Sport für Kleinkinder
 
Hüpfend zu mehr Selbstsicherheit

Bewegung macht nicht nur schlank und schlau, sondern auch selbstsicher. Unsere Bildershow zeigt, wie Sie Ihr Kind auf Trab halten können.

Bildershow "Ich hüpfe, also bin ich"

Weiterlesen

Bewegung macht Spaß und schlau

Was Zweijährige außer Bett und Regal im Zimmer brauchen? Möglichst viel Platz!

Kinder, die sich viel bewegen, dabei ihren Körper und dessen Grenzen kennen lernen, stärken ihr Ich-Gefühl. Das heißt: Sport macht nicht nur schlank und schlau, sondern auch selbstsicher. Kein Wunder also, dass die Natur von Geburt an jedem Kind viel Freude am Turnen und Toben mitgegeben hat. Wenn sie diesem natürlichen Drang nur immer nachgeben könnten! Leicht ist es nicht, denn die Wohnverhältnisse sind dafür nicht immer geschaffen. Die Nerven mancher Mitmenschen auch nicht. Oft machen kleine Kinder die Erfahrung, dass sie gerade dann gelobt werden, wenn sie brav auf dem Stuhl sitzen. Dabei ist es doch so, wie die Sportpädagogin Dr. Renate Zimmer schreibt: "Nur wenn Kinder ausreichend Bewegungsmöglichkeiten haben, können sie auch zu Ruhe und Konzentration finden."

Kinder möchten mit Bewegung experimentieren

Nur Kinder, die viel toben, können auch zu Ruhe und Konzentration finden.

"Sie wollen mit ihrem Körper die Welt und ihre physikalischen Gesetze erfahren. Und wie sie selbst Einfluss nehmen können", sagt Andrea Zemke vom Deutschen Turner-Bund (DTB) in Frankfurt. Wir müssen also die Bremse lockern. Das fängt damit an, dass wir lernen, uns über die Bewegungslust unserer Kinder zu freuen – auch wenn wir selbst manchmal ein wenig Ruhe nötig hätten. Und wir dürfen die kleinen Hüpfer nicht mit unserer eigenen Ängstlichkeit anstecken. Solange sie nicht gerade das Bücherregal hochklettern, sollten wir uns Ermahnungen verkneifen. Auch unsere Vorbildrolle ist entscheidend. Dauerglotzende Couch-Kartoffel-Eltern ziehen leider oft genug Bewegungsmuffel heran. Man muss ja kein Athlet sein, aber wer selbst keinen Sport treibt, kann mit seinem Dreijährigen wenigstens im Wald Fangen und Verstecken spielen.

Was Ein- bis Dreijährige schon können

Ab etwa 18 Monaten

  • Ein paar Schritte rückwärts gehen
  • Auf einen Stuhl steigen
  • Auf beiden Beinen hüpfen
  • Sich irgendwo hindurchwinden
  • Ungezielt werfen

Ab etwa 24 Monaten

  • Freihändig Treppen steigen
  • Einen Ball kicken ohne umzukippen
  • Auf 20 cm breitem Streifen balancieren
  • Einen Ball zufällig fangen
  • Rollen um die Längsachse
  • Rennen, Hüpfen

Ab etwa 30 Monaten

  • Ganz kurz auf einem Bein stehen
  • Auf einem Bein hüpfen
  • Irgendwo herunterspringen
  • Purzelbaum

Freiraum für Bewegungsdrang

Aber auch zu Hause brauchen die Kinder Raum, um allein loslegen zu können. Damit sie nicht immer betteln müssen: "Papa, geh mit mir raus." Selbst in einer kleinen Etagenwohnung, so Experten, kann man Freiraum für Kinder schaffen:

  • In einem Haus ohne Garten und mit kleinem Kinderzimmer findet sich vielleicht ein Keller- oder Speicherraum, der zum Toben verwendet werden kann.
  • Ins Kinderzimmer gehören nur Möbel, die unbedingt nötig sind: Bett, Regal oder Kommode, vielleicht ein Tisch mit Stuhl. Das schafft Bewegungsfreiheit. Hosen und T-Shirts kann man schließlich auch im Flur oder Elternschlafzimmer unterbringen.
  • Erlaubt ist, was schwingt und sich beklettern lässt: eine Schaukel im Türrahmen,
  • ein Seil von der Decke, eine Kiste zum Besteigen, eine Matratze zum Hüpfen, später vielleicht ein Hochbett mit Rutsche. Oft reichen auch Alltagsgegenstände, um spielend in Bewegung
  • zu bleiben.

Kinderturnen für Kindergartenkinder

Bis sie drei, vier Jahre alt sind, brauchen Kinder noch keine ausgeklügelten Spiele. Hauptsache, sie können alle neuen Fertigkeiten (Rennen, Hüpfen, Rollen, Balancieren) möglichst oft ausprobieren. Und wann ist es Zeit für "richtigen" Sport, im Verein? "Im Kindergartenalter bieten sich Kinderturnen und Schwimmen an", sagt Andrea Zemke vom Deutschen Turner-Bund. "Denn hier findet ganzheitliche Körperschulung statt. Ab fünf können Kinder dann auch spezifische Sportarten wie Judo oder Ballett lernen." Nur eines, das werden selbst die Sportlichsten nie schaffen:wie ein Schimpanse von Baum zu Baum zu hüpfen.