Geschlechterunterschiede
 
Typisch Mädchen, typisch Junge!

Jungs fahren auf Autos ab. Mädchen wollen Puppenmama sein. Allen erzieherischen Versuchen, dies zu ändern, zum Trotz - das Klischee stimmt meist. Wie und was spielen Jungs und Mädchen? Und ab wann fängt es mit dem Unterschied an?

Geschlechterunterschiede: Typisch Mädchen, typisch Junge!

Was spielen Jungs und Mädchen?

Kleine Jungen wollen Lokführer werden, kleine Mädchen am liebsten Tierärztin - das ist nichts Neues. Und Jungen lieben Spiele, bei denen sie ihre Kräfte messen können. Mädchen dagegen mögen Spiele, in denen sie kommunizieren und kooperieren können. Aber warum? Dafür sorgen Mutter Natur und die Kultur, in der wir leben. Im Mutterleib werden die Kinder mit Hormonen in unterschiedlicher Dosierung versorgt. Dazu kommt noch die Erziehung, allerdings nicht nur die der Eltern. Großeltern, Kindergärten, Sportlehrer - sie alle teilen Kindern jeden Tag aufs Neue mit, was in unserer Gesellschaft als weiblich und was als männlich gilt.

Typisch männlich! Typisch weiblich!

Was die Wissenschaft heute über die Entwicklung von Mädchen und Jungen weiß. Eine Liste der kleinen Unterschiede - und was sie für Eltern bedeuten. Klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke!

Verhalten sich Mädchen von Natur aus anders als Jungen?

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Wer spielt mit wem?

Jungen tun sich gern zu kleinen Gruppen von vier bis sechs Jungs zusammen. Mädchen fühlen sich in Zweier- oder Dreierkonstellationen wohl. Mehr Kinder bedeutet mehr Action - weshalb kleine Jungsbanden im Kindergarten oder auf dem Spielplatz öfter anecken als Mädchencliquen. Mädchen und Jungen profitieren, wenn sie auch miteinander spielen. Sie lernen andere Verhaltensweisen kennen, ergänzen sich in Fähigkeiten und Interessen. Gefördert werden Jungs-Mädchen-Freundschaften durch gegenseitige Einladungen und Ausflüge von mehreren Familien mit vielen verschiedenen Kindern.

Ab wann fängt es mit dem Unterschied an?

Mit ungefähr drei Jahren entdecken Kinder ihre Zugehörigkeit zu einem Geschlecht: Mädchen sind wie Frauen, Jungs wie Männer. Für kleine Jungen ist das ein schwieriger Prozess: Sie müssen sich von der Mutter abgrenzen, wenn sie ein Mann werden wollen. Mädchen können sich weiterhin an Mama orientieren.

Spätestens im Kindergartenalter hat sich das Grundmuster verfestigt: Mädchen basteln Osterkörbe am Maltisch und spielen in der Puppenecke "Vater, Mutter, Kind". Jungen toben und raufen im Freien und lassen auf dem Bauteppich Autos zusammenkrachen. Natürlich nicht alle, aber die meisten. Schuld daran ist ohne Zweifel auch das Hormon Testosteron.

Was Eltern für ihre Töchter tun können

Seien Sie mutig!
Damit Töchter keine zaghafte, ängstliche Lebenseinstellung entwickeln, brauchen sie Eltern, die nicht ständig Angst um sie haben.

Lassen Sie Ihr Kind Türme bauen!
Mädchen schneiden beim räumlichen Vorstellungsvermögen schlechter ab als Jungen. Räumlich-visuelles Denken kann man aber üben. Kleine Mädchen, die zum Beispiel dazu angeregt werden, mit Bausteinen zu spielen, haben einen Vorteil.

Fußballspielen? Erlauben Sie es!
Sport trainiert die räumliche Vorstellungskraft. Fußballspielen und Radfahren gelten als besonders gute Übungen. Jede sportliche Betätigung stärkt dazu das Selbstbewusstsein und beugt Depressionen vor, zu denen Mädchen stärker neigen als Jungen.

Was Eltern für ihre Söhne tun können

Ermuntern Sie zum Malen!
Jungen haben öfter als Mädchen Defizite in der Feinmotorik. Regen Sie Ihren Sohn deshalb regelmäßig zum Ausmalen, Basteln und anderen feinen Arbeiten an.

Lassen Sie Schwäche zu!
Gefühle äußern, sich auch mal gehen lassen - noch immer wird das als unmännlich empfunden. Damit sich das ändert, sollten Sie Söhne mit Indianer-kennen-keinen-Schmerz-Sprüchen verschonen.