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Nach der Geburt Durch Operation zurück zum straffen Bauch?

Schwangerschaft und Stillzeit hinterlassen Spuren am weiblichen Körper - vor allem an Brust und Bauch. Manchmal sind die Veränderungen so stark, dass die Frauen damit nicht leben wollen. Aber wann ist eine Operation sinnvoll?

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Für welche Frau ist eine Brust- oder Bauchstraffung sinnvoll?

Nach der Geburt: Durch Operation zurück zum straffen Bauch?
© thepoo / iStock

Das hängt ganz allein vom persönlichen Leidensdruck ab: Manchen Frauen ist es einfach nicht so wichtig, wenn Bauch oder Brüste etwas erschlafft sind, andere wollen sich damit nicht abfinden. Deshalb gilt: Wenn eine Frau so sehr unter Figurveränderungen leidet, dass sie bereit ist, die Schmerzen, Narben, Risiken und Kosten einer Operation auf sich zu nehmen - dann ist der Eingriff sinnvoll. Um diese Abwägung aber treffen zu können, braucht sie realistische Information von einem verantwortungsvollen Facharzt.

Was passiert bei der Bruststraffung?

Die Bruststraffung dauert etwa zweieinhalb Stunden, sie wird unter Vollnarkose gemacht. Der Chirurg setzt einen Schnitt um die Brustwarze und von da aus senkrecht nach unten bis zur Brustfalte, manchmal auch noch seitlich in die Falte hinein. Danach entfernt er überschüssiges Haut- und Fettgewebe, verankert den Drüsenkörper am Brustmuskel, der unter der Brust verläuft, und strafft beim Vernähen des Schnittes auch noch die Haut. Wenn nötig, wird die Brustwarze nach oben versetzt, damit sie wieder in der Mitte der Brust sitzt.

Wie wird eine Bauchdeckenstraffung gemacht?

Auch für diese Operation wird eine Vollnarkose gegeben, der Eingriff dauert meist ein bis zwei Stunden. In der Regel wird ein größerer, leicht bogenförmiger Schnitt an der Schamhaargrenze gesetzt, die Bauchhaut mit dem dazugehörigen Fettgewebe wird von der Bauchmuskulatur abgetrennt und herabgezogen. Dann wird der Überschuss entfernt und die Haut wieder zusammengenäht. Bei größerem Hautüberschuss muss der Nabel ausgeschnitten und umgesetzt werden, damit er nicht plötzlich zu tief sitzt. Während dieser Operation gibt es auch die Möglichkeit, auseinander weichende Bauchmuskeln zusammenzunähen und die Muskulatur insgesamt zu straffen.

Wann kann man sehen, ob die Operation erfolgreich war?

Schon nach einigen Tagen lässt sich in etwa erkennen, wie die Brüste aussehen werden. Allerdings können sie noch sehr geschwollen sein, Form und Position können sich noch leicht verändern. So kann es zum Beispiel am Anfang wirken, als seien die Brüste zu hoch angesetzt - dies gibt sich aber innerhalb einiger Monate. Nach spätestens einem halben Jahr kann man das endgültige Ergebnis sehen. Ähnliches gilt für die Bauchstraffung.

Welche Risiken können auftreten?

Wenn der Eingriff von einem erfahrenen Operateur in einer gut ausgestatteten Klinik gemacht wird, sind die Risiken gering. Atem- oder Kreislaufprobleme etwa treten nur bei einer von 260.000 Operationen auf. Andere mögliche Komplikationen sind:

  • Nachblutungen. Sie erfordern im (sehr seltenen) schlimmsten Fall eine Nachoperation.
  • Wundheilungsstörungen. Fast immer schließen sich die Wunden auch dann ohne weitere Operation. Allerdings wird die Narbe breiter.
  • Flüssigkeitsansammlungen unter der Bauchdecke. Sie müssen eventuell punktiert werden.
  • Gefühlsstörungen. Die Sensibilität der Brustwarze und anderer Regionen kann auf Dauer vermindert sein.

Wann kommt eine Operation nicht in Frage?

Schwerwiegende andere Erkrankungen oder vorangegangene Thrombosen können eine Operation zumindest zeitweilig unmöglich machen. Problematisch ist es auch, wenn die Patientin hofft, durch den Eingriff endlich rundum glücklich zu werden oder ihre zerrüttete Ehe zu retten. Denn so hohe Erwartungen kann keine Operation erfüllen.

Wie lange dauert es, bis man wieder fit ist?

Wenn der Eingriff am Vormittag stattfindet, sollte die Patientin noch mindestens bis zum Abend des nächsten Tages in der Klinik bleiben. So bezahlt sie nur eine Nacht (und zwei Tage), hat aber Sicherheit und Ruhe. In den ersten Tagen nach dem Eingriff fühlen sich die meisten Frauen geschwächt und haben Schmerzen. Doch dann geht es aufwärts: Fünf bis 21 Tage danach werden die Fäden gezogen, die Wunden sind nach zwei bis drei Wochen verheilt. Schwer heben darf man nach einer Bauchoperation dennoch mindestens sechs Wochen lang nicht. Übrigens: Silikon-Gel, einige Monate lang täglich aufgetragen, hilft, die Narben flach und weich zu halten.

Wie lange sieht man die Narben?

Völlig unsichtbar werden sie nie sein. Aber wenn möglich versteckt der Operateur sie, etwa in der Falte unter der Brust oder, bei der Bauchdeckenstraffung, an der Schamhaargrenze. Wie flach und blass - und damit unauffällig - die Narben werden, kann auch der beste Operateur nicht voraussehen. Auf jeden Fall sollte man sich bei der Planung der Operation Bilder von verschiedenen Narben zeigen lassen, damit man eine realistische Vorstellung bekommt.

Was kostet eine Brust-, was eine Bauchoperation?

Das ist von Klinik zu Klinik verschieden. Es lohnt sich auf jeden Fall, mehrere Angebote einzuholen. Dabei ist aber wichtig, sich genau auflisten zu lassen, was im Preis enthalten ist und was nicht.

Was kann man tun, wenn man mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist?

Das kommt glücklicherweise nicht sehr häufig vor. Die meisten Patientinnen sind zufrieden - vor allem dann, wenn sie vorher gut informiert wurden und wussten, wie viel sie sich von der Operation erhoffen können. Wenn es Grund zur Beschwerde gibt, führt der erste Weg zu dem Arzt, der einen operiert hat. Vielleicht dauert die Heilung nur etwas länger, vielleicht kann er auch nachbessern. Vertraut man diesem Arzt nicht mehr, ist es Zeit, eine zweite Meinung einzuholen, sei es beim Hausarzt oder bei einem anderen Facharzt für Plastische Chirurgie. Findet auch der, dass der Eingriff misslungen ist, legt man den Fall der Schiedsstelle der Landesärztekammer vor. Das ist kostengünstiger als eine private Klage.

Kann man mit einer operierten Brust stillen?

Ja, wenn "stillerhaltend" operiert wurde, was heute fast immer der Fall ist. Allerdings empfehlen Fachleute das Stillen mit einer operierten Brust nicht unbedingt: Da fast immer auch Milchkanäle angeschnitten werden, könnte es sein, dass es beim Stillen zu Verhaltungen im Gewebe kommt und ein Milchstau entsteht. Die meist bessere Variane: Eine Operation erst in Betracht ziehen, wenn die Fmilienplanung abgeschlossen ist.

Kann der operierte Bauch bei einer neuen Schwangerschaft Probleme machen?

Nein. Haut und Muskelgewebe sind sehr dehnbar - sie machen ja auch starke Gewichtszunahme problemlos mit. Trotzdem empfehlen Chirurgen, mit einer Bauchstraffung abzuwarten, bis man die gewünschte Zahl von Kindern bekommen hat. Denn bei einer neuen Schwangerschaft wird der Bauch wieder stark gedehnt - dann war der Eingriff möglicherweise vergebens.

Wie finde ich einen guten und seriösen Schönheitschirurgen?

Möglicherweise kann Ihr Hausarzt oder Ihre Gynäkologin jemanden empfehlen. Wenn Du auf eigene Faust suchst, ist es gut, im Hinterkopf zu behalten: Auf kaum einem medizinischen Gebiet tummeln sich so viele schwarze Schafe wie in der Schönheitschirurgie. Zum Glück gibt es inzwischen Kriterien, die einen seriösen Operateur ausweisen. "Facharzt für Plastische Chirurgie" oder "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" - diese beiden Titel deuten auf eine fundierte, fachbezogene Ausbildung hin. Titel wie "Schönheitschirurg" oder "Kosmetischer Chirurg" kann sich jeder Arzt zulegen, sie sind keine Gewähr für fachliche Kompetenz.
Adressen von Fachärzten in Deiner Nähe erfährst Du zum Beispiel über die "Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen" (VDÄPC).
Auch das Beratungsgespräch gibt Hinweise darauf, ob der Arzt wirklich gut ist. Das ist er, wenn er Dich nicht nur umfassend über Chancen und Risiken der Operation aufklärt, sondern sich auch für Deine Beweggründe und Deine persönliche Situation interessiert. Wenn der Arzt die Operation ausschließlich anpreist, Dich bedrängt oder womöglich sofortige Vorauszahlung in bar verlangt, vergiss ihn! Ein letztes, ebenfalls sehr wichtiges Kriterium ist Dein persönlicher Eindruck: Vertrauen in den Operateur und das Gefühl, verstanden zu werden, tragen maßgeblich zum Erfolg der Operation bei.

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