Artikelinhalt
- Wie funktioniert ein Ovulationstest?
- Warum ist die Chance auf eine Schwangerschaft besonders groß, wenn der Eisprung noch gar nicht stattgefunden hat?
- Was muss ich für die richtige Anwendung wissen?
- Wann soll ich testen, wenn mein Zyklus sehr unregelmäßig ist?
- Darf ich den LH-Test mit Morgenurin machen, wie beim Schwangerschaftstest?
- Wie lese ich das Ergebnis richtig ab?
- Es gibt so viele LH-Tests: Worin besteht der Unterschied?
- Kann es sein, dass ein Test einen ganzen Zyklus lang negativ ist?
- Kann die Anwendung von Ovulationstests auch Nachteile haben?
- Spielt das LH nur beim Eisprung eine Rolle?
Ganz gleich, wie lang dein Zyklus ist: Nur etwa fünf Tage im Monat hast du die Chance, schwanger zu werden, und zwar am Tag des Eisprungs und in den vier bis fünf Tagen davor. Der Grund: Spermien können bis zu fünf Tagen in der Gebärmutter oder im Eileiter überleben und auf die Eizelle warten. Paare mit Kinderwunsch tun also gut daran, diese fruchtbaren Tage zu erkennen, damit sie dann gezielt in dieser besonderen Zyklusphase ein Baby zeugen können.
Zwar braucht man nicht unbedingt einen Ovulationstest (Eisprungtest), um die fruchtbaren Tage zu erkennen. Es gibt verschiedene andere Methoden, die Zeit des Einsprungs zu ermitteln, zum Beispiel durch tägliche Temperaturmessung mit einem Basalthermometer (Temperaturmethode), in dem du den Zervixschleim kontrollierst und den Muttermund untersuchst (Details erfährst du im Artikel Muttermund in der Schwangerschaft) oder einen Zykluscomputer verwendest. Auf ELTERN.de könnt ihr auch unseren kostenlosen Eisprungrechner benutzen. Manche Frauen bemerken, wenn es soweit ist, sie verspüren leichte Schmerzen beim Eisprung. Außerdem gibt es verschiedene Eisprung-Symptome, die ihn ankündigen.
Aber keine dieser Methoden erreicht die Genauigkeit eines Ovulationstests. Der Eisprungtest wird auch LH-Test genannt, denn er misst die Konzentration des "luteinisierenden Hormons", kurz LH genannt, im Urin. Das LH wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und löst den Eisprung aus.
Hier die häufigsten Fragen rund um Ovulationstests, wie sie funktionieren und wie ihr sie anwenden könnt, damit sich euer Kinderwunsch bald erfüllt.

Wie funktioniert ein Ovulationstest?
In (fast) jedem Zyklus reift eine Eizelle im Eierstock heran, die Zykluslänge kann allerdings um einige Tage variieren. Hat die Eizelle zur Mitte des Zyklus eine bestimmte Reife erreicht, wird im Körper der Frau vermehrt LH ausgeschüttet und somit der Eisprung vorbereitet. Etwa 24 Stunden, nachdem die Ausschüttung des LHs sein Maximum erreicht hat, kommt es zum Eisprung. Da das LH mit dem Urin wieder ausgeschieden wird, prüft der Ovulationstest den Gehalt an LH im Urin. Ein deutlicher LH-Anstieg zeigt: Der Eisprung steht kurz bevor. Jetzt ist die Chance am größten, schwanger zu werden. Für eine Schwangerschaft solltet ihr jetzt miteinander schlafen. Die Chance, schwanger zu werden, ist nämlich an dem Zyklustag, an dem der LH-Anstieg ermittelt wurde, sowie am darauf folgenden Tag am größten. Danach sinkt sie rapide ab.
Warum ist die Chance auf eine Schwangerschaft besonders groß, wenn der Eisprung noch gar nicht stattgefunden hat?
Zur Zeit um den Eisprung ist das Scheidenmilieu für die Samenzellen besonders vorteilhaft. Die Zellen im Schleim des Gebärmutterhalses bilden zum Höhepunkt der Fruchtbarkeit eine Art von Straßen, auf denen die Spermien gut vorankommen. Sind die Samenzellen in die Eileiter gelangt, überleben sie dort bis zu fünf Tage. Sie können sozusagen auf die befruchtungsfähige Eizelle warten. Gute Chancen also, in diesem Zyklus schwanger zu werden.
Was muss ich für die richtige Anwendung wissen?
Um den Test richtig durchführen zu können, ist es wichtig seinen Zyklus und seine Zykluslänge zu kennen – schließlich musst du wissen, wann du mit dem Testen beginnen solltest. Wenn du einen regelmäßigen Zyklus hat, solltest du mit dem Testen zwölf bis 16 Tage vor den voraussichtlichen Tag der nächsten Regelblutung beginnen. Denn das sind sehr wahrscheinlich deine fruchtbaren Tage. Die Anwendung ist ganz einfach: Ein Teststäbchen wird in den Urinstrahl gehalten oder in einen Becher mit Urin getaucht und das Ergebnis nach einer bestimmten Zeit (zwischen drei und zehn Minuten) abgelesen. Ist das Ergebnis positiv, kannst du ziemlich sicher sein, dass du jetzt fruchtbar bist.
Wann soll ich testen, wenn mein Zyklus sehr unregelmäßig ist?
Nicht nur, wenn Frauen die Pille absetzen, kann ein Zyklus sehr unregelmäßig sein. Und bei einem solchen unregelmäßigen Zyklus lassen sich die fruchtbaren Tage nicht einfach durch Rechnen schätzen. Bei Kinderwunsch ist es am besten, einen ganzen Monat bzw. Zyklus lang täglich einen Ovulationstest durchzuführen. Dafür gibt es preiswerte Teststreifen im 50er-Pack. So kannst du den Anstieg des LHs nicht verpassen.
Darf ich den LH-Test mit Morgenurin machen, wie beim Schwangerschaftstest?
Lieber nicht. Das Problem: Auch außerhalb der fruchtbaren Tage ist immer etwas LH im Urin. Da der Morgenurin besonders konzentriert ist, kann die Konzentration des LHs so hoch sein, dass er einen Anstieg vortäuscht. Deshalb ist es besser, den Hormonspiegel im Urin zu einer anderen Tageszeit zu testen. Allerdings wird empfohlen, mindestens zwei Stunden vorher nur wenig zu trinken, um sicher zu stellen, dass die Hormonkonzentration im Urin hoch genug ist.
Wie lese ich das Ergebnis richtig ab?
Wie beim Schwangerschaftstest zeigt ein Kontrollfeld an, ob du den LH-Test richtig durchgeführt hast. Erscheinen zwei Linien und ist die untere Linie (Testlinie) gleich stark oder stärker als die Kontrolllinie, dann ist ein LH-Maximum erreicht, die Ovulation (Eisprung) steht kurz (24 bis 36 Stunden) bevor. Ist die Testlinie zwar vorhanden, aber dünn, gilt das nicht als positives Ergebnis.
Auch wichtig: In der Gebrauchsanweisung steht, nach wie viel Minuten man das Ergebnis ablesen soll. Ein Ergebnis, das erst Stunden später erscheint, gilt nicht. Da es viele Ovulationstests gibt, die sich in der Handhabung oft etwas unterscheiden, ist es aber in jedem Fall wichtig, vorher in Ruhe die Gebrauchsanleitung zu lesen.
Es gibt so viele LH-Tests: Worin besteht der Unterschied?
Alle Ovulationstests bestimmen den LH-Anstieg mithilfe von Teststäbchen oder Teststreifen, die mit Urin benetzt werden. Die Tests unterscheiden sich in Anwendung und Ausstattung:
- Sensibilität: Manche Ovulationstests zeigen schon bei einer Hormon-Konzentration von 10 mlU/L ein positives Ergebnis an, andere erst bei 50 mlU/L. Beides ist an sich kein Qualitätsmerkmal. Bei den besonders sensiblen Eisprungtests besteht die Gefahr, dass sie ein falsch positives Ergebnis zeigen, bei den eher unempfindlichen, dass sie den Zeitpunkt des LH-Anstiegs zu spät zeigen. Da die Konzentration auch von Frau zu Frau unterschiedlich ist, ist es sinnvoll, erstmal einen Zyklus lang mit Teststreifen von mittlerer Sensibilität zu prüfen, ob damit der Zeitpunkt der Ovulation zu bestimmen ist.
- Breite der Streifen: Sehr preiswerte Streifen sind oft auch sehr schmal (2,5 mm) und damit schlechter abzulesen. Breite Streifen machen die Handhabung beim Testen einfacher.
- Zubehör: Ganz preiswert sind die Streifen ohne jedes weitere Zubehör. Sie werden in einen Becher mit Urin gehalten und zeigen nach einem bestimmten Minuten-Zeitraum ein Ergebnis in Form von Streifen. Etwas komfortablere Ovulationstests bieten Halter für den Streifen, digitale Tests zeigen das Testergebnis in einem Display, zum Beispiel als Smiley. Die nennt man Fertilitätsmonitor. Bei manchen Ovulationstests wird auch gleich noch ein Schwangerschaftstest mitgeliefert (informiere dich dazu auch in unserem Artikel Ab wann funktioniert ein Schwangerschaftstest?). Schließlich gibt es auch Ovulationstests oder Fertilitätsmonitore mit Kalenderfunktion, die die Möglichkeit bieten, parallel den Hormonspiegel vom Östrogen zu messen.
Kann es sein, dass ein Test einen ganzen Zyklus lang negativ ist?
Ja, das kommt vor und kann mehrere Gründe haben: Wenn es ein digitaler Test ist, kann es sein, dass die Auswertung nicht funktioniert. Wenn du Teststreifen mit einer niedrigen Sensibilität anwendest, sind sie vielleicht nicht empfindlich genug. Es kann aber auch sein, dass du in diesem Monat keinen Eisprung hattest. Übrigens kein Grund zur Sorge: Auch bei normal fruchtbaren Frauen kommt es immer vor, dass in einem Zyklus keine Eizelle heranreift.
Kann die Anwendung von Ovulationstests auch Nachteile haben?
Ja! Zum einen denken viele Paare, dass die fruchtbaren Tage erst beginnen, wenn der Ovulationstest positiv ist und warten mit dem Sex bis zu diesem Zeitpunkt. Dann sind drei der etwa fünf fruchtbaren Tage aber schon vorbei. Zum andern kann es sein, dass der Ovulationstest nicht funktioniert. Dann versäumt das Paar eventuell die Chance, im betreffenden Zyklus ein Kind zu zeugen. Deshalb sollten Paare sich nicht zu sehr nach dem Ovulationstest richten, sondern (auch) nach Lust und Laune Sex haben.
Spielt das LH nur beim Eisprung eine Rolle?
Nein, das luteinisierende Hormon hat auch nach dem Eisprung noch eine wichtige Rolle: Es sorgt dafür, dass aus dem nun leeren Follikel der Gelbkörper entsteht. Dieser Gelbkörper wiederum produziert das Hormon Progesteron (deshalb auch Gelbkörperhormon genannt), das den Keim auf dem Weg in die Gebärmutter schützend begleitet und die Einnistung vorbereitet (Lese-Tipp: Wann findet die Einnistung statt?). So bereitet das Hormon der Schwangerschaft und damit dem Baby den Weg, die Befruchtung findet statt – ein neues Leben entsteht.
Und falls es geklappt hat, kannst du gleich weiter rechnen. Unser Geburtsterminrechner verrät dir ganz genau, wann dein Wunschkind das Licht der Welt erblicken wird!
Quellen:
- Frauenärzte im Netz: Weiblicher Zyklus – Wann sind die fruchtbaren Tage? (2018)
- Frauenärzte im Netz: Fruchtbare Tage selbst bestimmen: Methoden (2018)
- Medline Plus: Luteinizing Hormone (LH) Levels Test (2020)