Zerstörungswut
 
Was steckt dahinter, wenn Kinder alles kaputtmachen?

Inhalt: 
1. Forscherdrang: Was kann man damit alles machen?2. Trotz und Wut: Ich will das aber! Ich bin stinksauer!3. Überforderung: So geschickt bin ich doch gar nicht!4. Nachahmung: Das kann ich so gut wie die Großen, oder?5. Falsches Spielzeug: Das ist doch einfach nur doof!6. Aufmerksamkeit suchen: Achtung, ich bin auch noch da!

5. Falsches Spielzeug: Das ist doch einfach nur doof!

Wenn das Angebot an Spielzeug zu groß ist, lernen Kinder weniger

Nie mehr "Muh"! Das schreckliche Plastikteil mit den Tiergeräuschen ist hin. Hundertmal die Kuhtaste gedrückt, dann war der Reiz des Spielzeugs verflogen. Ob man was anderes damit machen kann? In der Badewanne schwimmen lassen vielleicht? "Gott sei Dank, endlich kaputt", denkt die Mutter und wirft das nasse Gerät erleichtert in die Restmüll-Tonne. Nicht erfreut ist sie dagegen, als die teure Sprechpuppe ihren Geist aufgibt. Dabei konnte das Töchterchen nichts dafür - es war mit der Technik einfach überfordert.
Kleinkinder brauchen altersgerechtes Spielzeug, das die Phantasie anregt und robust ist. Dann kann man ihnen auch Vorsicht beibringen. Versucht der Zweijährige zu testen,welche Fallhöhe der Bagger aushält, muss er wissen: Geht das gute Stück kaputt, gibt's kein neues. Manche Zimmer sind so überfüllt, dass die Kleinen gar nicht anders können, als über Matchbox-Autos und Lego-Schienen zu stolpern. Das Angebot ist zu groß, Kinder lernen nicht mehr, sich längere Zeit mit einem Spielzeug zu beschäftigen. Ihnen fehlt die Konzentration, um herauszufinden: Wie funktioniert das richtig? Kein Wunder also, wenn öfter mal etwas zu Bruch geht.

6. Aufmerksamkeit suchen: Achtung, ich bin auch noch da!

Für kleine Kinder ist Aufmerksamkeit so wichtig wie Essen und Trinken

Warum dreht sich Mama nicht um? Ich habe sie doch schon einige Male gerufen. Sie soll endlich meine selbst gebaute Eisenbahn angucken. Die ist so toll! Aber Mama lässt sich von ihrer Arbeit nicht ablenken. Ein Ruck an der Zimmerpalme, und das Blatt ist ab. Jetzt muss Mama gucken, schließlich ist Blattabreißen streng verboten!
Für kleine Kinder ist Aufmerksamkeit so wichtig wie Essen und Trinken. Bekommen sie zu wenig davon, protestieren sie. Wenn ein Kind sogar Schimpfe in Kauf nimmt, um Zuwendung zu bekommen, ist allergrößter Mamabedarf angesagt. Spätestens jetzt sollte sie alles stehen und liegen lassen und die Bahn gebührend bewundern. Und vielleicht auch kurz überlegen: Nehme ich mir genug Zeit für mein Kind?