Ratgeber
 
Gesundheitsmeldungen für Kinder und Jugendliche

Expertengespräch: Macht der Computer die Augen krank?

"Kind, du verdirbst dir die Augen!" Waren es früher die Bücher, die Kinder heimlich unter der Bettdecke lasen, so sind es heute die PCs, die Kinderaugen in Gefahr bringen sollen. Malt da wieder mal jemand den Teufel an die Wand? ELTERN family sprach mit Dr. med. Georg Eckert, Pressesprecher des Berufsverbandes der Augenärzte.

Kinder und Jugendliche sitzen heute oft stundenlang dicht vor einem Bildschirm. Was macht das mit den Augen?
Kinder und Jugendliche haben erstaunlicherweise fast nie Probleme, vielleicht weil sie in den unmöglichsten Haltungen vor dem Bildschirm hocken. Bei jungen Menschen funktioniert aber auch die Befeuchtung des Auges mit Hilfe des Tränenfilms noch sehr gut. Wenn Eltern sehen, dass ihre Kinder Rötungen in den Augen bekommen oder wenn die Kinder darüber klagen, dass ihre Augen jucken und brennen, dann hilft meist folgender Rat: Augen immer wieder mal für einige Sekunden schließen, häufig blinzeln und regelmäßig vom Bildschirm weg in die Ferne schauen.

Können sich Kinder durch ihre Liebe zum Computer die Augen verderben?
Nein. Hat ein Kind eine Veranlagung zu einer Sehschwäche, dann wird diese möglicherweise nun eher offenkundig, denn wer Einschränkungen in seiner Sehkraft hat, dessen Augen sind nicht so anpassungsfähig wie gesunde.

Wie sollte der Bildschirm aufgestellt sein, damit er die Augen nicht zu sehr strapaziert?
Fast alle Benutzer starren waagrecht auf den Bildschirm - und das mögen die Augen nicht. In der physiologischen Blickrichtung nach unten erfolgt der Lidschlag in normaler Frequenz, bei starrem Blick geradeaus seltener. Die Hornhaut wird weniger befeuchtet. Der Bildschirm sollte so abgesenkt sein, dass man quasi runtergucken muss. Trotzdem sollten sich Eltern keine allzu großen Sorgen machen: Vier Stunden berufliche Arbeit scheint Erwachsenen-Augen selbst unter optimalen Bedingungen mehr zuzusetzen als einem jungen Auge eine durchsurfte Nacht.