Hüftdysplasie beim Baby
 
So klein und schon Hüftprobleme?

Eine Hüftdysplasie beim Baby - das ist gar nicht so selten. Eine solche Fehlbildung der Hüfte sollte unbedingt korrigiert werden. Screening und moderne Therapien helfen, Spätfolgen zu verhindern. Wie man Babys mit Hüftproblemen heute helfen kann, erfahren Sie hier.

Hüftdysplasie beim Baby - was ist das eigentlich?

Hüftdysplasie beim Baby: So klein und schon Hüftprobleme?

Etwa vier Prozent der Babys kommen mit einer Fehlbildung der Hüfte zur Welt. Diese "Hüftdysplasie" ist damit das häufigste orthopädische Problem: Die Gelenke sind nicht genug ausgeformt, die Hüftgelenkpfanne ist zu flach und kann deshalb dem Kopf des Oberschenkelknochens nicht genug Halt bieten. Bei Belastung drückt dieser Hüftkopf an den falschen Stellen gegen die Gelenkpfanne. Die Folgen spürt man je nach Schwere der Hüftdysplasie im Teenageralter, vielleicht auch erst 20 Jahre später oder in der zweiten Lebenshälfte. Durch die falsche Belastung nutzt sich der Gelenkknorpel ab - Gehen, Laufen, Rennen, Tanzen schmerzen immer mehr, bis - im schlimmsten Fall - nur noch ein künstliches Hüftgelenk helfen kann.
So weit muss es nicht kommen. Wird die Hüftreifestörung schon beim Baby entdeckt, bestehen beste Chancen auf Heilung. Seit 1996 ist deshalb das Hüftscreening Teil der Vorsorge. Kinderärzte sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass bei jedem Baby spätestens während der dritten U-Untersuchung (U3) die Hüften per Ultraschall untersucht werden.
Warum es zu dieser Hüftreifestörung im Mutterleib kommt, ist noch nicht ganz geklärt. Man weiß jedoch, welche Kinder besonders betroffen sind: neben Mehrlingen und Babys, die im Mutterleib falsch herum saßen (Beckenendlage), vor allem Mädchen! Sie haben fünfmal häufiger eine Hüftdysplasie als Jungen. Das liegt an den Hormonen, die im letzten Schwangerschaftsdrittel den Körper der Mutter auf die Geburt vorbereiten. Auf Jungen haben sie keine Auswirkungen, bei ungeborenen Mädchen aber bewirken diese Hormone dasselbe wie bei schwangeren Frauen: Der Hüftgürtel wird weich, und die Hüftgelenkkapsel lockert sich. Dadurch fehlt es am nötigen Druck im Hüftbereich.
Ob schwach oder stark ausgeprägt: Damit die Hüften nachreifen können, müssen die Oberschenkel in die Position gebracht werden, die sie normalerweise im Mutterleib einnehmen - gebeugt und leicht gespreizt. Erreicht wird das mit Beuge-Spreiz-Schienen, die das Baby eine Zeit lang rund um die Uhr tragen muss. Aus den meisten kann man das Kind zum Wickeln, Waschen, Baden herausheben. Insgesamt gibt es mehrere 100 Varianten von Nachreifehilfen. Die bekannteste Schiene ist die sogenannte Spreizhose.
Den Eltern der kleinen Patienten gefallen sie alle nicht. Sie wollen, dass ihr Baby nach Herzenslust strampeln kann und nicht in so ein "Geschirr" geschnallt wird. Zwar akzeptieren sie, dass ihr Kind die Behandlung mit diesem Ding braucht. Trotzdem bleiben Sorgen und Fragen. Auf zehn der häufigsten haben wir hier die Antworten zusammen gestellt - klicken Sie einfach auf den entsprechenden Link:

Fachliche Beratung: Dr. Oliver Eberhardt, Oberarzt in der Orthopädischen Klinik im Klinikum Stuttgart-Olgahospital, Dr. Wolfgang Remus, Orthopäde in München

singlePlayer
zurück 123 .. 5 .. 9 .. 11