Kinderarzt-Umfrage
 
So gut sind unsere Kinderärzte!

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Kinderarzt? Das hatten wir Sie gefragt. Die Auswertung unserer Umfrage zeigt Erfreuliches: Zwar wechseln viele einmal den Arzt - haben dann aber den Richtigen gefunden.

Wer hat mitgemacht?

Kinderarzt-Umfrage : So gut sind unsere Kinderärzte!

Über die Hälfte der Mütter, die uns geantwortet haben, sind zwischen 30 und 40 Jahre alt. 36 Prozent der Teilnehmer haben ein Baby zu Hause, gut 34 Prozent ein Kleinkind. Entsprechend befindet sich fast die Hälfte der antwortenden Mütter derzeit in Elternzeit. Fast alle Befragten (93,6 Prozent) leben in einer Partnerschaft. Knapp 46 Prozent wohnen in einer Ortschaft mit 5000 bis 50.000 Einwohnern, 30 Prozent in der Großstadt. Die Zufriedenheit mit dem Kinderarzt ist auf dem Land und in den Städten aber gleich verteilt.
Herzlichen Dank an alle, die sich dafür Zeit genommen haben! 2.021 Fragebögen haben wir ausgewertet und können uns nun ein recht gutes Bild davon machen, wie zufrieden unsere Leserinnen und Userinnen mit ihrem Kinderarzt sind. Die Ergebnisse spiegeln vorwiegend die Online-Befragung wider, denn fast alle Fragebögen wurden am Computer ausgefüllt.

Höchstens fünfmal im Jahr zum Kinderarzt

Von wegen, Eltern seien heute überängstlich und würden bei jedem Pipifax zum Kinderarzt rennen: Der häufigste Grund, der in die Praxis führt, ist unserer Umfrage zufolge eine Vorsorge-Untersuchung. 42 Prozent haben dies angekreuzt. An zweiter und dritter Stelle folgen Erkältungen mit 26 Prozent und Impftermine mit knapp 23 Prozent. Keine große Rolle spielen dagegen Magen-Darm-Geschichten (1,2 Prozent) oder Verletzungen (0,4 Prozent). Die meisten Eltern (51,9 Prozent) suchen drei- bis fünfmal im Jahr oder seltener den Kinderarzt auf.

Termin beim Kinderarzt innerhalb weniger Tage

Die Wartezeiten dort halten sich entgegen dem, was man allgemein über Praxen hört, in Grenzen: Einen Termin bekommen 46,6 Prozent innerhalb weniger Tage, und selbst wer unangemeldet kommt, sitzt zum Großteil (60 Prozent) kürzer als eine Stunde im Wartezimmer. Offenbar gehen eher die Mütter zum Kinderarzt - denn nicht einmal zwei Prozent der Antworten stammten von Vätern. Zu mehr als 98 Prozent haben Mütter den Fragebogen ausgefüllt, der in ELTERN und hier auf www.eltern.de erschienen ist.

89,8 Prozent würden sich wieder für ihren Kinderarzt entscheiden

Gefragt, was sie an ihrem Kinderarzt gut finden, machten unsere Fragebogen-Teilnehmerinnen ihre Kreuzchen bei "ruhig und gelassen" (78,3 Prozent), "souverän und kompetent" (75,3 Prozent), "nett" (72,6 Prozent), "untersucht mein Kind gründlich" (70,1 Prozent), "hat ein sehr nettes Team" (57,8 Prozent), "macht nichts über meinen Kopf hinweg" (54,9 Prozent). Nur verschwindend wenige, nämlich 0,7 Prozent, bemängeln, dass "nichts davon" auf ihren Doc zutreffe. Sensationelle 89,8 Prozent der Einsender würden sich wieder für ihren Arzt entscheiden. Erstaunlich - und gleichzeitig verständlich, wenn man liest, wie sie sich nach den Besuchen in der Kinderarztpraxis fühlen: beruhigt und zuversichtlich (69,5 Prozent), gut informiert (50,7 Prozent) und unterstützt (43,3 Prozent).

Gründe für den Kinderarzt-Wechsel

Immerhin haben aber auch 26,9 Prozent der Frauen, die an unserer Umfrage teilnahmen, schon einmal einen neuen Pädiater gesucht (7,2 Prozent mehrfach). Hauptgrund (60,4 Prozent): Unzufriedenheit mit dem Arzt. Den einen waren die Wartezeiten zu lang, andere ärgerten sich, der Arzt sei nicht nett genug gewesen, wieder andere kritisieren die medizinische Ausrichtung des Arztes (z. B. reine Schulmedizin, nur Homöopathie). Am meisten aber störte die Frauen, die den Arzt gewechselt hatten, dass

  • sie sich nicht sicher waren, dass ihr Kind medizinisch optimal behandelt wurde (59,9 Prozent);
  • ihre Fragen vom Arzt nicht zufriedenstellend beantwortet wurden (58,5 Prozent);
  • der Arzt nicht genug Zeit für sie und ihr Kind hatte (58 Prozent).

Keine Zeit, alles zur Sprache zu bringen?

Offensichtlich geht es auch anders: Knapp 56 Prozent geben an, dass sich der Arzt immer genug Zeit nimmt für sie und das Kind. 11,8 Prozent der antwortenden Mütter lassen ihr Kind in einer Gemeinschaftspraxis betreuen. Doch trotz mehrerer Ärzte wird es offenbar auch dort oft eng: Viele Mütter trauen sich wegen des Zeitdrucks in der Praxis nicht, alles zur Sprache zu bringen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Manche kommen sich abgefertigt vor. Nach der Geburt eines zweiten Kindes steigt offenbar die Selbstsicherheit - häufig haben sich Mütter dann einen neuen Kinderarzt gesucht.

Männliche Kinderärzte sind beliebter

Was uns überrascht hat: Mehr als die Hälfte der Mütter, die unseren Fragebogen ausgefüllt haben, bringen ihr Kind zu einem Arzt (53,5 Prozent) und nicht zu einer Ärztin (34,7 Prozent). Obwohl es nicht viel mehr männliche als weibliche Pädiater mit eigener Praxis gibt. Das Verhältnis liegt laut Berufsverband bei 2903 zu 2761. Die Ergebnisse unserer Umfrage lassen den Schluss zu, dass männliche Kinderärzte kommunikativer sind und häufiger und detaillierter erläutern, was sie machen.

Junge Kinderärzte erklären mehr

Die Gesprächigkeit der Mediziner scheint allerdings mit dem Alter abzunehmen: Kinderärzten zwischen 30 und 40 Jahren bescheinigen 53,6 Prozent, dass sie beim Untersuchen und Behandeln erklären, worum es geht und was sie gerade tun. Bei Pädiatern zwischen 50 und 60 Jahren kreuzen dies nur noch 45 Prozent der Befragten an. Kinderarzt und Eltern – alles in allem eine gute Beziehung, lässt sich unserer Umfrage entnehmen. Umso mehr, als die Menschen mit ihrem Kind wirklich zum Kinderarzt und nicht zum Hausarzt oder Heilpraktiker gehen. Wenn es um Kindermedizin geht, haben die Fachleute die Nase vorn: 96 Prozent der Befragten vertrauen in gesundheitlichen Fragen, die ihr Kind betreffen, auf einen Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin - und gehen nicht etwa zum Hausarzt. Das finden wir sehr vernünftig.