Sonnenschutz
 
Gut behütet in die Sonne

Sonne tut gut: Sie macht gute Laune, stärkt das Immunsystem und ist wichtig für den Knochenbau. Aber UV-Strahlen haben auch ihre Schattenseiten, können sogar die Gesundheit schädigen. Die häufigsten Fehler im Umgang mit Sonne(nschutz) - und wie man sie einfach vermeiden kann

Fehler: Einfach keinen Sonnenschutz

Sonnenschutz: Gut behütet in die Sonne
Ein Bad in der Sonne kann erholsam und entspannend sein: ob am Strand, im Gebirge, auf dem Balkon oder im Schwimmbad. Aber zu viel Sonne schadet der Haut. Wer sich ihr zu lange ungeschützt aussetzt, riskiert zunächst einen Sonnenbrand, langfristig Pigmentstörungen, frühzeitige Falten und schlimmstenfalls Hautkrebs. Verantwortlich für die negativen Begleiterscheinungen der Sonne sind ihre UVA-Strahlen, ihre UVB-Strahlen - und nach neuesten Erkenntnissen auch ihre Infrarot- A-Strahlen.

Bis zu einem gewissen Grad kann sich die Haut selbst gegen die gefährliche Wirkung der Sonnenstrahlenschützen. Eigenschutzzeit heißt diese Zeitspanne, die man ungeschützt in der Sonne verbringen kann, ohne mit Hautrötungen zu reagieren. Doch dieser Schutz ist bei jedem Menschen anders. Hier können Sie Ihren Hauttyp und damit Ihre individuelle Eigenschutzzeit bestimmen. Sonnenprodukte reduzieren den in die Haut eindringenden Teil der UV-Strahlung. So kann man auch über die Eigenschutzzeit hinaus in der Sonne bleiben, ohne gleich einen Sonnenbrand zu riskieren. Dabei gibt der Schutzfaktor der Sonnencreme (LSF = Lichtschutzfaktor oder SPF = Sun Protection Factor) an, um welchen Faktor der Eigenschutz der Haut maximal verlängert wird.

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Die grobe Faustregel für den Sonnenschutz

Als grobe Faustformel gilt: Eigenschutzzeit x LSF = geschützte Zeit ohne Sonnenbrand. Wer ohne Sonnenschutz nach zehn Minuten eine Hautrötung bekommt, bekommt sie mit einem LSF 15 erst nach 150 Minuten. Um das Hautkrebsrisiko weiter zu mindern, empfehlen Dermatologen, davon nochmals ein Drittel abzuziehen und sich generell pro Tag niemals länger als zwei Stunden in der prallen Sonne aufzuhalten.

Die Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors richtet sich nach dem Hauttyp und dem (Urlaubs-)Ort. Generell gilt: Je näher am Meer, je höher im Gebirge, je wolkenloser der Tag und je näher am Äquator, desto höher sollte die LSF-Zahl auf dem Sonnenschutzprodukt sein.

Hier können Sie herausfinden, welcher Hauttyp Sie sind.

Empfehlenswerte Sonnenschutz-Produkte:

Aus Apotheke oder Reformhaus:
z. B. von Eucerin, Lavera, Ladival, Weleda, La Roche-Posay, Vichy, Dr. Hauschka, Ilrido

Produkte aus Drogerie oder Parfümerie:
z. B. von Nivea Sun, Ambre Solaire Delial, L’Oral Paris, Lancaster, Piz Buin

Fehler: Kinder und Schwangere nicht richtig schützen

Die Haut vergisst nicht, was man ihr in der Kindheit angetan hat. Deshalb ist Sonnenschutz besonders für Kinder wichtig. Ihre Haut ist empfindlicher als die von Erwachsenen und verfügt noch nicht vollständig über die natürlichen Schutzmechanismen. Außerdem verbringen sie mehr Zeit im Freien und somit in der Sonne. Neueste Untersuchungen zeigen, dass bereits drei schwere Sonnenbrände während der Kindheit ausreichen, um das Hautkrebsrisiko um das Drei- bis Fünffache zu erhöhen.

Dermatologen empfehlen, Babys und Kleinkinder bis zu zwei Jahre überhaupt nicht der direkten Sonnenbestrahlung auszusetzen. Stattdessen das Kind im Schatten liegen oder spielen lassen und auch dort zusätzlich mit leichter Kleidung und Sonnenhütchen schützen. Unterwegs sind Sonnenschirmchen oder -segel für den Kinderwagen nützlich.

Für Kinder ab zwei Jahren gilt:

Auch für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr gilt: Der beste Sonnenschutz ist viel Schatten, vor allem während der Mittagszeit – und das nicht nur im Süden. Dazu kommt die "4-H-Regel": Hut, Hemd, Hose und hoher Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30) auf die unbedeckten Körperteile. Spezielle Sonnenschutzprodukte für Kinder enthalten mineralische Filter wie Zink- oder Titandioxid. Ihre feinen Pigmente gelangen nicht in den Körper, sondern legen sich wie ein Schutzmantel auf die Haut und reflektieren die UV-Strahlen wie kleine Spiegel. Weiterer Pluspunkt: Sie sind meist frei von Parfum und Konservierungsstoffen. Zur Safer-Sun- Ausrüstung für Kinder gehört außerdem eine Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz (zu erkennen am CE-Zeichen). Praktisch und beliebt bei den Kids: Kleidung mit textilem Sonnenschutz und Schwimm-Shortys (z. B. von Speedo oder Hyphen, zu bestellen unter: www.sonnenschuetzer.de).

Was Schwangere beim Sonnenschutz beachten sollten:

Auch für Schwangere gilt, dass sie sich generell nicht der direkten Sonne aussetzen, sondern lieber ein schattiges Plätzchen aufsuchen sollten. Abgesehen vom Hautkrebsrisiko wird so auch der Kreislauf weniger stark belastet. Während der Schwangerschaft ist der Schutz der empfindlichen Gesichtshaut mit hohen Lichtschutzfaktoren besonders wichtig. Bei manchen Frauen kann es durch Sonnenbestrahlung zu einer ungleichmäßigen Pigmentierung kommen, die sich im Gesicht als sogenannte "Schwangerschaftsmaske" zeigt.

Produktempfehlungen:

Produkte mit Mikropigmenten:

  • "Kleinkinder Micropigment Sonnenlotion" von Eucerin (Apotheke)
  • "Für Kinder Sonnenschutz Creme reine Mikropigmente" von Ladival (Apotheke)
  • "Baby und Kinder Sonnenmilch" von Lavera (Reformhaus)
  • "Sonnencreme für Kinder" von Dr. Hauschka (Reformhaus)
  • "Baby Sonnencreme" von Penaten (Drogerie)

Produkte mit chemischen oder kombinierten Filtern

  • "Sonnenmilch für Kinder" von Nivea Sun
  • "Sonnen Milch Kids" von Bübchen
  • "Ambre Solaire Delial Kinder" von Garnier
  • "Anthelios Dermo Kids" von La Roche-Posay (Apotheke)
  • "Sonnen Milch für Kinder" von Ilrido (Apotheke)

Fehler: Sich zu spät eincremen

Eincremen und dann gleich in die Sonne? Das klappt nur mit Sonnenschutz mit mineralischen Filtern. Nachteil: Sie bleiben manchmal als weißlicher Film auf der Haut sichtbar. Chemische Filter brauchen dagegen etwa 30 Minuten, bis sie in die Hornschicht eingezogen sind und dort wirksam gegen UV-Strahlen werden. Neu sind Sonnenlotionen, die sofort wirken: Die UV-Filter sind mit Ölen vermischt, die besonders schnell in die oberste Hautschicht eindringen und so den UV-Schutz direkt nach dem Eincremen aktivieren (z. B. von Nivea Sun, Ladival). Die Südländer machen es vor: Um die Mittagszeit sollten alle raus aus der Sonne - das gilt vor allem für Kinder. Denn zwischen elf und 15 Uhr kann sie bis zu 150-mal intensiver sein als am Morgen oder Abend.

Fehler: Sparen an der falschen Stelle

Zwar sind Sonnenschutzprodukte nicht billig. Trotzdem sollten Sie beim Eincremen nicht zu sparsam sein. Wichtig ist ein gleichmäßiger Schutzfilm auf der Haut. Faustregel: Ein Teelöffel Sonnnencreme fürs Gesicht, zwei Esslöffel pro Ganzkörperanwendung. Und tragen Sie die Creme oder Lotion sanft auf, massieren Sie sie aber auf keinen Fall ein. Studien haben gezeigt, dass nach kräftigem Einmassieren der UV-Filter seine schützenden Eigenschaften verlieren kann. Beim Eincremen die Sonnenterrassen wie Stirn, Nasenrücken, Ohren, Lippen und Fußrücken nicht vergessen, Und: Im Laufe eines Tages unbedingt nachcremen, um den durch Handtuch- bzw. Sandabrieb, Schwitzen oder Baden beschädigten Schutzfilm wiederherzustellen. Dermatologen empfehlen, mindestens alle zwei Stunden neu zu cremen. Aber: Mehrmaliges Cremen verlängert nicht die Schutzzeit!

Fehler: Bei bewölktem Himmel keinen Sonnenschutz verwenden

75 Prozent der UV-Strahlung durchdringen selbst eine dichte Wolkendecke. Auch ein Sonnenschirm oder Bäume schützen nur unvollkommen und machen Sonnenschutz keineswegs überflüssig. Man kann aber zu einem niedrigeren LSF greifen (s. o.). Für kleine und große Wassernixen und Sandburgenbauer gilt: Wasserfeste Sonnenprodukte benutzen, die auch im kühlen Nass oder bei schweißtreibenden Strand- bzw. Spielplatz-Aktivitäten ihre volle Wirkung behalten und nicht zerfließen. Denn die UV-Strahlen der Sonne dringen bis zu einem Meter tief ins Wasser ein. Und Wassertropfen wirken auf der Haut wie Brenngläser, die die Kraft der Sonnenstrahlen vervielfältigen.