Zusatzblutungen
 
Zwischenblutung: Warum bluten manche Frauen zwischen den Tagen?

Die Regelblutung kennt jede Frau. Aber wusstest Du, dass es auch Blutungen zwischen den Tagen gibt? Meistens sind Zwischenblutungen harmlos. Wir erklären, wann und warum sie auftreten.

Frau mit buntem Slip
iStock, EHStock

Bei vielen Frauen ist die Monatsblutung nicht die einzige Blutung im Monat. Bei ihnen kommt es außerhalb des Zyklus zu sogenannten Zwischenblutungen. Also Blutungen zwischen den normalen Menstruationsblutungen. Oft werden sie auch Zusatzblutungen genannt. Es gibt eine ganze Reihe von Gründen für das Auftreten von Zwischenblutungen. Wir stellen die wichtigsten vor:
Hormonelle Störungen sind der häufigste Grund für Zwischenblutungen. Kehren sie zu einem festen Zeitpunkt innerhalb des weiblichen Zyklus wieder, werden sie meist durch einen Östrogenmangel ausgelöst. Treten die Zusatzblutungen unvorhersehbar auf, haben sie andere organische Ursachen. Sie könnten auf eine Erkrankung hindeuten.
Zwischenblutungen treten meistens in der Form von Schmierblutungen auf. Sie werden auch Spotting genannt und unterscheiden sich optisch und in ihrer Konsistenz von der Monatsblutung. Eine Schmierblutung ist bräunlicher und eher schleimig. Sie dauert nur ein bis drei Tage und fällt in der Regel leichter aus als die Menstruation.

Welche Arten von Zwischenblutung gibt es?

Die Ovulationsblutung
Die Ovulationsblutung ist eine Zwischenblutung, die als Schmierblutung auftritt. Die Ursache ist ein Absinken des Östrogenspiegels nach dem Eisprung. Es kommt dadurch zu einer Hormonentzugsblutung. Die Ovulationsblutung fällt eher leicht aus und dauert ein bis drei Tage. Sie geht häufig mit einem leichten Mittelschmerz einher. Dieser heißt so, weil er nach dem Eisprung, also in der Mitte des Zyklus vorkommt. Diese Form der Zwischenblutung heißt daher auch Mittelblutung. Sie stellt zwar eine Zyklusstörung dar, hat medizinisch gesehen aber keinen Krankheitswert. Tritt sie jedoch sehr häufig oder gar regelmäßig auf, ist es ratsam, die Symptome von einem Arzt abklären zu lassen. Nur so können andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Eine Gelbkörperschwäche
In der zweiten Zyklushälfte sorgt der Anstieg des Gelbkörperhormons Progesteron für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und für die Aufrechterhaltung einer späteren Schwangerschaft. Frauen mit einer sogenannten Gelbkörperschwäche haben einen eher unregelmäßigen Zyklus, eine kürzere zweite Zyklushälfte und häufig Zwischenblutungen in der zweiten Zyklushälfte. Ein Progesteronmangel führt bei den betroffenen Frauen dazu, dass sich in die unterversorgte Gebärmutterschleimhaut keine befruchtete Eizelle einnisten kann, oder es nach kurzer Zeit zu einer Fehlgeburt kommt. Bei unerfülltem Kinderwunsch sind Zwischenblutungen ein wichtiger Hinweis für den behandelnden Arzt. Als Behandlung kommt häufig eine Hormon-Therapie in Frage.

Die Abbruchblutung
Die sogenannte Abbruchblutung fällt etwas kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft als die normale Regelblutung aus. Sie tritt in der Einnahmepause der Pille auf. Im Körper ist zu wenig Östrogen und Progesteron vorhanden, um die bis dahin aufgebaute Gebärmutterschleimhaut weiter aufrechtzuerhalten. Die dann folgende Abbruchblutung wird daher Hormonentzugsblutung genannt.

Dabei handelt es sich - wie häufig angenommen - nicht um eine normale Regelblutung. Die sogenannte Pseudomenstruation kommt lediglich durch den Hormonentzug zustande. Zwar wird auch Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, sie ist aber nicht mit der zu vergleichen, die während eines natürlichen Zyklus aufgebaut wird.
Bei der Verwendung oder dem Absetzen anderer Hormonpräparate (z.B. in den Wechseljahren) kann es ebenfalls zu einer Abbruchblutung kommen.

Die Durchbruchblutung
Beim Einsatz hormoneller Verhütungsmittel – wie der Pille – kann auch eine Durchbruchblutung vorkommen. Sie tritt aber außerhalb der üblichen Einnahmepause und der darin stattfindenden Abbruchblutung auf. Die Durchbruchblutung gilt als Sonderform der Abbruchblutung und ist in der Regel eine Schmierblutung.
Die Ursache ist die Einnahme einer Pille, die nicht optimal auf den persönlichen Hormonspiegel abgestimmt ist. Häufig enthält die Pille zu wenig Östrogen oder – wie bei der Minipille – ausschließlich Gestagen. Die Gebärmutterschleimhaut kann aufgrund der zu geringen Hormondosis nicht länger aufrechterhalten werden. Schon vor der geplanten Pillenpause kommt es zu einer Durchbruchblutung.
Ähnliche Zwischenblutungen treten bei einem Wechsel der Pille auf. In der Regel sind sie harmlos. Gehen die Blutungen jedoch mit Unterleibschmerzen und Fieber einher, ist es wichtig, sofort den Frauenarzt aufzusuchen.

Die Einnistungsblutung
Nistet sich eine befruchtete Eizelle erfolgreich in die Gebärmutterschleimhaut ein, kann diese dabei verletzt werden. Die Folge ist eine leichte Blutung, die etwa vier bis sechs Tage nach der Befruchtung auftritt und ein erstes Anzeichen für eine Schwangerschaft sein kann. Frauen mit einem regelmäßigen Zyklus können sie gut von der Periode unterscheiden, die ja erst 14 Tage nach dem Eisprung einsetzt. Aber auch Farbe und Stärke der Einnistungsblutung (auch Nidationsblutung) deuten darauf hin, dass es sich nicht um die normale Periode handelt. Das Blut ist heller und rötlicher. Außerdem ist die Blutung nicht schmerzhaft und meistens nur sehr kurz. Dauert sie dennoch mehrere Tage, bleibt sie im Gegensatz zur stärker werdenden Periode konstant.
 
Tritt eine Blutung während der ersten Schwangerschaftswochen auf, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Einnistungsblutung. Hin und wieder kommt es aber auch vor, dass Schwangere harmlose Blutungen jeweils zu der Zeit haben, in der ohne Schwangerschaft die Periodenblutung fällig gewesen wäre. Die Ursache dafür ist noch nicht geklärt. Es handelt sich dabei aber nicht um eine echte Periodenblutung.

Kontaktblutungen
Das Gewebe von Scheide und Gebärmutter neigt dazu, leicht zu bluten. Ungestümer Geschlechtsverkehr kann manchmal zu einer sogenannten Kontaktblutung führen. Auch eine frauenärztliche Untersuchung kann das Gewebe so reizen, dass es leicht blutet. Diese Art der Zwischenblutung hat also nichts mit den bisher aufgezählten Varianten zu tun. Das austretende Blut ist hellrot, klar und flüssig. Bei entsprechender Schonung heilen die verletzten Stellen schnell von selbst. Tritt allerdings bei jedem Geschlechtsverkehr eine Blutung auf, ist das Blut trüb oder die Blutung schmerzhaft, ist es besser, die Symptome bei einem Frauenarztbesuch abzuklären.

Zwischenblutungen in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft ist man die Menstruation erst einmal los. Zu Blutungen kann es aber dennoch kommen. Etwa die Hälfte der Schwangeren berichtet von Zwischenblutungen in den ersten drei bis vier Monaten der Schwangerschaft. Meistens ist das kein Grund zur Panik und hat nichts mit einer drohenden Fehlgeburt zu tun. Ein Arztbesuch ist jedoch immer angeraten. Nicht zuletzt, um der werdenden Mutter die Sorge zu nehmen.
Ursachen für Blutungen in der Schwangerschaft können eine Infektion des Gebärmutterhalses oder der Vagina sein. Auch eine tief sitzende Plazenta (Plazenta Praevia) kann Blutungen auslösen. Weitere Gründe sind meist harmlose Gewebeablösungen oder eine Kontaktblutung nach dem Geschlechtsverkehr. Eher selten ist eine vorzeitige Ablösung der Plazenta, die auch mit starken Schmerzen verbunden wäre.
Ob schwanger oder nicht, kommen Dir die Zwischenblutungen komisch vor, hast Du Schmerzen, sind die Blutungen sehr stark oder treten ungewöhnlich häufig auf, geh zu Deinem Frauenarzt oder frag Deine Hebamme um Rat. Höre auf Deinen Bauch!