Wartezimmer
 
Ansteckung beim Kinderarzt: Wie groß ist das Risiko?

Schniefnasen, Dauerhusten und glühende Wangen – in Wartezimmern von Arztpraxen tummeln sich Krankheitserreger aller Art. Hier steht, wo im Wartezimmer Gefahren lauern und wie Du Dich und Dein Kind schützen kannst.

Wartezimmer Kinderarzt
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Inhalt: 
Wie groß ist das Risiko, sich in einem Wartezimmer anzustecken?Wo lauern die meisten Keime im Wartezimmer?Wie kann man sich im Wartezimmer schützen?

Nicht zu vermeiden: Warten, bis der Arzt kommt

Wer krank ist, geht zum Arzt. Und setzt sich in das kleine Wartezimmer mit anderen Patienten, die husten, schniefen und gerade mit ihrem befeuchteten Finger in einer Zeitschrift blättern. Überall, wo viele Menschen in engen Räumen aufeinandertreffen, finden Erreger schnell neue menschliche Biotope: in öffentlichen Verkehrsmitteln, Ämtern, Kindergärten und Schulen, Kaufhäusern, Theatern, Apotheken oder eben im Wartezimmer von Arztpraxen.

Wie groß ist das Risiko, sich in einem Wartezimmer anzustecken?

Ein gewisses Risiko, sich im Wartezimmer anzustecken, ist definitiv vorhanden. Im Wartezimmer versammeln sich schließlich Kinder mit Erkältungen oder grippalen Infekten, die andere Patienten, die vielleicht nur Kopfschmerzen haben, anstecken können. Kinderärzte haben deswegen verschiedene Warteräume, damit zum Beispiel Kinder mit Windpocken andere Kinder nicht anstecken.
Aber es gibt eine gute Nachricht:
Dass sich erkältete Kinder anstecken, ist eher unwahrscheinlich. Der Grund: Zweitinfektionen treten nur sehr selten auf. Wenn man schon eine Viruserkrankung hat, arbeitet die Abwehr des Kindes bereits auf Hochtouren. Deswegen ist die Gefahr, sich einen weiteren Infekt einzufangen, sehr gering.

Wo lauern die meisten Keime im Wartezimmer?

Kinder spielen gerne mit Spielsachen, wenn sie im Wartezimmer sitzen. Wenn es geht, versuche zu verhindern, dass Dein Kind die Spielsachen nicht in den Mund nimmt. Ratsam ist es auch, danach so bald wie möglich und gründlich die Hände zu waschen.
Von Zeitschriften geht weniger Gefahr aus, weil Papier die meisten Erreger schnell austrocknet. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich auch nach dem Lesen die Hände waschen.
Vorsicht vor Türklinken! Studien zeigen, dass Viren, die an Klinken kleben, ziemlich schnell von Mensch zu Mensch weitergegeben werden können. Auch hier hilft nur gründliches Händewaschen mit warmem Wasser und Seife.

Wie kann man sich im Wartezimmer schützen?

Das Wartezimmer ist überheizt? Bitte darum, dass ausreichend gelüftet wird. Die Luftfeuchtigkeit ist gut für die Schleimhäute. Auf ausgetrockneten Schleimhäuten haben Erreger nämlich leichtes Spiel.
Wenn gerade eine Grippewelle umgeht, ist es besser, nicht eilige Termine, etwa für eine Vorsorgeuntersuchung, noch etwas zu verschieben.
Das Wartezimmer ist gesteckt voll? Frage einfach mal am Empfang nach, ob nicht vielleicht noch ein bisschen Zeit für einen Spaziergang ist. Je weniger Zeit man im Wartezimmer verbringt, desto kleiner ist die Ansteckungsgefahr.
Außerdem ist es natürlich besser, zu Patienten Abstand zu halten, die Husten und Schnupfen haben.
Wenn Du den Verdacht hast, dass Dein Kind eine ansteckende Kinderkrankheit, besprich das am besten schon am Telefon, wenn Du den Termin ausmachst. Viele Kinderärzte haben für solche Fälle ein eigenes Wartezimmer.