Verhütungsmethoden im Überblick
 
Sicher verhüten nach der Geburt

Sie haben gerade Ihr erstes Baby bekommen wollen nicht gleich wieder schwanger werden? Aber welche Verhütung ist eigentlich die beste so kurz nach der Geburt? Unsere Übersicht zeigt Ihnen die sichersten Methoden für Mütter in der Babyzeit - mit all ihren Vor- und Nachteilen.

Verhütungsmethoden im Überblick: Sicher verhüten nach der Geburt
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Auch kurz nach der Entbindung sollte auf die Verhütung geachtet werden. Frauen, die gar nicht oder nur in großen Abständen stillen, können nämlich bereits sechs bis acht Wochen nach der Entbindung wieder einen Eisprung haben. Voll stillende Mütter (mindestens alle vier Stunden) genießen einen gewissen Schutz, weil der Eisprung wegen des hohen Prolaktinspiegels unterdrückt wird. Schwanger werden können sie aber trotzdem. Besser also, Sie suchen sich eine zuverlässige Verhütung.

In unserer Tabelle finden Sie die sichersten Methoden für Mütter in der Babyzeit. Die natürliche Verhütung (NFP) ist nicht aufgeführt, weil sie nur bei einem regelmäßigen Tagesablauf sinnvoll ist – den Mütter nun mal nicht haben. Und noch ein Tipp: Benutzen Sie beim Sex in den ersten Wochen nach der Geburt besser ein Kondom. Das schützt vor Infektionen.

Normale Pille

Sicherheit: Pearl Index* 0,2 bis 0,8.

Kosten: 8 bis 12 Euro pro Monat.

Ab wann? Drei Wochen nach der Geburt.

So geht’s: Täglich einmal eine Tablette schlucken.

So wirkt’s: Östrogene und Gestagene unterdrücken den Eisprung.

Das spricht dafür: Zuverlässige Verhütung, meist bessern sich durch sie Menstruationsbeschwerden und die Blutung wird etwas schwächer.

Das spricht dagegen: Manche Frauen leiden unter Übelkeit, Zwischenblutungen oder Brustspannen.

Für stillende Mütter? Nein. Östrogene verändern die Milchzusammensetzung und reduzieren die Milchmenge.

Hormonring

Sicherheit: Pearl Index 0,4 bis 0,65.

Kosten: Ca. 15 Euro pro Monat.

Ab wann? Sobald sich die Gebärmutter zurückgebildet hat, also etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt.

So geht’s: Wird wie ein Tampon eingelegt und muss drei Wochen getragen werden. Nach einer einwöchigen Pause wird ein neuer Ring eingelegt.

So wirkt’s: Wie bei der normalen Pille verhindern auch beim Verhütungsring Östrogene und Gestagene einen Eisprung.

Das spricht dafür: Geringere Dosierung als bei der normalen Pille. Man muss nicht an eine tägliche Tablette denken.

Das spricht dagegen: Der feste Sitz sollte regelmäßig selbst überprüft werden. Der Ring hat die gleichen Nebenwirkungen wie die normale Pille.

Für stillende Mütter? Nein! Östrogene beeinflussen die Qualität und Menge der Muttermilch.

Minipille

Sicherheit: Pearl Index 0,5 bis 2,5.

Kosten: 8 bis 12 Euro pro Monat.

Ab wann? Drei Wochen nach der Geburt.

So geht’s: Täglich einmal eine Pille nehmen.

So wirkt’s: Gestagene verringern den Aufbau der Schleimhaut. und verdicken den Schleim im Gebärmutterhals, sodass die Spermien nicht durchkommen.

Das spricht dafür: Enthält wenig Hormone, der Eisprung wird nicht unterdrückt. Oft bessern sich unter der Einnahme auch Hautprobleme.

Das spricht dagegen: Manchmal Schmierblutungen und Zyklusstörungen. Muss pünktlich eingenommen werden, die Abweichung darf maximal drei Stunden sein.

Für stillende Mütter? Ja. Gestagene haben keinen Einfluss auf Milchqualität und -menge.

Gestragen-Pille ( Creazette)

Sicherheit: Pearl Index 0,14.

Kosten: 8 bis 12 Euro pro Monat.

Ab wann? Drei Wochen nach der Geburt.

So geht’s: Täglich eine Pille nehmen.

So wirkt’s: Gestagene verringern den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und bilden einen für Spermien undurchlässigen Schleimpfropf im Gebärmutterhals

Das spricht dafür: Zuverlässige Verhütung, meist bessern sich durch sie Menstruationsbeschwerden und die Blutung wird etwas schwächer.

Das spricht dagegen: Die Gestagen-Pille kann zu Brustspannen, Akne und unregelmäßigen Blutungen führen.

Für stillende Mütter? Ja. Gestagene beeinflussen weder Milchproduktion noch Milchmenge.

Kupferspirale

Sicherheit: Pearl Index 0,8 bis 1.

Kosten: Ca. 120 bis 200 Euro.

Ab wann? Nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter, also etwa sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt.

So geht’s: Ein T-förmiges mit Kupferdraht umwickeltes Kunststoffteil wird in die Gebärmutter gelegt.

So wirkt’s: Kupfer-Ionen erschweren den Spermien den Weg zu Eizelle und Ei.

Das spricht dafür: Die Spirale hält drei bis fünf Jahre und ist hormonfrei.

Das spricht dagegen: Leicht erhöhte Infektionsgefahr, möglicherweise längere und schmerzhaftere Blutung. Der Muttermund muss für die Spirale leicht gedehnt werden.

Für stillende Mütter? Ja! Kein Einfluss auf die Muttermilch.

Gestagen-Spilrale

Sicherheit: Pearl Index 0,1 bis 0,3.

Kosten:Ca. 300 Euro.

Ab wann? Sobald die Gebärmutter sich zurückgebildet hat, also etwa sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt.

So geht’s: Die Spirale wird in die Gebärmutter gelegt.

So wirkt’s: Die Spirale gibt kontinuierlich Gestagene ab. Sie wirkt wie die Minipille und die Gestagen-Pille, allerdings gelangt dabei weniger Gestagen in den Blutkreislauf.

Das spricht dafür: Hohe Sicherheit, die Spirale bleibt bis zu fünf Jahren im Körper und verringert die Blutung.

Das spricht dagegen: Anfangs manchmal länger anhaltende Blutungen. Möglich: Brustspannen, Akne, Gewichtszunahme, Schmierblutungen.

Für stillende Mütter? Ja! Gestagene haben keinen Einfluss auf die Muttermilch.

Hormon-Implantat

Sicherheit: Pearl Index noch 0 - 0,08

Kosten: Ca. 300 Euro.

Ab wann? Drei Wochen nach der Geburt.

So geht’s: Ein etwa fünf Zentimeter großes Stäbchen wird am Arm unter die Haut geschoben und bleibt dort etwa drei Jahre lang.

So wirkt’s: Wie bei den Gestagenpillen bremst das Hormonstäbchen den Aufbau der Schleimhaut und verdickt den Schleim am Muttermund.

Das spricht dafür: Das Hormon-Implantat ist sehr sicher und hält bis zu drei Jahren.

Das spricht dagegen: Manchmal beginnt das Implantat im Körper zu wandern. Möglich: Akne, Gewichtszunahme und depressive Verstimmungen.

Für stillende Mütter? Nein. Es gibt noch zu wenig sichere Forschungsergebnisse.

Dreimonatsspritze

Sicherheit: Pearl Index 0,3 bis 0,8.

Kosten:25 Euro.

Ab wann? Drei Wochen nach der Geburt.

So geht’s: Alle drei Monate gibt der Frauenarzt eine Hormonspritze ins Gesäß.

So wirkt’s: Die Dreimonatsspritze ist ein reines Gestagenpräparat mit der gleichen Wirkung wie Gestagen-Pillen.

Das spricht dafür: Hohe Sicherheit. Eher für Frauen, die langfristig nicht oder überhaupt nicht mehr schwanger werden wollen.

Das spricht dagegen: Nach dem Absetzen der Spritze dauert es oft über ein Jahr, bis die Fruchtbarkeit zurückkehrt. Möglich: Akne, Depressionen, Blutungsstörungen, Gewichtszunahme.

Für stillende Mütter?Eher ungeeignet auf Grund der hohen, nicht genau berechenbaren Dosierung.

Kondom

Sicherheit: Pearl Index 2 bis 3.

Kosten: 0, 50 Euro pro Stück.

Ab wann? Sofort nach der Geburt.

So geht’s: Wird über den Penis des Mannes gestülpt.

So wirkt’s: Die Spermien werden im Kondom gesammelt und können nicht in die Gebärmutter eindringen.

Das spricht dafür: Eine Verhütung ohne Hormone und Nebenwirkungen. Sie ist jederzeit einsetzbar und schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Das spricht dagegen: Man braucht Übung, um das Kondom einigermaßen sicher anzuwenden.

Für stillende Mütter? Ja.

Diaphragma

Sicherheit: Pearl Index 2 bis 4.

Kosten: 26 Euro plus 8 Euro für Creme.

Ab wann? Wenn der Beckenboden wieder straff ist, also etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt.

So geht’s: Gummikappe wird vor dem Sex über dem Muttermund platziert. Sie wird vom Frauenarzt und auch bei Pro Familia angepasst.

So wirkt’s: Als Barriere für die Spermien vor dem Muttermund. Zusätzlich wird in die Kappe ein spermienabtötendes oder säurehaltiges Gel gegeben.

Das spricht dafür: Keine Nebenwirkungen, das Diaphragma wird nach dem Sex einfach wieder herausgenommen.

Das spricht dagegen: Man braucht Übung, um das Diaphragma richtig einzusetzen.

Für stillende Mütter? Ja. Nach einer Geburt muss die Größe überprüft werden.

Portiokappe

Sicherheit: Pearl Index 2 bis 6.

Kosten: 50 Euro plus 8 Euro für Creme.

Ab wann? Sechs bis acht Wochen nach der Geburt, wenn die Rückbildung abgeschlossen ist.

So geht’s: Silikonkappe wird über den Muttermund gestülpt und saugt sich dort fest. Wird bei Frauenärzten oder bei Pro Familia angepasst.

So wirkt’s: Als Barriere vor dem Muttermund, die das Eindringen der Spermien verhindert. Zusätzlich wird ein spermienabtötendes Gel verwendet.

Das spricht dafür: Die Portiokappe verursacht keine Nebenwirkungen und ist nach Bedarf einsetzbar.

Das spricht dagegen: Die Portiokappe ist schwierig zu handhaben und muss korrekt sitzen. Sie darf erst sechs bis acht Stunden nach dem Sex entfernt werden.

Für stillende Mütter? Ja. Muss aber nach der Geburt neu angepasst werden.

* Der Pearl Index gibt an, wie viele sexuell aktive Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer die jeweilige Verhütungsmethode.