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Basaltemperatur: So hilft dir die Temperaturmethode, schwanger zu werden

Du wünschst dir ein Baby? Dann mach dich am besten mit deinem Zyklus und deinen fruchtbaren Tage vertraut. Dabei hilft dir das Messen der Basaltemperatur. Das ist deine Aufwachtemperatur vor dem Aufstehen. Wir erklären dir, was es damit auf sich hat und wie du die Methode richtig anwendest.

Kinderwunsch: Basaltemperatur: So hilft dir die Temperaturmethode, schwanger zu werden
iStock, AndreyCherkasov
Inhalt: 
Die Temperaturmethode verrät den richtigen ZeitpunktVerhüten mit der TemperaturmethodeUnd so funktioniert das Basaltemperatur messenWelches Thermometer du zum Messen der Basaltemperatur nehmen kannstWas hat die Körpertemperatur eigentlich mit der Fruchtbarkeit zu tun?Hat es mit einer Schwangerschaft geklappt?

Die Temperaturmethode verrät den richtigen Zeitpunkt

Wer seinen Zyklus und damit die Phasen der Fruchtbarkeit gut kennt, hat weniger Stress, das Projekt Baby auch wahr werden zu lassen. Wenn du dich damit ein bisschen auseinandersetzt, wirst du schnell feststellen: Diese so genannte natürliche Familienplanung (kurz NFP genannt) funktioniert ganz einfach. Zudem ist es ungeheuer spannend, seinen Körper besser kennenzulernen und die faszinierenden Vorgänge zu verstehen. Schwanger werden mit der Temperaturmethode, bedeutet eigentlich nur, dass du die Aufwachtemperatur, die sogenannte Basaltemperatur, messen musst. Aus dieser ergibt sich deine Basaltemperaturkurve, die sich aus den täglichen Werten zusammensetzt. Für mehr Genauigkeit kannst du unterstützend auch die Konsistenz des Zervixschleims, das ist der Muttermundschleim, beobachten und dokumentieren. Er verändert sich im Laufe deines Zyklus, an deinen fruchtbaren Tagen ist er durchscheinend und spinnbar.

Gerade bei einem bestehendem Kinderwunsch helfen dir beide Beobachtungen kombiniert, also die Temperatur und der Zervixschleim, deine fruchtbaren Tage zu ermitteln. In unserer Eisprung-App kannst du Temperatur und Schleimkonsistenz übrigens ganz bequem sogar unterwegs notieren. Schon weißt du, an welchen Tagen die größte Chance besteht, schwanger zu werden. Wichtig ist, dass du mehrere Zyklen hindurch misst und dokumentierst, damit du anhand früherer Temperaturkurven ungefähr den Zeitpunkt deines Eisprungs eingrenzen kannst. Je mehr Zyklen du beobachtest, desto zuverlässiger wird die Aussage. Nach circa drei Zyklen weißt du in etwa, wie dein Körper tickt.

Diese Methode hat noch mehr Vorteile: Neben dem Herausfinden der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage hilft sie dir außerdem, deinen Körper kennenzulernen und bewusst wahrzunehmen. Du kannst auch eventuelle Zyklusunregelmäßigkeiten schneller erkennen. Außerdem unterstützen die Zyklusaufzeichnungen den Frauenarzt bei seiner Diagnose, sollte es mit dem Kinderwunsch nicht auf Anhieb klappen. Nun kommt der kleine Nachteil: Was du für deine Basaltemperaturkurve benötigst, ist Disziplin, da du jeden Morgen um die gleiche Zeit deine Temperatur messen musst. Wir erklären gleich, wie das funktioniert.

Verhüten mit der Temperaturmethode

Manche Frauen, die ihren Körper gut kennen, einen regelmäßigen Zyklus haben und auf hormonelle Verhütung verzichten wollen, nutzen die Temperaturmethode auch zur Verhütung. Sie ermitteln ihre unfruchtbaren beziehungsweise fruchtbaren Tage, indem sie nicht nur ihre Basaltemperatur messen, sondern auch die Konsistenz des Zervixschleims prüfen und den Muttermund abtasten. An den Tagen rund um den Eisprung verzichten sie dann auf Sex oder verhüten zum Beispiel mit Kondomen.
Wirklich sicher ist diese Methode aber nicht. Zum einen kann es auch unvorhergesehen zu einem Eisprung kommen, zum anderen kann ein regelmäßiger Zyklus plötzlich unregelmäßig werden. Auch Stress, kurze Nächte und ungewohnter Alkoholkonsum können den Zyklus einer Frau durcheinanderbringen. Du solltest diese Methode also nur zur Verhütung anwenden, wenn eine ungeplante Schwangerschaft für deinen Partner und dich keine Katastrophe wäre.

Und so funktioniert das Basaltemperatur messen

Achte darauf, deine Basaltemperatur immer gleich nach dem Aufwachen zu messen. Wichtig ist dabei, dass Du noch nicht aufgestanden bist und im Bett liegend misst.

  • Miss immer zur gleichen Uhrzeit, sonst können die Temperaturunterschiede zu groß sein.
  • Du musst immer an der gleichen Stelle messen – entweder oral (im Mund) unter dem Zungenbändchen (mindestens fünf Minuten) oder rektal (im Po) (mindestens zwei Minuten) oder vaginal (in der Scheide) (mindestens fünf Minuten). Die axiale Messung, bei der die Temperatur in der Achselhöhle gemessen wird, ist wegen Ungenauigkeit nicht geeignet.
  • Wenn du einmal weniger als vier Stunden schläfst, schreib das mit in die Tabelle. Die Basaltemperatur ist dann wahrscheinlich auch anders als sonst.
  • Dokumentiere auch, wenn du Stress hast, krank bist, eine Nacht durchgefeiert oder Alkohol getrunken hast. Auch all das kann sich auf die Basaltemperatur auswirken. Faustregel: Der Messung sollten mindestens sechs bis acht Stunden Schlaf vorausgegangen sein. Wenn nicht, musst du zumindest darauf achten, dass dem Messen eine Stunde Ruhe vorausgegangen ist.
  • Leg ein Thermometer neben dein Bett. Wenn du ein Thermometer mit Quecksilber benutzt, schlägst du am Abend davor die Temperatur herunter. Wenn du dies erst am Morgen vor dem Messen machst, kann sich dies tatsächlich schon auf deine Basaltemperatur am Morgen auswirken. Sie könnte dann eventuell zu hoch sein.

Welches Thermometer du zum Messen der Basaltemperatur nehmen kannst

Mit einem herkömmlichen Thermometer machst du nichts falsch. Sein Vorteil: Es ist unabhängig von der Technik. Digitale Thermometer sind insofern praktisch, dass sie vor der Messung nicht heruntergeschüttelt werden müssen und nicht kaputt gehen, wenn sie auf den Boden fallen.

Was hat die Körpertemperatur eigentlich mit der Fruchtbarkeit zu tun?

An deiner Basaltemperaturkurve kannst du sehen, dass sich deine Körpertemperatur in zwei Phasen teilt: die Tieflage zu Beginn des Zyklus, die den Einsprung einleitet, und die Hochlage, auch Gelbkörperphase genannt, die schließlich die unfruchtbaren Tage einer Frau kennzeichnet. Etwa drei Tage nach dem Eisprung erhöht sich der Progesteronwert. Progesteron ist ein Hormon und wird vom Gelbkörper gebildet, daher nennt man es auch Gelbkörperhormon. Es ist wichtig für die Einnistung des befruchteten Eis und die erste Phase der Schwangerschaft.

Es ist genau das Progesteron, das deine Körpertemperatur nach dem Eisprung steigen lässt. Der Temperaturanstieg findet üblicherweise ein bis zwei Tage nach dem Eisprung statt. Als Anstieg gilt es, wenn drei Messwerte um 0,2 Grad höher als die vorangegangenen sechs Werte liegen. Dann bist du in diesem Zyklus nicht mehr fruchtbar. Ist ein Wert tiefer, muss der vierte Wert abgewartet werden.

Die Hochlage der Basaltemperatur sollte mindestens zehn Tage andauern, bevor die Temperatur wieder fällt, um die Menstruation einzuleiten. Ist dies regelmäßig nicht der Fall, könnte eine Gelbkörperschwäche vorliegen, was eine Schwangerschaft verhindern oder erschweren kann. Bei einigen Frauen sinkt die Temperatur aber erst nach Eintritt der Menstruation wieder.

Die fruchtbarste Zeit ist also nur vor und kurz nach dem Eisprung. Da die Samenzellen des Mannes in deinem Körper bis zu fünf Tage überleben können, kannst du, wenn du fünf Tage vor deinem Eisprung Sex hattest, schwanger werden. Nach dem Eisprung ist die Eizelle noch zwölf bis 18 Stunden befruchtungsfähig. Wenn du unsicher bist, ob du einen Eisprung hast, helfen sogenannte Ovulationstests.

Mit der Temperaturmethode kann allerdings nur im Nachhinein festgestellt werden, ob es einen Eisprung gab. Der Zervixschleim hingegen kennzeichnet den Beginn der fruchtbaren Zeit. Hier erfährst du mehr zum Zervixschleim.

Hat es mit einer Schwangerschaft geklappt?

Die natürliche Familienplanung kann auch Aufschluss darüber geben, ob du schwanger bist. Besteht die Hochlage der Basaltemperatur mehr als 18 Tage, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Schwangerschaft vor. Zur Sicherheit solltest du jedoch einen Schwangerschaftstest machen oder deinen Frauenarzt aufsuchen.

Übrigens kann die Temperaturmethode auch etwas über den Geburtstermin aussagen. Normalerweise wird der erste Tag der Menstruation als Grundlage genommen. Dies führt aber häufig zu falschen Terminen bei Frauen, die keine Zyklen von 28 Tagen haben. Mit der Temperaturmethode wird der Geburtstermin wie folgt berechnet: erster Tag der Temperaturhochlage minus sieben Tage minus drei Monate plus ein Jahr.