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Kinder stärken Positive Sätze, die besser sind als "Hör auf zu weinen"

Kommunikation mit Kindern: Eltern die positiv mit ihrer Tochter kommunizieren
Kommunikation mit Kindern: Wie positive Sprache positives Handeln fördert
© Westend61 / Getty Images
In stressigen Situationen sagen Eltern oft unüberlegte Dinge zu ihren Kindern. Davon kann einiges missverstanden werden, verletzen oder Schamgefühle auslösen. Wir zeigen, wie ihr negative Sprache vermeidet und Aussagen umformulieren könnt. Positive Kommunikation mit Kindern ist eigentlich ganz einfach …  

Negative Sprache führt zu negativem Denken, heißt es. Deswegen ist es ratsam, auch in der Kommunikation mit Kindern besonders achtsam zu sein. Viele Eltern konzentrieren sich auf das, was das Kind nicht kann, statt den Blick auf dessen Fähigkeiten zu richten.

Bestimmt kennst du folgende Situation: Ihr seid auf dem Weg zum Kindergarten und in Eile. Dein Kind fährt auf dem Gehweg mit dem Roller voraus. In der Ferne siehst du eine Mutter samt Kinderwagen und Hund auf euch zukommen und der Weg wird eng. Du rufst: "Bitte nicht auf die Straße fahren!", oder "Bitte nicht so rasen!" 

Dein Kind wird vermutlich verwirrt sein. Der Grund dafür könnte deine verneinende Formulierung sein. Denn zu sagen, was es nicht tun soll, fällt Eltern (besonders in brenzligen Situationen) oft leicht. Dabei kann das kindliche Gehirn positive Sätze viel besser aufnehmen. Was viele nicht wissen: Die Verarbeitung von "nein" oder "nicht" ist für das menschliche Gehirn viel aufwendiger als bei positiven Aussagen.

Eine gute Alternative für das nächste Mal wäre zu sagen, was dein Kind machen soll, anstatt zu betonen, was es nicht machen sollte.

Mit Sicherheit kennst du solche Momente selbst. Sagt man dir beispielsweise: "Du sollst nicht an eine Zitrone oder die Farbe Gelb denken", wirst du genau daran denken. Positive Sprache fördert positives Handeln und den Glauben an sich und sein eigenes Können. Und mal ehrlich, was wünscht du dir mehr für dein Kind? Bestes Beispiel: Sport. Denkst du in den letzten Minuten beim Fußballspiel immer wieder daran, dass du keine Kraft mehr in den Beinen hast - oder konzentrierst du dich auf deine Energiereserven und den Sieg? Durchhalten wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit eher, wenn du die negativen Gedanken streichst. 

Die gute Nachricht: Du kannst positives Formulieren trainieren und in deinen Alltag mit Kind integrieren. Und das ist gar nicht so schwer.

15 Beispiele für eine positive Kommunikation:

1. "Hör auf zu weinen" – "Es ist okay, wenn du weinst. Du kannst mir sagen, was dich bedrückt. Ich bin da und höre dir zu."

2. "Nicht das Baby hauen!" – "Vorsichtig das Baby anfassen. Du kannst es zärtlich streicheln."

3. "Drinnen wird nicht mit dem Ball gespielt!" – "Spiel bitte draußen mit dem Ball!"

4. "Schrei nicht so laut!" – "Kannst du bitte leiser sprechen?" 

5. "Stell dich nicht so an, es ist doch schön hier!" – "Guck mal, da ist dein Lieblingsspiel! Wollen wir es gemeinsam holen?" 

6. "Wirf nicht mit dem Sand!" – "Mit dem Sand können wir Kuchen backen, eine Sandburg bauen oder einfach nur buddeln."

7. "Ist doch gar nicht so schwer!" – "Du schaffst das, ich glaube an dich!" 

8. "Hört auf zu quatschen! Ihr sollt jetzt schlafen!" – "Wenn ihr eingeschlafen seid, komme ich und schaue nach euch. Macht die Augen zu und sammelt Kraft für den morgigen Tag. Dann könnt ihr weiterspielen."

9. "Spiel nicht so laut!" – "Ich möchte jetzt ein ruhiges Spiel spielen! Wollen wir Mäuschen sein?"

10. "Fall nicht vom Klettergerüst!" – "Halte dich bitte gut fest. Wenn du höher möchtest, nimm gerne meine Hand!"

11. "So redest du nicht mit mir!" – "Bitte benutze freundlichere Worte!" 

12. "Ihr sollt nicht streiten!" – "Versucht, das Problem freundlich zu lösen!"

13. "Lass deine Schuhe bitte nicht im Flur stehen!" – "Stell deine Schuhe bitte in das Schuhregal!" 

14. "Mach die Cornflakes-Schüssel nicht komplett voll!" – "Mach die Schüssel doch erst mal halb voll und nimm dir nach, wenn du dann noch Hunger hast!" 

15. "Fahr nicht so schnell mit dem Fahrrad!" – "Könntest du bitte etwas langsamer fahren!"

ELTERN

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