Gesundheit
 
Neurodermitis: Endlich wieder Schmusehaut

Die Haut ist trocken, schuppig, gerötet und wird auch durch intensive Pflege nicht mehr zart - das kann Neurodermitis sein. Neurodermitis ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Zum Glück lässt sich die Hautkrankheit fast immer gut behandeln.

Babygesicht
iStock, brusinski

Hinweise auf Neurodermitis

Gelegentlich entwickelt sich die Neurodermitis erst im Jugend- oder im Erwachsenenalter, am häufigsten taucht sie jedoch im ersten Lebensjahr auf. Sie sieht zunächst meistens harmlos aus: Die Haut fühlt sich an scharf begrenzten Stellen, rau, trocken und schuppig an. Sie rötet sich, juckt und wird trotz intensiver Pflege nicht wieder zart.

Bei älteren Kindern befällt das Ekzem die Haut an Handgelenken und Fußrücken, in Ellenbeugen und Kniekehlen. Bei Säuglingen beginnt die Krankheit häufig mit Milchschorf, vor allem an Hals und Gesicht, manchmal auch am Oberkörper. Auf der trockenen Haut bilden sich dann weißliche Schuppen. Auch Einrisse am Ohrläppchenansatz und an den Mundwinkeln sowie entzündete Hautfalten hinter den Ohren können bei Babys ein Hinweis auf Neurodermitis sein. Die Ekzeme entstehen durch zu viele weiße Blutkörperchen an den Neurodermitisstellen, die die Haut reizen und sie überreagieren lässt.

Neurodermitis darf nicht mit Schuppenflechte verwechselt werden, Schuppenflechte tritt bei kleineren Kindern kaum auf. Außerdem sehen die Ekzeme der Schuppenflechte anders aus und treten an anderen Stellen des Körpers auf.

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Woher kommt Neurodermitis bei Kindern?

Neurodermitis hat genetische Ursachen. Sind Eltern oder Geschwister davon geplagt, hat ein Baby ein erhöhtes Risiko, die Anlage für diese Krankheit ebenfalls in sich zu tragen. Allerdings sind 30 Prozent der Kinder mit Neurodermitis genetisch unauffällig.
Trotzdem ist Neurodermitis keine klassische Erbkrankheit. Denn ob bei einem genetisch belasteten Kind diese Krankheit ausbricht, hängt immer auch von äußeren Faktoren wie Stress, Nervosität, Nahrungsmittelallergien oder allergische Reaktionen auf Kleidung und mehr ab. Eltern können daher einiges tun, um ihr Kind vor Neurodermitis zu schützen.

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Wie kann man Neurodermitis vorbeugen?

  • Die Kraft der Muttermilch nutzen. Wenn Neurodermitis in der Familie vorkommt, sollte der Säugling vier bis sechs Monate gestillt werden. Stillen kann den Ausbruch von Neurodermitis zwar nicht unbedingt immer verhindern. Wenn sie aber ausbricht, geschieht das bei gestillten Kindern immerhin später und meist nicht in so heftiger Form.
  • HA-Nahrung als Alternative einsetzen. Als Alternative zum Stillen eignet sich hypoallergene Babynahrung (Apotheke). Ihre Eiweißanteile, die als Allergene wirken können, sind inaktiviert worden.
  • Erst spät zufüttern. Ideal ist es, wenn Säuglinge erst ab dem sechsten Lebensmonat Beikost bekommen. Fügen Sie dem Speiseplan am besten immer nur ein neues Lebensmittel alle ein bis zwei Wochen hinzu und probieren Sie aus, ob Ihr Baby die neue Kost gut verträgt. Starke Allergene wie Kuhmilch, Eier oder Zitrusfrüchte sollten Babys im ersten Jahr gar nicht essen.
  • Nicht rauchen. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Mütter keinesfalls rauchen. Der Tabak und seine Zusatzstoffe erhöhen das Risiko für den Ausbruch der Erkrankung.


  • Hier finden Sie weitere Informationen zur Behandlung von Neurodermitis.

    Neurodermitis Informationen auf curado.de

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Wie gehen Eltern mit Neurodermitis um?

Der Umgang mit Neurodermitis ist schwierig. Die Krankheitsschübe können ohne Grund kommen und es gibt immer wieder Zeiten, in denen die Haut in Ordnung ist. Es braucht viel Geduld, die jeweiligen Auslöser für einen Schub zu finden, denn bei jedem Kind sind es andere.
Und: Neurodermitis verschwindet selten nach ein paar Monaten. Das zu akzeptieren dauert zwar, schützt aber davor alle Hoffnung in "Wundermittel" zu stecken.

Wichtig: Ekzemkinder benötigen viel Geduld, Zuwendung, Zeit und Unterstützung. Besonders die Mütter sind durch die Krankheit oft stark belastet. Die Angst, etwas falsch zu machen, führt manchmal zu einer Überbehütung des Kindes. Ein Übermaß an Mitleid und Fürsorge kann die Entwicklung des Kindes jedoch verzögern. Gut ist es, dem kranken Kind nur soviel zu helfen wie nötig und es nicht übermäßig zu bedauern.

Eltern, die wegen der blutig gekratzten Haut ihres Kindes von ihrer Umwelt schief angesehen werden, sollten sich immer wieder klar machen: An der Krankheit sind weder Sie noch Ihr Kind "schuld"! Gespräche mit anderen betroffenen Eltern in Selbsthilfegruppen können dabei helfen, mit den eigenen widersprüchlichen Gefühlen besser fertig zu werden.



Weitere Infos zu Neurodermitis finden Sie hier:

Interview: Die Mutter eines Neurodermitis-Kind erzählt über die Krankheit

Neurodermitis-Online-Portal: www.jucknix.de

Neurodermitis-Online-Portal: www.neurodermitis.net

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