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Perimenopause Woran du erkennst, dass du in der Perimenopause steckst

Frau in den Vierzigern schaut gedankenverloren auf das Meer
© simona
Noch ist sie den wenigsten Frauen ein Begriff: die Perimenopause. Welche Anzeichen dich aufhorchen lassen sollten und was in dieser Umbruchsphase in deinem Körper passiert, liest du hier.

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Früher konntest du die Nacht durchzechen und danach ganz normal zur Arbeit gehen? Heute unvorstellbar! Kein Sport und jede Menge ungesundes Essen? Keine gute Idee, denn dein Körper verzeiht nicht mehr so leicht. In den Jahren vor der Menopause verändert sich dein Körper langsam und zunächst noch unerkannt. Dieser schleichende Prozess wird Perimenopause genannt – die Zeit vor den Wechseljahren. Woran du erkennst, dass diese Umbruchphase begonnen hat und was in deinem Körper vorgeht, verraten wir dir im Folgenden.

Perimenopause: Was ist das eigentlich?

Die Wechseljahre ziehen sich oft über Jahrzehnte und werden in drei Phasen unterteilt: Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Bereits Jahre vor der Menopause, dem Zeitpunkt, an dem die Menstruationszyklen enden und keine Schwangerschaft mehr möglich ist, befindet sich der weibliche Körper in einer Übergangsphase. Der Hormonhaushalt ändert sich und Frauen bemerken erste subtile Symptome eines tiefgreifenden Umbruchs.
Die Perimenopause setzt etwa zwei bis zehn Jahre vor den eigentlichen Wechseljahren ein. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 45 und 47 Jahren - sie kann jedoch auch mit Anfang bis Mitte 40 beginnen. Die Menopause selbst findet bei den meisten Frauen mit Anfang 50 statt. Die Phase nach der letzten Periodenblutung wird als Postmenopause bezeichnet. Sie beginnt am ersten Tag nach der letzten Blutung und umschließt die zwölf Monate danach, in denen sich die Symptome bessern sollten.

Wie verändert sich mein Körper in dieser Zeit?

In den Jahren der Perimenopause verändert sich dein Körper ganzheitlich. Die Menstruationszyklen werden unregelmäßiger und finden mit oder ohne Eisprung statt. Auch Zykluslänge und Blutungsdauer schwanken enorm. Sind es in der frühen Perimenopause Abweichungen von bis zu sieben Tagen, werden diese zum Ende der Umbruchphase länger mit Abweichungen von über 60 Tagen. Grund dafür ist eine Abnahme der Eierstockfunktion. Die Anzahl der Eizellen nimmt ab, zusätzlich gibt auch der Körper weniger frei. Vor der eigentlichen Menopause schwanken Östrogen und Progesteron sehr stark. Ein Abfall des Östrogenspiegels innerhalb weniger Tage von sehr hoch bis ganz tief, hat bei Frauen bereits Hitzewallungen zur Folge. Erst wenn die Eierstöcke ihre Aktivität immer weiter zurückfahren, kommt es zum Östrogenmangel und zum eigentlichen Beginn der Menopause.

Welche Anzeichen sollten mich aufhorchen lassen?

Es gibt mehrere Anzeichen, die auf das Einsetzen der Perimenopause schließen lassen. Die University of Colorado nennt ganze 34 Symptome, die jedoch von Frau zu Frau verschieden sind. Die Anzeichen reichen vom Haarausfall über Taubheitsgefühle im Mund bis hin zu Energielosigkeit und Depressionen. Hier sind die sechs häufigsten Beschwerden, die darauf hindeuten, dass du dich mitten in deiner Perimenopause befindest.
  1. Gewichtsprobleme: Viele Frauen leiden in den Jahren vor der Menopause unter einer Gewichtszunahme. Abnehmen und Gewicht halten werden zunehmend schwieriger. Das Fett lagert sich dabei insbesondere um die Körpermitte ab.  
  2. Scheidentrockenheit: Das hormonelle Ungleichgewicht, das mit der Perimenopause einhergeht, sorgt häufig auch für vaginale Trockenheit. Die Haut und Schleimhäute der Vagina werden im Zuge des sinkenden Östrogenspiegels dünner und leichter verletzbar.
  3. Schlafstörungen: Weit verbreitet sind zudem auch Schlaf- oder Durchschlafprobleme. Oft springt in der Nacht das Gedankenkarussell an oder Hitzewallungen halten vom wohlverdienten Schlaf ab. Einschlaffördernd soll ein Glas eiskaltes Sauerkirschsaft-Konzentrat wirken, das Frauen circa 30 Minuten vor dem Zubettgehen trinken sollen. Denn: Kirschsaft enthält jede Menge schlafförderndes Melatonin.
  4. Stimmungsschwankungen: Hormonschwankungen und Schlaflosigkeit drücken auf die Stimmung. Viele Betroffene klagen über Gereiztheit und eine erhöhte Anfälligkeit für Stress.
  5. Konzentrationsschwierigkeiten: Ein häufiges Anzeichen für die Umbruchphase sind auch Konzentrationsschwierigkeiten. Manche Frauen haben das Gefühl, als wären sie in einem "geistigen Nebel". Auch das Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr so gut wie gewohnt.
  6. Haarausfall: Etwa ein Drittel aller Frauen sind zudem vom hormonbedingten Haarausfall betroffen. Grund dafür: Die Haarwurzel reagiert sehr empfindlich auf das Absinken des Östrogenspiegels.

Wie wird die Perimenopause festgestellt?

Es ist nicht ganz einfach, die Perimenopause zweifelsfrei festzustellen. Das Hormon-Niveau im weiblichen Körper ändert sich stetig, weshalb beispielsweise ein Hormonstatustest nur bedingt aussagekräftig ist. Wer jedoch an mehreren Symptomen leidet, die die Lebensqualität beeinträchtigen und im besagten Altersdurchschnitt liegt, sollte besser einen ärztlichen Rat einholen. Sinnvoll ist es auch, ein Tagebuch zu führen, in welchem du festhältst, wie regelmäßig oder unregelmäßig deine Periode stattfindet. Auch die anderen Beschwerden kannst du dort eintragen. Gemeinsam mit deinem Arzt oder deiner Ärztin findest du Lösungen, wie du mit deinen Beschwerden umgehst. Es gibt jedoch einige Dinge, die du von Vornherein berücksichtigen kannst.

Wie komme ich gut durch diese Umbruchphase?

Um die Wechseljahresbeschwerden zu lindern, reicht es oft, nur kleine Dinge an deinem Lebensstil zu verändern. Folgende Dinge können dir während der Zeit der Perimenopause guttun:
  • Ernährung anpassen oder umstellen: Wer schon immer ausgewogen und gesund gegessen hat, darf diesen Punkt gerne überspringen. Generell ist es empfehlenswert, zu komplexen Kohlenhydraten, Vollwertprodukten, Lebensmitteln mit Omega-3-Fettsäuren und gesunden Ölen zu greifen. Du solltest zudem einen Blick auf deinen Vitamin D-, Calzium- und Balaststoffbedarf haben. Auch eine proteinreiche Ernährung ist für den Erhalt der Muskeln sinnvoll.
  • Bewegung in den Alltag integrieren: Das "beruhigende" Hormon Progesteron wird weniger im Körper, was zur Folge hat, dass Frauen unruhig, schlaflos und gereizt sind. Die beste Therapie dagegen ist und bleibt Bewegung. Denn indem du spazieren gehst oder ein Work-out machst, verringerst du dein Stresslevel deutlich.
  • Wenig Alkohol und Zigaretten: Rauchen verschlimmert frühe Wechseljahresbeschwerden wie etwa Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen. Darüber hinaus wirkt sich Alkohol im Übermaß grundsätzlich negativ auf deinen Körper aus – dein Schlaf leidet, deine Haut wird trocken und auch deine Figur mag keine Drinks.
  • Runterkühlen gegen die Hitzewallungen: Um den Hitzewallungen den Kampf anzusagen, hat sich der Zwiebellook bewährt gemacht. So kannst du nach und nach etwas ausziehen. Nasche kühlende Snacks wie Weintrauben, die du zuvor im Eisfach hattest. Statt einer Wärmflasche kannst du auch eine Kälteflasche machen: Einfach die Flasche mit kaltem Wasser für zwei Stunden in den Kühlschrank legen – und anschließend selbst runterkühlen.
Wer unter starken Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen oder vaginaler Trockenheit leidet, kann auch über eine Hormonersatztherapie (HET) oder Hormontherapie nachdenken. Im Rahmen der HET nimmst du synthetische oder bioidentische Formen von Östrogen und oft auch synthetischen Progesteron zu dir – in Form von Gelen, Tabletten oder Pflastern. Die Vor- und Nachteile einer solchen Behandlung sollten eingehend mit dem Arzt oder der Ärztin besprochen werden.
Neben einer Hormontherapie haben Frauen auch die Möglichkeit, auf natürliche Behandlungsmethoden zurückzugreifen oder Nahrungsergänzungsmittel wie etwa Traubensilberkerze gegen die Beschwerden einzunehmen. Manchen Frauen hilft Akupunktur, anderen bringen Entspannungs- und Atemübungen Linderung der Beschwerden. Letztlich muss jede Frau selbst ausprobieren, was hilft – und was nicht.
Quellen:
Frauenärzte-im-Netz: Hormonelle Umstellung in den Wechseljahren
Ob-Gyn.Coloradowomenshealth.com: Symptoms of Perimenopause and Menopause
ELTERN

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