. Damit sättigt sie besser und hält länger vor. Nachteil der 1er-Nahrung: Sie enthält oft auch andere Zucker (aufgelistet in der Zutatentabelle auf der Packungsrückseite unter "Kohlenhydrate". Dort steht dann "Glucose", "Saccharose", "Fructose", "Maltose", "Maltodextrin"). Im Zeitalter der "dicken Kinder" und "Milchzahnkaries" sollten Babys so spät wie möglich Süßigkeiten kennen lernen.

2er-Nahrung (Folgemilch)
"Braucht man in der Regel nicht", sagt Imke Reese. 2er-Nahrung sättigt zwar besser als Pre- und 1er-Nahrung, enthält aber auch mehr Eiweiß, mehr Mineralstoffe und häufig noch mehr Zucker. Außerdem ist das Eiweiß in der Zusammensetzung nicht mehr an die Muttermilch angepasst. Folgemilch ist deshalb frühestens ab dem fünften Monat geeignet. Vorher würde das Mehr an Eiweiß und Mineralstoffen die Nieren des Babys zu stark belasten. Wenn Sie wie ich nach dem vierten Monat eine Milch suchen, die besser sättigt, weil Ihr Kind zu wenig wiegt oder schon nach zwei Stunden wieder Hunger hat, dicken Sie lieber Pre- oder 1er-Nahrung mit Reisflocken an. Das spart Geld, und Zucker ist auch weniger drin.

3er-Nahrung
Imke Reese sagt, dass man die "wirklich nicht" braucht. Diese Milch ist erst für Babys ab dem achten Monat geeignet, wenn sie längst Brei futtern und nur noch die Morgenmahlzeiten aus einem Fläschchen bestehen sollte. Eine Milch, die noch stärker sättigt als Brei, muss nicht sein.

HA-Nahrung
Ist das Baby gefährdet, eine Allergie zu entwickeln, sollten seine Eltern in Absprache mit dem Kinderarzt im ersten Lebenshalbjahr eine hypoallergene Säuglingsnahrung geben (Pre-HA oder Start HA). Existiert kein erhöhtes Allergierisiko, braucht man nicht vorbeugend auf HA-Nahrung auszuweichen. Auf keinen Fall sollte HA-Nahrung, die etwas bitter schmeckt, nachgesüßt werden. Durch Zucker würde sie zur Kalorienbombe, Honig kann bei Babys sogar zu Vergiftungen (Botulismus) führen.

Zusätze: "Probiotisch", "Prebiotisch", "Bifidus BL", "LCPs", "LC-Pufa"
Milchnahrungen mit diesen Zusätzen verdienen einen Pluspunkt. Denn sie stärken das Immunsystem und die Darmtätigkeit. Wirbt die Packung mit "LC-Pufa" oder "LCPs", deutet das auf ein besonders günstiges Verhältnis von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren hin. Können Sie sich zwischen mehreren Nahrungen nicht entscheiden, ist das ein Kriterium.