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Gewusst? Darum können kleine Kinder noch gar nicht lügen

Kind hält sich Hände vor Mund
© Yuliya Evstratenko / Shutterstock
Manchmal beschleicht uns Eltern das Gefühl, dass uns schon unsere unschuldigen Dreijährigen für doof verkaufen wollen und uns an der Nase herumführen. Liebe Eltern, dem ist nicht so: Kleine Kinder sind noch gar nicht in der Lage zu lügen. 

Kinder sind Meister darin, uns an unsere Grenzen zu bringen. Manchmal fragt man sich als Elternteil schon, ob ein ausgefuchster Plan hinter ihrem Handeln steckt und dieses zauberhafte Kind gerade Böses im Schilde führt, um seinen Willen zu bekommen. Liebe Mit-Eltern, wir können euch beruhigen: Eure Kinder sind weder böse noch notorische Lügner – zumindest nicht, wenn sie noch unter sechs sind. Denn Kinder können etwa bis zu diesem Alter überhaupt nicht bewusst lügen. 

Von wegen Lügenbold...

Das liegt vor allem daran, dass ihr Gehirn noch ganz anders funktioniert, als das von uns Erwachsenen. Wie genau erklärt Pia Kabitzsch auf ihrem Youtube-Kanal psychologeek kurz, knapp und verständlich, aber auch, warum Babys weinen, wenn Mama und Papa nur mal eben den Raum verlassen oder, warum Versteckspielen mit Kindern in den ersten Lebensjahren wirklich frustrierend sein kann. Und natürlich, warum Kinder erst im Durchschnitt mit sechs Jahren überhaupt in der Lage sind, zu lügen.

Die Voraussetzungen fehlen noch

Um überhaupt lügen zu können, muss man sich in andere Menschen hineinversetzen können. Bis etwa zu ihrem sechsten Lebensjahr glauben Kinder jedoch, das alle anderen auch wissen, was sie wissen und sehen, was sie auch sehen. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass sie glauben, andere würden sie nicht sehen, wenn sie sich die Hände vor das Gesicht halten. Ganz nach dem Motto: Wenn ich dich nicht sehe, kannst du mich auch nicht sehen. Dass das nicht so ist, müssen sie erst einmal gedanklich begreifen. Fachsprachlich nennt man diese Voraussetzung, das eigene Verhalten und das anderer zu verstehen und vorherzusagen Theory of Mind, kurz ToM. Zwar zeigen Kinder schon mit etwa einem Jahr erste, minimale Ansätze dieser Fähigkeit, um Lügenkonstrukte zu bauen, reicht das aber noch lange nicht.  

So testest du dein Kind

Manche Kinder sind schon mit vier Jahren in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen, andere mit neun Jahren. Im Durchschnitt sind die Kinder etwa sechs Jahre alt, wenn sie diese Entwicklungsstufe vollzogen haben. Mit der "Maxi und die Schokolade"-Aufgabe kann man ganz einfach testen, wie es um die ToM beim eigenen Kind steht.

Dafür spielt man ihnen diese Geschichte mit Puppen vor: Maxi legt ein Stück Schoki in einen Schrank und geht dann raus zum Spielen. Danach kommt ihre Mama, nimmt die Schokolade aus dem Schrank und legt sie in eine Schublade. Maxi kommt wieder rein und will sich ihre Schokolade schmecken lassen. Wo wird Maxi die Schokolade suchen?

Die meisten Kinder unter drei werden antworten, dass sie die in der Schublade sucht, erklärt Pia Kabitzsch. Mit vier Jahren sind Kinder in einer Art Übergangsphase und mit sechs Jahren können die meisten Kids die Aufgabe richtig lösen und sich bewusst in die Perspektive von Maxi reindenken und vorhersehen. 

Lügen muss man lernen

Fazit: Um zu lügen, muss ein Kind erstmal verstehen, dass der andere nicht weiß, was man selbst weiß. Gleichzeitig sie sich auch erst dann auf Nachfrage, wer denn beispielsweise den Teller runtergeschmissen oder die Schoki heimlich gefuttert hat, dumm stellen. Meist geht das erst im Alter von sechs bis acht Jahren. 

Noch ein paar Lacher zum Schluss? Dann haben wir noch ein wenig Inspiration zum Versteckspielen parat. Getreu dem Motto:

Quellen: Eigenrecherche, Youtube psychologeek "Warum Kinder nicht lügen können."


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