Kaiserschnittnarbe
 
Wie Sie die Narbe vom Kaiserschnitt nach der Geburt am besten behandeln

Kurz nach dem Kaiserschnitt ist es kaum vorstellbar: Die rote und gereizte Narbe wird in wenigen Wochen nur noch als dezenter Strich am unteren Bauch zu sehen sein. Hier erfahren Sie, wie Sie die Wundheilung unterstützen können.

Kaiserschnittnarbe: Wie Sie die Narbe vom Kaiserschnitt nach der Geburt am besten behandeln
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Inhalt: 
Wie kommt es bei einem Kaiserschnitt zu einer Narbe?Wie lange ist die Heilungsdauer nach einem Kaiserschnitt?Wie sieht eine Kaiserschnittnarbe aus?So unterschiedlich sehen Kaiserschnittnarben ausWie entwickelt sich die Kaiserschnittnarbe nach der OP und worauf muss ich achten?Wie lange bleibt die Gegend um die Kaiserschnittnarbe taub?Wie kann ich meine Kaiserschnittnarbe am besten behandeln und pflegen? Komplikationen mit der Kaiserschnittnarbe: Verwachsungen, Entzündungen und SchmerzenDas ELTERN online Kaiserschnitt-Forum

In Deutschland kommt heute etwa jedes dritte Kind im OP zur Welt. Für Mediziner ist der Kaiserschnitt ein Routineeingriff. Für die Mütter ist er ein operativer Eingriff, und zwar kein kleiner. Bei einem Kaiserschnitt wird das Baby nicht vaginal geboren, sondern mit einer Operation aus dem Bauch seiner Mutter geholt. Dementsprechend ist eine Geburt per Kaiserschnitt für Mütter immer mit einer inneren und einer äußeren Narbe am unteren Bauch verbunden. Wie gut die äußere Kaiserschnittnarbe wieder verheilt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie können einiges tun, um Ihre Wundheilung zu fördern.

Wie kommt es bei einem Kaiserschnitt zu einer Narbe?

Um das Baby aus dem Bauch der Mutter zu holen, werden bei einem Kaiserschnitt Hautschichten durchtrennt. Der Körper kann das zerstörte Gewebe nicht genauso erneuern, wie es vorher war und bildet stattdessen neues. Das neue Gewebe ist dann oft nicht so elastisch. Es unterscheidet sich auch im Aussehen von der übrigen Haut. Auf der Narbe werden zum Beispiel keine Haare wachsen.

Wie lange ist die Heilungsdauer nach einem Kaiserschnitt?

Kaiserschnittnarbe: Wie Sie die Narbe vom Kaiserschnitt nach der Geburt am besten behandeln
Thinkstock, Brian Carpenter

Wie schnell Mütter sich nach einem Kaiserschnitt wieder erholen, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Einige Frauen gehen schon einen Tag nach der Operation auf dem Krankenhausflur spazieren, andere brauchen ein wenig länger dafür. In jedem Fall müssen Sie damit rechnen, dass Sie Schmerzen haben werden, besonders wenn Sie sich bewegen oder Sie lachen, nießen oder husten. Schließlich ist ein Kaiserschnitt eine große Bauch-OP, bei der viele Nerven durchtrennt werden. Aber keine Sorge, das Krankenhauspersonal wird Ihnen bestimmt Schmerzmedikamente anbieten, damit die Zeit der Heilung für Sie erträglich wird. Oft ist darin der Wirkstoff Paracetamol enthalten, aber auch Ibuprofen oder ein Kombinationspräparat mit Kodein wird eingesetzt. Je nachdem, ob Sie stillen oder nicht, wird Ihr Arzt das entsprechende Medikament für Sie aussuchen.
Normalerweise bleiben Mütter nach einem Kaiserschnitt ein wenig länger im Krankenhaus als nach einer normalen Geburt. Die Narbe und der Wundheilungsprozess werden in dieser Zeit regelmäßig kontrolliert. Im Durchschnitt müssen Sie mit ca. vier bis sechs Tagen rechnen. Aber auch wenn Sie nach Hause entlassen werden, ist es gut, wenn Sie dort Unterstützung haben. Denn: Um die Selbstheilungskräfte des Körpers nach einem Kaiserschnitt zu unterstützen, brauchen Sie jetzt vor allem Zeit, Ruhe und Schonung. Thinkstock, Brian Carpenter

Wie sieht eine Kaiserschnittnarbe aus?

Auch wenn Ärzte bei einem Kaiserschnitt heute sehr auf die Optik achten, eine Narbe bleibt. Der Schnitt in den Bauch wird von Ärzten meist direkt am Ansatz des Schamhaares angesetzt. Je nachdem, ob Sie eher schlank oder ein bisschen fülliger sind, wird die Narbe zwischen 10 und 20 cm lang sein. Mit etwas Glück wird sie später von Ihren Schamhaaren oder Ihrer Unterwäsche verdeckt. Wie jede andere Narbe, braucht auch die Kaiserschnittnarbe Pflege. Ihre Hebamme, die Sie und Ihr Baby im Wochenbett besucht, wird den Wundheilungsprozess regelmäßig überprüfen und schauen, dass sich nichts entzündet. Falls nötig, wird sie Ihnen zeigen, mit welcher Behandlung Sie die Heilung unterstützen können.

So unterschiedlich sehen Kaiserschnittnarben aus

Manche Narben sind kaum erkennbar, andere zeichnen sich deutlich oberhalb der Schamhaare ab und zeigen: Hier wurde ein Kind durch einen Kaiserschnitt geboren. Neugierig? Dann schauen Sie in unsere Bildergalerie.

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Wie entwickelt sich die Kaiserschnittnarbe nach der OP und worauf muss ich achten?

Nach der Operation wird Ihre Narbe zunächst noch rot und ein wenig geschwollen sein. Behalten Sie sie gut im Auge und melden Sie der Hebamme oder Ihrer Gynäkologin, wenn Sie Schmerzen haben, Rötungen oder Wundflüssigkeit sehen. Der Schmerz an der Narbe kann einige Tage, manchmal sogar Wochen anhalten. In der ersten Zeit sollten Sie auf eine gute Hygiene achten. Nach dem Duschen können Sie die Narbe vorsichtig mit einem Handtuch trocken tupfen. In den ersten Wochen ist die Haut um die Narbe noch besonders empfindlich. Um auf die Narbe keinen Druck auszuüben, ist es besser, wenn Ihre Kleidung ein wenig weiter ist, als sonst. Ein weit verbreitetes Phänomen, für das es bisher noch keine wissenschaftliche Erklärung gibt: Die Narbe zwickt oder juckt aus unerfindlichen Gründen, wenn sich die Wetterlage ändert. Wenn sich der Druck in der Atmosphäre ändert, verursacht dies bei wetterfühligen Menschen oft körperliche Beschwerden, also auch bei einer Kaiserschnittnarbe. Schuld an juckenden Narben haben manchmal auch Nervenfasern in der Haut, die durch das nachwachsende Bindegewebe beeinträchtigt werden oder anders verlaufen als bisher und dann Schmerzsignale auslösen. Hier hilft oft ein wenig Kühlung.

Wie lange bleibt die Gegend um die Kaiserschnittnarbe taub?

Schmerzen haben Sie keine mehr, aber die Hautpartien rund um die Kaiserschnittnarbe sind noch taub? Das ist leider eine normale Begleiterscheinung des Kaiserschnitts. Bei der Operation wurden einige Nerven durchtrennt. Dies verursacht dann ein taubes Gefühl rund um die Narbe. Die Nerven wachsen mit der Zeit zum Teil wieder zusammen. Das Taubheitsgefühl lässt dann meist nach einem Jahr wieder nach. Was von Beginn an hilft: tägliche Massagen mit Narbencremes oder –ölen. Oder aber Sie bearbeiten Ihre Narbe regelmäßig mit einer weichen Babybürste. Das regt die Durchblutung an und fördert die Wundheilung.

Wie kann ich meine Kaiserschnittnarbe am besten behandeln und pflegen?

Narbencreme
Thinkstock, simarik

Damit Ihre Kaiserschnittnarbe gut verheilt, können Sie selbst einiges unternehmen. Oberste Priorität sollte zunächst eine saubere Versorgung der Wunde haben, denn so können Sie mögliche postoperative Infektionen verhindern. Unmittelbar nach dem Kaiserschnitt bitte zunächst schweres Heben und ruckartige Bewegungen vermeiden. Leichte Bewegungen, die die Durchblutung anregen, fördern hingegen die Wundheilung. Wenn die Narbe äußerlich abgeheilt, also die Kruste abgefallen und die Schnittstelle nicht mehr so stark gerötet ist, können Sie mit der Narbenpflege beginnen. Hierzu eignen sich zum Beispiel leichte Massagen. Am besten, Sie verwenden eine spezielle Creme für Narben und tragen Sie mit dem Zeigefinger auf. Fahren Sie mit dem Finger von der einen Seite der Narbe zur anderen. Verschieben Sie den oberen und unteren Rand gegeneinander, wie bei einem Reißverschluss. Das können Sie so oft wiederholen, wie es Ihnen angenehm ist. Narbencreme Thinkstock, simarik

Komplikationen mit der Kaiserschnittnarbe: Verwachsungen, Entzündungen und Schmerzen

Eine Kaiserschnittnarbe ist zunächst leicht wulstig und rot gefärbt. Erst mit der Zeit wird sie flacher und verblasst. Schmerzen bzw. Jucken sind in den ersten Tagen nach dem Kaiserschnitt völlig normal. Das lässt meist einige Monate später nach. Ernsthafte Komplikationen an der Narbe sind zum Glück sehr selten. Bei einer Operation wie dem Kaiserschnitt besteht leider immer ein gewisses Risiko, dass sich die Wunde mit Bakterien infiziert und entzündet. Dies kann dann zu Fieber im Wochenbett führen und sollte unbedingt von einem Arzt untersucht werden. Bei Schmerzen oder Verwachsungen an der Kaiserschnittnarbe kann auch der Gang in eine Physiotherapie-Praxis helfen. Physiotherapeuten können Ihnen Übungen zeigen, mit denen Sie die Wundheilung unterstützen und Verwachsungen und Verklebungen lösen können.

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