Fruchtbarkeitstest für Männer
 
Sperma zu Hause selber testen?

Wenn sich der Kinderwunsch einfach nicht erfüllen will, liegt das häufig auch am Mann. Fruchtbarkeitstests für zu Hause versprechen schnelle Gewissheit in Sachen Zeugungsfähigkeit. Doch sind diese Tests wirklich verlässlich? Wir erklären, was die Schnelltests können.

Fruchtbarkeitstest für Männer
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Männer: Große Hemmungen vor dem ArztbesuchGemessen wird die Anzahl der Spermien pro MilliliterKeine verlässliche Alternative zum SpermiogrammSpermientest für zu Hause - wie denken Sie darüber?Selbsttests vergeuden oft wertvolle Zeit

Männer: Große Hemmungen vor dem Arztbesuch

An wem liegt's, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappen mag? Zu 30 Prozent an den Männern, zu 40 Prozent an den Frauen und bei 30 Prozent an beiden, so Frank Sommer, Urologe am UKE Hamburg. Nur gehen Frauen ganz selbstverständlich zum Gynägologen. Männer scheuen den Besuch beim Männerarzt.
Ein Fruchtbarkeitstest für zu Hause erscheint vielen daher als willkommene Alternative. Kein Schamgefühl bei der Anmeldung, keine peinliche Probenabgabe in einem Praxiskämmerchen. Einige Arzneimittelhersteller haben auf die Nachfrage reagiert und in den vergangenen Jahren eine Reihe von leicht anzuwendenden Selbsttests entwickelt. Und so geht's: Das Ejakulat wird durch Masturbation gewonnen und mit einer Flüssigkeit vermischt, deren Farbe nach einer Wartezeit umschlägt. Die Produkte SpermCheck, Fertiquick, Testpoint und Femtest sind nicht rezeptpflichtig. Der FertiQuick-Test ist z.B. ganz normal in der Apotheke erhältlich und ist ISO-TÜV zertifiziert.

Gemessen wird die Anzahl der Spermien pro Milliliter

Das Testergebnis zeigt, ob Spermien im Ejakulat sind. Die meisten Tests treffen dabei lediglilch eine Aussage darüber, ob mehr oder weniger als 20 Millionen Spermien pro Milliliter vorhanden sind. Denn bei einem Wert über 20 Millionen gelten Männer laut WHO als fruchtbar. Der Test Fertiquick unterscheidet im Ergebnis zwischen 0, fünf oder 20 Millionen Spermien. Männer, die zwischen fünf und 20 Millionen Spermien pro Milliliter haben, gelten zwar im Augenblick des Tests als eingeschränkt fruchtbar. Doch dieser Zustand könnte auch auf einen Infekt oder eine andere harmlose Krankheit zurückzuführen sein. Ist der Infekt ausgestanden, finden sich oft wieder mehr Samenfäden im Ejakulat. Weil Spermien immer neu gebildet werden, kann der Mann auf Erholung hoffen. Nur bei Werten unter fünf Millionen ist die Chance, ein Kind zu zeugen, extrem gering. Zum besseren Verständnis: Das Ejakulat eines Durchschnittsmannes enthält zwischen 80 und 120 Millionen Samenzellen pro Milliliter.

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Keine verlässliche Alternative zum Spermiogramm

Die Ergebnisse der Schnelltests für Männer, so Frank Sommer, Urologe am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf, lassen dennoch keinen eindeutigen Schluss auf die Fruchtbarkeit eines Mannes zu. Der Experte für Männergesundheit gibt zu Bedenken, dass auf dieser Grundlage keine Aussagen über Spermienvitalität, -motilität und -morphologie, also zur Lebendigkeit, Beweglichkeit und Form möglich sind. Gerade die Beweglichkeit der Spermien ist aber ausschlaggebend für eine erfolgreiche Befruchtung.
Der weltweit erste Professor für Männergesundheit hält die Selbsttests für medizinisch nicht sinnvoll. Lediglich nach einer Sterilisation wäre der Einsatz naheliegend. Der Schnelltest könne nachweisen, ob nach dem operativem Durchtrennen der Samenleiter tatsächlich keine Spermien mehr vorhanden sind.

Auf der folgenden Seite möchten wir auch Ihre Meinung erfahren. Würden Sie einen Selbsttest machen?

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