Zerstörungswut
 
Was steckt dahinter, wenn Kinder alles kaputtmachen?

Inhalt: 
1. Forscherdrang: Was kann man damit alles machen?2. Trotz und Wut: Ich will das aber! Ich bin stinksauer!3. Überforderung: So geschickt bin ich doch gar nicht!4. Nachahmung: Das kann ich so gut wie die Großen, oder?5. Falsches Spielzeug: Das ist doch einfach nur doof!6. Aufmerksamkeit suchen: Achtung, ich bin auch noch da!

3. Überforderung: So geschickt bin ich doch gar nicht!

Wichtig: Das Kind niemals entmutigen!

Der Tisch ist gedeckt. Fehlt nur noch die Milchtüte. Puh, ist die glitschig. Und schwer! Viel schwerer als gedacht. Keine Chance - mit einem dumpfen "Plop" zerplatzt die Tüte. Natürlich auf dem empfindlichen Teppichboden. Ob die Flecken jemals rausgehen? Mama ist fassungslos. Das Kind auch: Es hatte sich etwas vorgenommen und ist gescheitert. Das tut ganz schön weh. Jetzt braucht vor allem der Pechvogel Trost - der Teppich muss warten, auch wenn die Milch eintrocknet.
Unfälle wie dieser passieren Kleinkindern häufig, denn sie neigen dazu, ihr Können zu überschätzen. Da hilft nur genaues Beobachten: Was kann mein Kind bereits, was nicht? Vielleicht kann es die Milchtüte noch nicht tragen, den Brotkorb dagegen serviert der kleine Kellner ohne Mühe. Wichtig: Das Kind niemals entmutigen! Bemerkungen wie "Das geht schief" oder "Das schaffst du nicht" sind tabu!

4. Nachahmung: Das kann ich so gut wie die Großen, oder?

Wenn Kinder mithelfen, lernen sie automatisch, Dinge zu respektieren

So viel zu können wie Papa, so geschickt sein wie Mama: den Saft einschenken, den Einkaufswagen schieben, den Schlüssel ins Schloss stecken! Kleine Kinder wollen den Eltern nacheifern und ihnen helfen. Das bringt sie in ihrer Entwicklung vorwärts. Aber macht Eltern nicht immer glücklich. Zum Beispiel dann nicht, wenn der Dreijährige mit Mamas Unterwäsche das Bad putzt. Erst an ihrem spitzen Schrei erkennt er, dass er etwas falsch gemacht hat. Was, weiß er nicht. Denn noch kann er ein Seidenhöschen nicht von einem Putzlappen unterscheiden.
Auch wenn Du toben und schreien möchten: Besser ist es, gute Miene zu machen, zwei Lappen zu holen und dem Kleinen zu zeigen, wie man putzt. Wahrscheinlich macht die Aktion Spaß, der Ärger vergeht. Außerdem lohnt es sich, den Nachahmungstrieb der Kinder zu fördern. Wenn Kinder mithelfen, lernen sie automatisch, Dinge zu respektieren. Das schont langfristig das häusliche Inventar.