Organspende
 
Eine Spende für ein neues Leben

Organspenden sind knapp - vielleicht auch deshalb, weil viele Menschen nicht richtig darüber Bescheid wissen. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie häufig werden Kindern Organe verpflanzt?

Organspende: Eine Spende für ein neues Leben

Jedes Jahr wird in Deutschland zwischen 160 und 180 Kindern und Jugendlichen das gesunde Organ eines verstorbenen Spenders eingepflanzt. Am häufigsten sind das Leber und Niere. Herztransplantationen sind seltener (zwischen 20 und 40 jedes Jahr). Und nur einige wenige Patienten bekommen eine Lunge oder eine Bauchspeicheldrüse. Rund 60 Patienten unter 16 Jahre erhalten jährlich von einem lebenden Spender (meist ist das ein Elternteil) eine Niere oder einen Teil der Leber.

Muss ich mich untersuchen lassen, bevor ich den Spenderausweis ausfülle?

Nein, eine Untersuchung ist weder notwendig noch sinnvoll, da sich der gesundheitliche Zustand eines Menschen fortwährend ändern kann.

Werden Organspender registriert?

Nein, in Deutschland gibt es kein Organspenderregister. Es genügt, wenn Sie Ihren Ausweis ausfüllen und diesen stets bei sich tragen.

Gibt es eine Altersgrenze für Organspender?

Nein, allein das biologische Alter entscheidet.

Können auch Jugendliche schon einen Organspendeausweis ausfüllen?

Ja, laut Transplantationsgesetz können Minderjährige ihre Bereitschaft zur Organspende ab dem 16. Lebensjahr und ihren Widerspruch ab dem 14. Lebensjahr erklären. Eine Einwilligung der Eltern ist nicht notwendig.

Welche Organe kann ich spenden?

Folgende Organe können derzeit nach dem Tod gespendet und übertragen werden: Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm und Teile der Haut.
Außerdem können folgende Gewebe gespendet werden: Hornhaut der Augen, Herzklappen und Teile der Blutgefäße, des Knochengewebes, des Knorpelgewebes und der Sehnen.

Kann ich mich auch dafür entscheiden, nur bestimmte Organe zu spenden?

Ja. Sie können dies im Organspendeausweis entsprechend eintragen.

Weiß die Empfängerin oder der Empfänger des Organs, wer es gespendet hat?

Nein, Organspenden sind anonym. Auf Wunsch des Spenders wird ihm aber über die Deutsche Stiftung Organtransplantation mitgeteilt, ob die Transplantation erfolgreich verlaufen ist.

Wie vielen Menschen kann ich als Organspender helfen?

Ein verstorbener Organspender kann oft drei Empfängern das Leben retten, da durchschnittlich drei Organe entnommen werden können. Die Spenderorgane müssen binnen weniger Stunden zu den jeweiligen Transplantationszentren gebracht werden, in denen die Empfänger schon für den Eingriff vorbereitet werden.

Was ist mit der Sorge, dass der Tod zu schnell (und fälschlicherweise) festgestellt wird?

Die Deutsche Stiftung Organspende schreibt dazu: "Der Tod muss (...) durch vollständigen, irreversiblen Ausfall der gesamten Gehirntätigkeit (Hirntod) eingetreten sein, bei gleichzeitiger künstlicher Aufrechterhaltung von Atmung und Kreislauf. Er muss von zwei unabhängigen erfahrenen Ärzten nach den Richtlinien der Bundesärztekammer zur Hirntod-Diagnostik festgestellt worden sein."

Wo bekomme ich einen Organspendeausweis?

Sie können ihn zum Beispiel auf der Internetseite der Deutschen Stiftung Organtransplantation herunterladen: Organsoendeausweis
Oder beim Infotelefon Organspende unter der Nummer 0800-9040400. Auch bei Apotheken, Krankenhäusern und Einwohnermeldeämtern sowie in Arztpraxen können Sie einen Organspendeausweis bekommen.

Gibt es spezielle Kliniken für Organverpflanzungen?

Rund 50 Krankenhäuser, vorwiegend Universitätskliniken, führen Organverpflanzungen durch. Die Zulassung als Transplantationszentrum ist gesetzlich geregelt. Die Kosten für eine Transplantation trägt die Krankenkasse des Organempfängers.

Wie groß ist der Bedarf an Organen?

Die Nachfrage nach Spenderorganen ist drei Mal höher als die Zahl der zur Verfügung stehenden Organen: Derzeit warten in Deutschland 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation. Übertragen werden können jedoch nur etwa 4.000 Organe.

Was genau steckt hinter der jetzt beschlossenen Neuregelung der Organspende?

In Deutschland ist der Bedarf an Spenderorganen deutlich höher als die Anzahl der Menschen, die einen Organspendeausweis besitzen. Damit sich künftig mehr Bürger entscheiden, nach ihrem Tod ihre Organe zur Verfügung zu stellen, haben sich jetzt alle Fraktionen des Bundestags auf einen Gruppenantrag zur so genannten "Entscheidungslösung" geeinigt.

Sobald das Gesetz verabschiedet ist, sollen deshalb alle Erwachsenen in Deutschland von ihrer Krankenkasse - egal, ob privat oder gesetzlich - angeschrieben werden. Das Schreiben soll sie über das Thema informieren und gleichzeitig ihre Bereitschaft, Organspender zu werden, abfragen. Dabei soll es neben den Antwortmöglichkeiten "Ja" und "Nein" auch die Möglichkeit geben, bestimmte Organe ausschließen zu können.

Um keinen Druck auf die Bürger auszuüben, wird es keine Nachfassaktion geben. Wer den Brief also einfach wegwirft, muss nicht mit einem unangenehmen Anruf rechnen - wohl aber damit, dass die Krankenkassen zwei Jahre später erneut flächendeckend ein solches Schreiben verschicken.

Neben dem bisherigen Spendeausweis soll es künftig übrigens auch möglich sein, den Status als Organspender auf dem Chip der elektronischen Gesundheitskarte eintragen zu lassen - und zwar in einem gesonderten Bereich.

Wo kann ich mich weiter zum Thema "Organspende" informieren?

Alle Fragen rund um das Thema werden Ihnen zum Beispiel auf dieser Seite beantwortet: www.fuers-leben.de
Weitere Informationen auch unter www.dso.de, www.kiohilfe.de, www.eurotransplant.org
Viele bewegende Geschichten von Menschen, die dank einer Organspende ein zweites Leben geschenkt bekommen haben, können Sie hier nachlesen.