Zeitumstellung
 
Sonntag werden die Uhren zurückgestellt

Diesen Sonntag ist es wieder soweit: In der Nacht werden die Uhren eine Stunde auf die Winterzeit zurückgestellt. Vor allem kleine Kinder haben dadurch oft Schlafprobleme. Warum die Uhren umgestellt werden und wie Sie Ihrem Kind helfen können, erfahren Sie hier.

Kinder spielen im Herbst draußen
iStock, FamVeld
Inhalt: 
Wann wird die Uhr das nächste Mal umgestellt?Seit wann gibt es die Zeitumstellung?Warum wurde die Sommerzeit überhaupt eingeführt?Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf Menschen aus?Wie helfe ich meinem Kind, sich an die Winterzeit zu gewöhnen?Wann wird die Uhr wieder auf Sommerzeit gestellt?Wo finde ich weitere Informationen?

Wann wird die Uhr das nächste Mal umgestellt?

Am kommenden Sonntag, Punkt drei Uhr Nachts, wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Das bedeutet, dass die Nacht eine Stunde länger ist. Die Umstellung auf die Winterzeit erfolgt übrigens immer am letzten Sonntag im Oktober.

Seit wann gibt es die Zeitumstellung?

In Deutschland wurde die Zeitumstellung von der Winter- oder auch "Normalzeit" auf die Sommerzeit im Jahr 1980 eingeführt. Bereits zuvor gab es jedoch wiederholte Experimente: So wurde 1916 erstmals in Deutschland eine Sommerzeit eingeführt. Drei Jahre lang stellte man die Uhren Ende März eine Stunde vor und Ende September wieder zurück. Zwischen 1947 und 1949 gab es sogar noch eine Hochsommerzeit: Vom 11. Mai bis 29. Juni wurden die Uhren noch einmal eine Stunde vorgestellt. Von 1950 bis 1979 gab es hierzulande dann das ganze Jahr hindurch nur eine Zeit - und bildete damit in Europa eine Ausnahme. 1996 wurden schließlich die Sommerzeiten in ganz Europa vereinheitlicht.

Warum wurde die Sommerzeit überhaupt eingeführt?

Die in englischsprachigen Ländern übliche Bezeichnung "Daylight Saving Time" bringt es auf den Punkt: Die Befürworter der Zeitumstellung versprachen sich von der Einführung der Sommerzeit eine Energieersparnis. Der Gedanke dahinter: Wenn es abends länger hell ist, müssen die Menschen weniger Strom für die abendliche Beleuchtung verbrauchen. Besonders kurz nach der Ölkrise von 1973 erschienen solche Überlegungen verlockend.

Das Kalkül ging jedoch nicht auf: Zwar sparen die Menschen nach Angaben des Bundesumweltamtes während der Sommerzeit tatsächlich Strom für elektrisches Licht. Doch dafür heizen sie besonders in den kühleren Monaten März, April und Oktober morgens mehr - und dadurch steigt der Energieverbrauch unterm Strich.

Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf Menschen aus?

Bisher konnten keine gesundheitsschädlichen Folgen nachgewiesen werden

Viele Menschen tun sich mit der Zeitumstellung schwer - sie brauchen einige Zeit, bis ihr Schlaf-Wach-Rhythmus sich an die neue Zeit angepasst hat. Nach der Umstellung auf die Winterzeit wachen viele Menschen morgens früher auf, dafür sind sie abends früher müde. Ihre innere Uhr ist noch auf Sommerzeit programmiert.

Besonders Babys, Kinder und ältere Menschen haben damit Probleme. Und wer ohnehin schon unter Schlafstörungen leidet, ist von der Zeitumstellung oft besonders betroffen. Daneben wurden auch Symptome wie Verdauungsprobleme, depressive Verstimmungen, Konzentrationsschwäche oder sogar Schwankungen der Herzfrequenz beobachtet. Langfristige gesundheitsschädliche Folgen der Zeitumstellung konnten bislang jedoch nicht nachgewiesen werden.

Wie helfe ich meinem Kind, sich an die Winterzeit zu gewöhnen?

Uhren kann man umstellen, Menschen nicht. Wenn am Wochenende die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden, sollten sich Eltern nicht wundern, wenn ihr Kind abends unausstehlich ist. Eine bis mehrere Wochen kann es dauern, bis sich der Biorhythmus vieler Kinder neu eingependelt hat und die von ihnen "gefühlte" Zeit der Uhrzeit entspricht.

Zu schaffen macht die Zeitumstellung vor allem Kindern, die auch auf Wetterwechsel empfindlich reagieren. Neben Stimmungsschwankungen kommt es vor allem zu Schlafstörungen. Das Kind schläft abends schlechter ein, wacht nachts leichter und morgens früher auf.

Was hilft? "Am besten den gewohnten Tagesablauf beibehalten", rät der Münchner Kinderarzt Dr. Bernd Simon, "so gewöhnt sich das Kind am schnellsten um. Bloß keine neuen Einschlafrituale einführen oder gar dem Kind erlauben, in den nächtlichen Wachphasen aufzustehen, zu spielen oder zu essen."

Wann wird die Uhr wieder auf Sommerzeit gestellt?

Die Sommerzeit beginnt stets am letzten Sonntag im März. Um 2 Uhr nachts wird die Uhr dann um eine Stunde vorgestellt. Pech für Eltern kleiner Kinder, die noch nicht durchschlafen: Diese Nacht ist dann noch kürzer.

Wo finde ich weitere Informationen?

Zum Beispiel unter www.zeitumstellung.de