Erkältung
 
Weg mit dem Husten

Regen, Wind, kalte Füße - wenn der nasse Herbst einsetzt, steigt auch die Gefahr, dass sich Ihr Kind einen Husten einfängt. Wie man ihn lockert und lindert. Und wann der Arzt helfen muss.

Husten ist der häufigste Grund, warum Eltern ihr Kind zum Arzt bringen, Ursache sind meist Erkältungen: Sie bewirken, dass sich die Schleimhaut in den Atemwegen entzündet und mehr Schleim produziert - den der Körper mit Hustenstößen loszuwerden versucht.

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Das lockert den Schleim

Schleimlösende Hustensäfte; sanftes Beklopfen des Rückens; Brust- und Halswickel - zum Beispiel mit heißem Wasser, heißer Zitrone, Butter, Schmalz, Quark oder zerdrückten, heißen Pellkartoffeln; Inhalieren mit Wasserdampf.
Tipp: Damit sich das Kind beim Inhalieren nicht verbrüht, die Schüssel mit dem heißen Wasser ins Waschbecken stellen und das Kind zum Inhalieren auf den Schoß nehmen.

Das feuchtet die Atemwege an

Inhalieren mit Wasserdampf; viele warme Getränke trinken; (Husten-)Bonbons - sie kurbeln die Speichelproduktion an (Tipp: nichts für Kleinkinder - Verschluckgefahr!); Befeuchten der Raumluft mit nassen Handtüchern auf Heizkörpern und Wäscheständern.

Das erleichtert das Atmen

Im Bett den Oberkörper erhöht lagern.

Jetzt brauchen Sie einen Arzt

Für hustende Babys und Kleinkinder in jedem Fall, denn ihre Bronchien haben einen geringen Durchmesser und verstopfen leicht. Außerdem fehlt so kleinen Kindern die Kraft, ihre Atemwege mit kräftigen Hustenstößen zu entlasten. Ebenfalls zum Arzt gehören Hustenkinder, die

  • sehr schwach sind


  • hohes Fieber haben


  • hörbar und angestrengt atmen


  • weiter husten, obwohl ihre Erkältung schon einige Zeit her ist.

Wann gilt Husten als chronisch?

Nach etwa sechs Wochen. Manchmal stecken dann ernstere Ursachen dahinter - Asthma zum Beispiel, ein Fremdkörper in den Atemwegen oder eine hartnäckige Entzündung in den Nebenhöhlen. Meist aber entpuppt sich der Dauerhusten als eine Art Dauerinfekt: Das Kind ist so oft erkältet, dass ein Husten unbemerkt in den nächsten übergeht.

Übrigens: Bis zu zwölf Infekte pro Jahr gelten bei Kindern noch als normal! Zu Dauerhusten kommt es auch,wenn sich der ehemalige Erkältungshusten in Reizhusten verwandelt. Das kann passieren, wenn die Hustenrezeptoren bzw. die gesamte Atemwegsschleimhaut infolge einer Erkältung besonders empfindlich bleiben.

Was hilft bei Reizhusten?

Hustenstiller aus der Apotheke mit Wirkstoffen wie beispielsweise Clobutinol, Pentoxyverin oder Dextromethorphan. Obwohl die meisten dieser Mittel nicht verschreibungspflichtig sind, besser erst mit dem Kinderarzt reden, bevor man sie einsetzt. Nur auf Rezept gibt es die Superwaffen gegen Reizhusten: Mittel, die die Betäubungsmittel Codein oder Noscapin enthalten und vorübergehend das Hustenzentrum im Gehirn lahm legen.Weil sie auf Dauer abhängig machen, darf man solche Mittel nur zwei bis drei Tage lang einnehmen.

Übrigens: Ätherische Öle zum Inhalieren und Einreiben sind überflüssig. Sie reizen Haut und Schleimhaut und provozieren Allergien. Speziell Kampfer, Cineol und Menthol sind für Kinder absolut tabu.

So hilft die Homöopathie

  • Bei rasselndem, lockerem Husten, den feuchtes Wetter verschlimmert: Ipecacuanha.
  • Gegen trockenen Husten, der durch kalte Getränke besser wird: Bryonia.
  • Bei Heiserkeit und bellendem Husten, vor allem nachts: Spongia.
  • Wenn das Kind sehr weinerlich ist und im Freien weniger hustet als drinnen: Pulsatilla.
  • Bei Reizhusten – vor allem im Liegen und nach Mitternacht: Drosera.

Dosierung: Alle Mittel in D6-Potenz verwenden und anfangs stündlich drei Globuli geben. Ab dem zweiten Tag drei Mal fünf - so lange, bis der Husten deutlich besser ist.