Haltungsfehler
 
Immer mehr Kinder leiden unter Rückenschmerzen

Kind auf den Schultern seines Vaters, Drachen fliegen
iStock, AleksandarNakic

Was sind die häufigsten Störungen bei Bewegungsmangel?

  • Sitzbuckel oder Rundrücken (Kyphose): Der obere Teil der Wirbelsäule ist nach hinten gebogen, der Brustkorb kann sich nicht richtig entwickeln, die Lungen wachsen nicht normal.
  • Hohlrücken (Lordose): Der mittlere Teil der Wirbelsäule ist zu stark nach vorn gebogen, Kreuzschmerzen im späteren Alter sind unausbleiblich.
  • Übergewicht: Wer extrem viel sitzt, setzt Pfunde an.

Wie lassen sich Haltungsschäden behandeln?

Kinderärzte setzen zur Behandlung auf verstärkte Bewegung

Eine möglichst frühe Behandlung ist auch deshalb so wichtig, weil Haltungsfehler sich im Erwachsenenalter oft rächen: Neben chronischen Schmerzen können auch erhöhte Stressanfälligkeit, Abnahme der motorischen Fähigkeiten und Konzentrationsschwäche zu den Folgen gehören.

Bei der Behandlung ihrer jungen Patienten setzen so gut wie alle Kinderärzte offenbar auf verstärkte Bewegung. Auch der KKH-Vorstandsvorsitzende Ingo Kailuweit fordert als Reaktion auf die Ergebnisse der Studie, den Schulsport zu verbessern. Zum einen seien die durchschnittlichen zwei Stunden pro Woche nicht ausreichend. Zum anderen plädiert Kailuweit dafür, im Schulsport auf Noten zu verzichten, um Kindern so mehr Spaß an der Bewegung zu vermitteln.

Eine im Jahr 2005 veröffentliche britische Studie setzt neben einer verbesserten Beweglichkeit auch auf ein gezieltes Training der Bauchmuskulatur. Schon relativ einfache Übungen wie Rumpfbeugen zeigen nach Einschätzung der Forscher eine positive Wirkung auf den kindlichen Halteapparat. Denn häufig liege die Ursachen für die Rückenbeschwerden in einer schwachen Bauch- und Rumpfmuskulatur. Zudem wären viele Kinder kaum noch in der Lage, Wirbelsäule und Hüften eingeschränkt zu bewegen - einfach, weil sie sich viel zu wenig körperlich betätigen. Abhilfe schaffen daher alle Spiele, bei denen das Kind seine Muskeln vielfältig beansprucht: Ziehen, Klettern, Stützen, Klettern, Hangeln, Rollen oder Schwimmen. Gleichgewichtsübungen wie das Balancieren auf Baumstämmen oder Ähnlichem sind ebenfalls haltungsfördernd.