Selbstständigkeit
 
"Das kann ich schon!"

Kinder sind stolz darauf, selbstständig zu sein: Ob das beim Zähneputzen oder beim Anziehen ist. Aber was können sie in welchem Alter? Und wobei sollten Eltern ruhig noch ein bisschen helfen?

Inhalt: 
Sich selbst anziehenDen Tisch deckenAns Telefon gehenAuswärts übernachtenDie Uhr lesen

Sich selbst anziehen

Selbstständigkeit: "Das kann ich schon!"

Egal, ob das T-Shirt mit der Naht nach außen übergestreift wird oder der linke Schuh am rechten Fuß landet - Hauptsache, sie haben es allein getan! Ab drei Jahren wollen und können sich die Kleinen ruhig selbst anziehen, auch wenn sie beim Schleifebinden oder Jackeknöpfen noch ein bisschen Hilfe brauchen. Was sie allerdings noch nicht hinkriegen: selbst entscheiden, welches Kleidungsstück es sein soll. Da hilft es, wenn Mama und Papa klare Vorgaben machen.

Den Tisch decken

Kinder wollen Erwachsene sein - und machen deshalb am liebsten alles nach, auch das Tischdecken. Was manchmal praktisch ist, aber auch danebengehen kann: Eine Dreijährige lässt einfach mal einen Teller fallen. Egal - nur so kann man lernen. Am besten mit geduldigen und hilfsbereiten Eltern.Übrigens: Im Kindergartenalter sollte es noch keine Pflicht sein, im Haushaltmit anzupacken. Kinder wollen Mama zwar gern ab und zu zur Hand gehen, aber freiwillig.

Ans Telefon gehen

Nichts ist für Kinder faszinierender als dieser merkwürdige Apparat, der so oft klingelt und aus dem manchmal sogar Omas Stimme spricht. Ist aber nicht die Großmutter an der Strippe, sondern ein Call-Center-Agent, sind Kinder hilflos und überfordert. Deshalb: Immer in der Nähe bleiben, wenn der Sprössling zum Hörer greifen will. Und wenn er dann vier oder fünf ist, kann man ihm beibringen, wie man sich meldet: Vor- und Nachnamen nennen - und danach sagen, dass man Mama oder Papa holt.

Auswärts übernachten

Beim Kindergartenfreund zu übernachten ist ein großes Abenteuer! Die fremde Umgebung, ein anderes Abendessen, ungewohnte Rituale - alles ziemlich spannend. Zumindest am Nachmittag. Aber wenn’s dann ein paar Stunden später so weit ist und man im Schlafanzug im fremden Badezimmer steht, werden Kinder oft kleinlaut: Plötzlich ist die Matratze härter als zu Hause, die Bettdecke dünner, das Zimmer heller.Mit drei Jahren verängstigt eine fremde Umgebung viele Kinder - mit fünf finden sie es aufregend. Am besten klappt’s, wenn das Kind die andere Wohnung - und alle Bewohner - richtig gut kennt. Und wenn’s kritisch wird, sollte das Lieblingskuscheltier im Gepäck sein - und die Zusage der Eltern: Wenn du nicht mehr möchtest, holen wir dich ab!

Die Uhr lesen

Bis sie in die Schule kommen, können Kinder mit Zeit und Zeitangaben wenig anfangen. Ihnen beizubringen, die Uhr zu lesen, ist vergebliche Liebesmüh. Was allerdings klappt: spielerisch das Zeitgefühl zu trainieren. Beispielsweise so: "Jetzt ist der große Zeiger auf der Zwölf. Wenn er bis zur Sechs gewandert ist, gibt es Mittagessen." Oder: "Du darfst jetzt noch eine halbe Stunde spielen, dann geht es ins Bett. Das ist, wenn der große Zeiger auf der Zwölf steht und der kleine auf der acht." Übrigens: Kinder finden Sand- und Eieruhren faszinierend. Prima! Denn mit ihnen kann man spielerisch ihr Zeitgefühl schärfen, zum Beispiel beim Zähneputzen.