Kinder und Glück
 
Was macht eine glückliche Kindheit aus?

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11. Unterstütze Dein Kind

Baumhaus bauen, Geburtstagseinladungen basteln, das Fahrrad reparieren - viele Ziele können Kinder nur erreichen, wenn Eltern ihnen helfen, sie anleiten und unterstützen. Dabei ist es wichtig, genau hinzusehen und sich im richtigen Moment wieder zurückzuziehen. Der erste selbst aufgepumpte Fahrradreifen, das in Eigenregie angenagelte Baumhausbett sind nämlich tolle Erfolgserlebnisse für kleine Selbstmacher. Faustregel: Kinder wollen im Grunde selbstständig sein, deshalb brauchen sie immer dann, wenn sie darum bitten, auch tatsächlich Hilfe. Bei älteren Kindern kann Hilfe auch bedeuten, etwas zu bezahlen. Das Paar neue Basketballschuhe, ein Skateboard, der Blümchenmini für die heiß ersehnte Party. Eltern müssen und können nicht über ihren Etat gehen. Wenn sie aber gemeinsam mit ihrem Kind überlegen, wie die Anschaffung trotzdem organisiert werden kann (als kombiniertes Geburtstagsweihnachtsgeschenk, vom Flohmarkt, mit Minijob als Babysitter bei den Nachbarn), nehmen sie es mit seinen Wünschen ernst. Und das ist schon sehr viel.

12. Mache anderen eine Freude

Kinder lieben es, anderen eine Freude zu machen. Mit Papa einen Blumenstrauß für Mama aussuchen, einen Kuchen für den Großvater backen, die kleine Schwester am ersten Schultag mit einer Schultüte überraschen - Freudemachaktionen steigern familiäre Verbundenheit und kindliche Lebensfreude.

13. Schenk Deinem Kind Zeit

Die stürmische Umarmung, Kussattacke, Schramme am Knie, Empörung über den blöden Ben, der die Schippe geklaut hat - Kinderangelegenheiten, für die der Staubsauger kurz ruhen und die Zeitung beiseite gelegt werden sollte. Kinder äußern ihre Gefühle spontan. Eltern, die sich genauso spontan Zeit nehmen für eine Kuschelrunde, zum Zuhören, Aufmuntern, Trösten, Mitküssen, tun der kleinen Seele einfach gut. Meistens darf nach fünf Minuten weitergesaugt werden - denn dann haben Sohn oder Tochter schon wieder etwas anderes vor.

14. Begleite Dein Kind durch die Schulzeit

Schule ist kein Gute-Laune-Bringer. Nur 20 Prozent der befragten Kinder gaben in der ZDF-Studie an, dort glücklich zu sein. Damit landet Schule in der Beliebtheitsskala kurz vor dem Zahnarztstuhl! Noch schlimmer als Schultage sind Hausaufgaben: Ganze sieben Prozent der Schulkinder erledigen sie frohen Herzens. Aber: Ums Lernen kommt nun mal keiner herum. Das können Eltern beitragen, damit die Kindheit trotzdem schön ist:

  • Kontakt zu Lehrern halten, wissen, wie es dem Kind mit dem Lernstoff und in seiner Klasse geht.
  • An schulischen Aktivitäten wie Schulfesten teilnehmen, Schulkonzerte oder Theateraufführungen besuchen. Damit die Schule auch ein Ort der Freude und der Begegnung ist.
  • Bei Lernkrisen schnell für Unterstützung sorgen: nach Förderunterricht erkundigen, bei den Hausaufgaben helfen, Nachhilfe organisieren.
  • Wegen schlechter Noten nicht schimpfen, nicht strafen oder Freizeitaktivitäten kürzen.
  • Für Ablenkung und Ausgleich sorgen. Kinder, die Spaß am Leben haben, lernen besser. Die Hirnforschung hat das in den letzten Jahren nachgewiesen.

15. Förder Dein Kind

Anton bringt Kakteen zum Blühen, Moritz fährt supergut Skateboard, Annalena reitet wie ein Cowboy, Jana backt prima Butterkuchen. Was immer ein Kind kann, es sollte darin unterstützt werden. Jüngere brauchen in allen alltäglichen Kompetenzen noch Förderung: Mit ihnen üben Eltern den Gang zum Bäcker, bis sie ihn sicher allein gehen. Sie bringen ihnen Schwimmen bei, Fahrradfahren und zeigen, wie man Kresse ansät. Alles, was ein Kind neu erlernt, steigert sein Selbstvertrauen. Ältere Kinder haben oft schon Stärken in einem Bereich entwickelt, sie sind sportlich, musikalisch, basteln und malen gerne. Sie sollten die Möglichkeit bekommen, diese Stärken weiterzuentwickeln. „Die Freude und das Selbstbewusstsein, die ein Kind aus Erfolgen schöpft, stärken es auch in anderen Leistungsbereichen, etwa in der Schule“, sagt Psychologe Urich Diekmeyer.