Entspannung
 
Schlafprobleme bei Schulkindern

Schlaf im Grundschulalter: Lerche oder Eule?

Tatsächlich schlafen die meisten Grundschulkinder abends schnell und mühelos ein und durch, tagsüber sind sie fit und ausgeschlafen - auch weil Kinder in diesem Alter nie das Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf haben (es sei denn, sie sind krank). Spannend ist diese Zeit trotzdem. Denn jetzt zeigt sich, ob ein Kind eher ein Frühaufsteher, eine sogenannte "Lerche", oder ein Nachttyp, eine sogenannte "Eule", ist. Diese Einschätzung ist deshalb so wertvoll, weil die innere Uhr, die den individuellen Rhythmus bestimmt, ein Leben lang bestehen bleibt. Wird sie zu oft gestört, schadet das der Gesundheit und dem Wohlbefinden.

Grundschüler schlafen schlechter als erwartet

Ein überfordertes Kind weiß nur selten, warum es sich schlecht fühlt

Und auch sonst raten Schlafexperten Eltern, sehr genau hinzusehen, wenn es um den Schlaf ihres Grundschülers geht. Die bundesweit erste umfassende Studie zum Schlafverhalten von Grundschülern hat unter anderem ergeben, dass sie schlechter schlafen, als ihre Eltern annehmen. Laut Eltern-Einschätzung leiden 28 Prozent der Viertklässler manchmal bis häufig unter Einschlafstörungen. Die befragten Viertklässler beurteilen ihre Lage aber deutlich schlechter: 45 Prozent können schwer einschlafen. 40 Prozent haben zudem Albträume, 25 Prozent sind tagsüber müde. "Die Folgen können traurigdepressives Verhalten, Hyperaktivität und sicherlich auch schlechtere Schulleistungen sein", erklärt der Initiator der Studie, Dr. Alfred Wiater.

Die Ursache für den schlechten Schlaf ist Stress: Prüfungsängste, Streit mit Freunden oder in der Familie, verplante Nachmittage üben großen Druck auf Grundschüler aus. In Watte packen lassen sie sich trotzdem nicht. Was also tun?

"Machen Sie Ihr Kind stark!", sagt Professor Alfred Lohaus von der Uni Bielefeld. Und: "Entspannung allein genügt nicht." Der erste Schritt raus aus der Überforderung heißt in dem von Lohaus entwickelten Anti-Stress-Training für Grundschüler: Stress erkennen lernen. "Ein überfordertes Kind weiß nämlich nur selten, warum es sich schlecht fühlt." Lohaus rät Eltern deshalb: "Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, in welchen Situationen Stress entsteht, wie sich das anfühlen kann und was sich dagegen tun lässt." Denn nichts immunisiert besser gegen Stress, als Probleme direkt anzugehen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es hilft, belastende Dinge mit anderen Augen zu sehen, indem Sie ihm ein paar Fragen stellen:

  • Was würdest du tun, um das Problem zu lösen?
  • Was tun andere in so einem Fall?
  • Was würde Superman machen?
  • Welche Lösung könnte funktionieren?
  • Worauf musst du achten, wenn du es ausprobierst?
  • Wer könnte dir dabei helfen?