Hausstaubmilben
 
Allergie: Der Feind im Kinderbett

Vieles hängt vom Erbgut ab

Warum aber reagieren manche Kinder allergisch und andere nicht? "Ob ein Kind Allergiker wird, hängt vor allem vom Erbgut ab", sagt Dr. Rüdiger Szczepanski, Oberarzt und Allergologe am Kinderhospital Osnabrück. Haben Mutter und Vater keine Allergien, beträgt das Risiko ihres Kindes, allergisch gegen irgendetwas zu werden, fünf bis 15 Prozent. Sind beide Eltern Allergiker, steigt es auf 40 bis 60 Prozent und lässt sich nur dann minimal reduzieren, wenn man das Kind keinerlei Tabakrauch aussetzt.

Erste Anzeichen? Direkt zum Arzt

Am besten geht man schon bei den ersten allergischen Symptomen mit dem Kind zu einem Kinder- und Jugendarzt, der auch allergologisch tätig ist. Der erstellt zunächst mithilfe der Eltern die Anamnese (Krankengeschichte) des Kindes und testet dann, ob eine Allergie vorliegt. Meist mit einem der beiden folgenden Tests:

  • Pricktest: Dabei werden Lösungen mit den häufigsten Allergenen, z. B. Gräserpollen, Beifußpollen, Hausstaubmilbe, auf den Kinderarm getropft und dann die Haut unter dem Tropfen leicht angepikst, damit das Allergen eindringen kann. Das hört sich schmerzhaft an, ist es aber nicht. Reagiert das Kind auf die Hausstaubmilbe, bildet sich an der entsprechenden Stelle seines Arms eine dicke, oft juckende Quaddel.
  • Bluttest: Eine Blutprobe des Kindes wird in einem Labor auf Antikörper gegen diverse Allergene untersucht. Dieser Test ist zwar nicht immer hundertprozentig sicher, aber vor allem für kleinere Kinder geeignet, denen man den deutlich zeitaufwendigeren Pikstest nicht zumuten will.

Die richtige Therapie

Allerdings: Reagiert das Kind beim Test auf Hausstaubmilben, heißt das erst mal nur, dass es sensibilisiert ist. Zu einer Allergie- Diagnose wird das Testergebnis erst dann, wenn die Beschwerden, unter denen das Kind leidet, genau dazu passen. Wobei die Zuordnung häufig nicht ganz einfach ist. Gibt es weiter Zweifel, hilft ein sogenannter Provokations test, bei dem Hausstaubmilbenextrakt direkt auf die Nasenschleimhaut des Kindes aufgetragen wird. Schwillt sie zu, ist die Sache klar. Dann wird über die richtige Therapie nachgedacht. Dabei kommt es im Wesentlichen auf drei Maßnahmen an:

  • 1. Die Allergene meiden. Sprich: das Kinderzimmer so gestalten, dass sich die Milben dort nicht wohlfühlen. Tipps dazu findern Sie in unserer Bildershow.
  • 2. Medikamente einnehmen, die die allergischen Beschwerden wirksam lindern. Dazu gehören in erster Linie sogenannte Antihistami nika, antiallergische Nasen- und Augentropfen, leicht cortisonhaltiges Nasenspray sowie - bei Asthma - geeignete Präparate, die die Atemwege erweitern und die Entzündung in den Bronchien abklingen lassen.
  • 3. Eine Spezifische Immuntherapie (SIT) machen. Dazu rät der Arzt vor allem, wenn die anderen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen. Diese Therapie, auch Hyposensibilisierung genannt, ist die einzige derzeit existierende Möglichkeit, die Ursache der Allergie zu behandeln. Dabei bekommt das Kind das Hausstaubmilbenallergen unter die Haut gespritzt. Und zwar in steigender Dosierung. Erst wöchentlich, dann monatlich. Rund drei Jahre lang. Ziel der Therapie ist es, den Körper an das Allergen zu „gewöhnen“, damit er nicht mehr oder zumindest nicht mehr so stark darauf reagiert. Je früher man mit der SIT beginnt, desto besser wirkt sie. Dr. Szczepanski rät deshalb, "mit dieser Methode nicht zu lange zu warten". Im Idealfall bekommen die kleinen Patienten die erste Spritze mit etwa sechs Jahren. Noch früher könnte man mit der sogenannten sublingualen SIT beginnen, bei der das Kind das Allergen unter die Zunge getropft bekommt. „Weil aber ausreichende Erfahrungswerte dazu fehlen, wird diese Methode bislang nicht empfohlen“, so Dr. Szczepanski. Nach der SIT geht es den meisten kleinen Patienten deutlich besser: Bei etwa 70 Prozent sind die Symptome nicht mehr so ausgeprägt oder sogar ganz verschwunden. Gleichzeitig sinkt das Risiko, an allergischem Asthma zu erkranken.

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