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Der Baby Blues

Nach der Geburt des Kindes sollte die Mutter eigentlich platzen vor Glück, doch in der Realität ist das nicht immer so. Einige Mütter leiden unter dem Baby Blues. Sie fühlen sich traurig, leer und grenzenlos überfordert. Der Baby Blues ist weit verbreitet, doch was bedeutet das eigentlich und wie entsteht er? Wo bekommen Mütter Hilfe und wie werden Sie ihn schnell wieder los?

5 Tipps bei Baby Blues: Der Baby Blues
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Was ist der Baby Blues?

Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein Stimmungstief, das bis zu 50 Prozent der jungen Mütter wenige Tage nach der Geburt erleben. Traurigkeit und Verstimmtheit überschatten dann die anfängliche Freude und scheinbare Kleinigkeiten können einen Tränensturm auslösen. Deshalb wird der Baby Blues auch als „Heultage“ bezeichnet. Die eine Ursache für den Baby Blues gibt es nicht. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen. Daher bleiben einige Frauen auch verschont.
Ein entscheidender Auslöser ist aber die hormonelle Umstellung nach der Schwangerschaft. Die erhöhten Östrogen- und Progesteronspiegel fallen plötzlich ab und das Hormon Prolaktin, das für die Milchbildung verantwortlich ist, steigt rapide an.
Daneben können auch körperliche Faktoren ein Grund für den Baby Blues sein. Hierzu zählen beispielsweise Geburtsverletzungen oder Schmerzen beim Milcheinschuss.
Aber auch psychologische Gründe können einen Baby Blues begünstigen. Manche Frauen haben hohe Erwartungen an sich selbst und verzweifeln, wenn sie diese dann nicht erfüllen können. Oder sie fürchten, den Ansprüchen ihres Partners nicht gerecht zu werden. Aus Scham verschweigen viele Bertoffene ihre Gefühle und ein Teufelskreis beginnt.

Was hilft gegen den Baby Blues?

5 Tipps bei Baby Blues: Der Baby Blues
iStock.com / © Highwaystarz-Photography

Die gute Nachricht vorneweg: Bei den meisten Frauen legt sich das Stimmungstief nach ein paar Tagen wieder von allein. Wenn aber 14 Tage nach der Geburt deine Gefühlslage immer noch aus dem Lot ist, kann dahinter auch eine ernsthafte Wochenbettdepression stecken. In diesem Fall sprich unbedingt mit deiner Hebamme, deinem Arzt oder deiner Ärztin darüber.
 
Die folgenden 5 Tipps können dir helfen, dem Baby Blues zu entkommen oder ihn zu verkürzen.
 
1. Lass deine Gefühle raus!

Vor allem in der Anfangszeit ist es nicht nur eine hormonelle und seelische Umstellung, sondern auch eine enorme körperliche Belastung, die du als Mutter durchlebst. Der Schlafmangel kann dir dann noch den letzten Nerv rauben. Ab und zu kann es befreiend sein, dem Frust einfach freien Lauf zu lassen.
Also wenn dir zum Weinen zumute ist, dann lass es raus. Du hast allen Grund dafür!
 
2. Lass dir helfen!

Das Baby braucht dich jetzt und da kann einiges im Haushalt auf der Strecke bleiben. Gib ruhig ein paar Aufgaben ab und binde deinen Partner mit ein. Wenn er es nicht von selbst anbietet, fordere seine Hilfe ein. Ob Lebensmittel, Windeln oder deine Vitaminpräparate für die Stillzeit aus der Apotheke – du findest bestimmt einiges, was auch dein Partner für dich abholen und erledigen kann. Oder lass ihn zum Beispiel etwas kochen! Du kannst ihm ein paar folatreiche Rezepte raussuchen, die für dich und dein Baby in der Stillzeit besonders wichtig sind.
 
3. Nimm dir die Zeit, die du brauchst!
 
Die erste Zeit mit dem Baby ist anstrengend und der Alltag muss sich erstmal einstellen. Achte daher darauf, dass du und das Baby sich ausruhen können und ihr nicht zu oft Besuch bekommt. Lernt euch erst einmal selber kennen, bevor alle Freunde vorbeikommen.
 
4. Schlafmangel adé!
 
Schlafmangel ist mit einem Neugeborenen fast unvermeidlich. Achte darauf, dass du tagsüber ein bis zwei Powernaps mit deinem Baby machst. Das gibt dir Kraft.
Du kannst auch probieren, etwas Milch abzupumpen und deinen Partner bitten eine Nachtschicht zu übernehmen, sodass du einmal länger am Stück schlafen kannst. Dein Partner kann dich auch beim Stillen unterstützen, hier bekommst du Stilltipps für Väter.
 
5. Raus mit dir!
 
Dir ist momentan vielleicht nicht danach, aber du solltest die Wohnung auch einmal verlassen. Auch wenn es nur kurz vor die Tür geht oder auf einen Kaffee mit einer Freundin, es bringt dich auf andere Gedanken.
Du könntest auch Eltern oder Freunde fragen, ob sie für 2-3 Stunden auf dein Baby aufpassen können und mit deinem Partner etwas essen gehen.
 
Übrigens: Hier findest du ein paar Tipps, wenn du als Vater nach Unterstützung deiner Partnerin suchst.
 

Woran erkenne ich, ob es mehr als ein Baby Blues ist?

Aufmerksam werden solltet ihr, wenn das Stimmungstief nach 2 Wochen nicht nachlässt. In diesem Fall kann eine Wochenbettdepression (postpartale Depression) dahinterstecken. Sie kommt deutlich seltener vor als ein Baby Blues, ungefähr 10-15 Prozent der Frauen sind nach der Geburt betroffen. Sie fühlen sich meist traurig, erschöpft, unzufrieden und fremdbestimmt. Viele ziehen sich von der Außenwelt und auch von ihrem Baby zurück. Wenn zu den genannten Symptomen auch noch Angst und Wahnvorstellungen kommen, kann es sich auch um eine postpartale Psychose handeln.
Wochenbettdepressionen und postpartale Psychosen erfordern eine professionelle fachärztliche Betreuung und eventuell sogar eine medikamentöse Behandlung. Darum sprecht bei Verdacht unbedingt mit eurem Arzt, eurer Ärztin oder eurer Hebamme.
Übrigens: Auch Väter können eine postpartale Depression entwickeln.