Lesespaß
 
Bücher machen schlau

Vom ersten Stoffbilderbuch bis zu lustigen Abenteuergeschichten - Bücher helfen Kindern, die Welt besser zu verstehen, und fördern ihre Intelligenz. Außerdem ist es ein schönes Ritual, jeden Abend vor dem Zubettgehen seinem Kind ein Bilderbuch vorzulesen. Eine ganz besondere Zuwendung, die Kinder sehr genießen und gleichzeitig eine sehr gute Förderung, die Spaß macht.

Lesespaß: Bücher machen schlau

Babys lieben Bücher. Das Pappbilderbuch, das sie in den Mund nehmen und runterwerfen dürfen. Und das wasserfeste Plantschbuch, das mit in die Badewanne darf. Das weiche, knisternde Fühlbuch, das alle Sinne stimuliert. Aber können sie auch etwas anfangen mit einem Buch? Ja! Ab etwa sechs Monaten freut sich das Baby vor allem an klaren Farben und einfachen Formen. Ganz allmählich erkennt es auf den Bildern - zuerst mit Hilfe von Mama und Papa, bald auch allein - Dinge aus seinem Alltag wieder: die Ente, den Ball, den Teddy.

Wichtig für Eltern: Je einfacher die Gegenstände gemalt sind, umso besser. Zu viele Details überfordern. Ab etwa einem Jahr genießen es Kinder - auf Mamas oder Papas Schoß sitzend - Geschichten vorgelesen zu bekommen. "Vorlesen fördert die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind,weil Kinder exklusive Zuwendung erleben", bestätigt Entwicklungspsychologin Claudia Martin aus Würzburg.

In der Schule fällt es Kindern, denen von Anfang an viel vorgelesen wurde, nachweislich leichter, lesen und schreiben zu lernen. Der Grund: Vorlesen regt gleich drei Bereiche der kindlichen Intelligenz an:

1. Die Fähigkeit, Symbole zu erkennen

Anfangs wird ein Baby das Feuerwehrauto im Bilderbuch als rotes Ding wahrnehmen. Mit dem "Tatütata" auf der Straße bringt es das Bild nicht in Verbindung. Erst ab Ende des ersten Lebensjahres kann es erkennen, dass die flache, zweidimensionale Abbildung im Buch das Fahrzeug mit der lauten Sirene meint. Das Baby hat damit eine große Transferleistung vollbracht. Mit Büchern entdecken Kinder die Symbolebene. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sie später das Prinzip der Schrift verstehen.

2. Das Sprachvermögen

Im ersten Lebensjahr lernen Kinder ihre Muttersprache passiv, das heißt durch Zuhören. Sind die ersten Worte aber erst mal geschafft, vermehrt sich der Wortschatz der Kinder rasant. In der so genannten "Benennungsphase" hilft Vorlesen Kindern, all den Gegenständen, die sie schon lange kennen, einen Namen zu geben. Später lernen Kinder beim Vorlesen,wie Satzstruktur und Grammatik funktionieren. Sie speichern Satzmuster und Redewendungen automatisch und ohne jeden Druck, denn sie sitzen auf Mamas oder Papas Schoß, spüren die Nähe und Wärme und fühlen sich geborgen. Beim Reden über Bücher vermitteln Eltern ihrem Kind außerdem: Du bist ein kluger, lernfähiger Mensch. Das ist wichtig für das Selbstbewusstsein des Kindes.

3. Das Gedächtnis

Egal, ob Kinder ihre Lieblingsgeschichte zum zehnten oder zum hundertesten Mal hören, sie passen immer ganz genau auf. Sie reagieren empört, wenn Mama auch nur ein Wort weglässt. Denn sie überprüfen ständig, ob die Geschichte noch genauso klingt, wie sie sie in ihrer Erinnerung gespeichert haben. Kinder brauchen Wiederholungen,um neues Wissen zu erlangen und um ihr Gedächtnis aufzubauen.