Durchfall
 
Wann du mit dem Baby bei Durchfall zum Arzt musst

Durchfall beim Baby kann gefährlich werden. Denn bei so kleinen Menschen wirkt sich der Flüssigkeitsverlust besonders gravierend aus. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Durchfall bei Babys und kleinen Kindern.

Durchfall bei Babys und Kleinkindern
Thinkstock, Antek
Inhalt: 
Durchfall beim Baby: die UrsachenWas sind die häufigsten Auslöser für Durchfall bei Babys und Kleinkindern?Durchfall beim Baby: wann zum Arzt gehen?Durchfall beim Baby: Wann kann es gefährlich werden?Brauchen Kinder mit Durchfall Medikamente?Was kann ich tun, wenn mein Kind nicht trinken will?Wie kann man andere Familienmitglieder vor Ansteckung schützen?Wann ist ein Durchfall chronisch?

Durchfall beim Baby: die Ursachen

Durchfall ist ein Symptom, keine Krankheit. Meist stecken Viren oder Bakterien dahinter, die sich im Darm ausbreiten. Die Folgen sind ähnlich wie bei einem Schnupfen: Die entzündete Schleimhaut schwillt an, rötet sich, sondert Wasser und Schleim ab. Im Unterschied zum Schnupfen ist die entzündete Fläche im Darm jedoch viel größer, der Körper verliert wesentlich mehr Wasser und auch große Mengen an lebenswichtigen Mineralstoffen wie Natrium, Kalium und Chlor.
Durchfall kann aber auch andere Ursachen haben. Manche Medikamente, wie Antibiotika beispielsweise, führen zu Durchfall. Stillbabys bekommen häufig dünnen Stuhl, wenn ihre Mutter raucht.

Durchfall kann außerdem eine Begleiterscheinung von Atemwegserkrankungen, Harnwegsinfektionen, Blinddarm- oder Mittelohrentzündungen sein oder auftreten, wenn die Zähnchen durchbrechen. Auch wenn das Kind große Mengen Fruchtsaft trinkt, wird der Stuhlgang flüssig, weil Zucker im Darm Wasser bindet. Durchfall tritt häufig gemeinsam mit Blähungen und Bauchschmerzen auf. Werden Säuglinge gestillt, ist ein sehr weicher und bis zu zehnmal täglich auftretender Stuhl (Muttermilchstuhl) allerdings normal.

Was sind die häufigsten Auslöser für Durchfall bei Babys und Kleinkindern?

80 Prozent aller Durchfälle bei Kindern unter zwei Jahren werden durch Rota-Viren ausgelöst. Auch Noroviren und Adenoviren sind Ursachen für Durchfälle. Charakteristisch sind wässrige Stühle, Fieber und Erbrechen. Die Kinder verlieren rasch sehr viel Flüssigkeit. Ist der Stuhl eher schleimig oder gar blutig, stecken meist Bakterien wie Salmonellen, Campylobakter oder bestimmte Darmbakterien (E-Coli-Bakterien) dahinter.

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Durchfall beim Baby: wann zum Arzt gehen?

Faustregel: Je jünger das Kind, desto schneller muss es zum Arzt. Das heißt nicht, dass man sich sofort auf den Weg machen muss, wenn etwas flüssiger Stuhl in der Windel ist. Es kommt auch auf den Allgemeinzustand des Kindes an: Wenn es lebhaft ist und kein Fieber hat, kann man einen Tag abwarten. "Aber wenn das Kind sein Verhalten ändert, sollte man lieber gleich kommen", rät Dr. Susanne Linder, Kinderärztin in Grafrath bei München. "Beispielsweise wenn es nicht trinkt, nicht isst, wenn es zusätzlich zum Durchfall erbricht, Fieber hat und benommen wirkt."

Durchfall beim Baby: Wann kann es gefährlich werden?

Wenn das Kind zu viel Flüssigkeit verliert, kann es austrocknen. Dr. Susanne Linder empfiehlt deshalb, das Kind gleich nach dem ersten flüssigen Stuhlgang zu wiegen: "Der Arzt hat dann ein Ausgangsgewicht und kann abschätzen, wie viel Flüssigkeit das Baby verloren hat und wie er es behandeln muss." Ein Gewichtsverlust bis fünf Prozent ist meist ungefährlich, trotzdem sollte man das Kind zum Arzt bringen. Mehr als zehn Prozent heißt Alarmstufe rot: Das Kind gehört sofort in die nächste Klinik!

Zeichen für starken Flüssigkeitsverlust sind:

  • Das Kind weint fast ohne Tränen, sein Mund ist trocken.
  • Wenn man an seinem Bauch mit zwei Fingern die Haut hochzieht und loslässt, bleibt eine Hautfalte stehen.
  • Bei Babys sinkt die Fontanelle ein.
  • Das Kind wird schläfrig und reagiert nicht mehr richtig auf Ansprache.
  • Es hat hohes Fieber.
  • Die Windel war über 12 Stunden nicht mehr nass.
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