Therapeuten warnen
 
6 unterschätzte Eltern-Fehler, die psychische Schäden verursachen

Als Eltern kann man viel richtig machen – aber eben auch viel falsch. Bei Reddit.com haben Therapeuten nun vor unterschätzten Fehlern von Eltern gewarnt, die für Kinder weitreichende psychische Folgen haben können.

Trauriges kleines Mädchen vergräbt den Kopf in den Händen
iStock, evgenyatamanenko
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Inkonsequenz löst Ängste aus

Die Therapeuten sind sich in einer Sache sehr einig: Konsequenz scheint der Schlüssel zu einer stabilen Entwicklung zu sein. Denn dadurch lernen Kinder, dass Handlungen Konsequenzen haben, auf die sie sich verlassen können: "Wenn Kinder ein Verhalten wiederholen, gut oder schlecht, sollte die Reaktion der Eltern dieselbe sein. Inkonsequenz schürt Ängste“, schreibt ein Therapeut auf Reddit.

Kinder bloßstellen

Kritik ist wichtig – solange sie angebracht ist. Werden Kinder jedoch zu oft von ihren Eltern aus unverständlichen Gründen kritisiert, niedergemacht oder sogar bloßgestellt, wirkt sich die Erziehung auf das Selbstbewusstsein aus. "Manchmal kann es dazu führen, dass sie denken, sie verdienten es nicht, glücklich zu sein oder mit Respekt behandelt zu werden. Und ein Mensch, der sich nicht um sich selbst kümmert, ist sehr gefährlich“, schreibt ein Therapeut.

Ärger am Kind auslassen

Jeder hat mal schlechte Laune. Lässt man diese jedoch an den eigenen Kindern aus, ohne dass es einen Grund dafür gibt, verstehen diese das Verhalten ihrer Eltern nicht. Darunter leidet das spätere Selbstbewusstsein.

Emotionalen Missbrauch unterschätzen

"Physischer Missbrauch ist furchtbar, aber es ist der emotionale Missbrauch (Manipulation, passive Aggressivität, Bloßstellen), der Kinder wirklich kaputt macht“, schreibt ein weiterer Therapeut. Er weist daraufhin, dass es natürlich zu Meinungsverschiedenheiten kommen kann – als Eltern sollte man jedoch stets verdeutlichen, dass es das Verhalten ist, das ihnen missfällt, nicht das Kind selbst. Kinder sollten sich trotz Streits immer geliebt und sicher fühlen.

Vom Erfolgsdruck in den Burnout

Es ist ein schmaler Grat zwischen eigenem Ehrgeiz und Erwartungshaltung. Nutzen Eltern ihre Kinder, um ihre eigenen Träume zu verwirklichen oder wollen sie, dass sie immer die Besten sind, setzen sie sie leicht unter Druck. "Im fortgeschrittenen Alter werden sie ausgebrannt oder suizidal, wenn sie die Erwartungen ihrer Eltern nicht erfüllen können“, warnt ein Therapeut.

Das Kind ignorieren

Ja, manchmal ist das Elternleben hart. Ja, manchmal hat man das Gefühl, zu sehr mit dem eigenen Leben beschäftigt zu sein. Nein, man sollte sein Kind trotzdem nie ignorieren. Es ist normal, dass Kinder manchmal nerven und Eltern mal überfordert sind. Doch sie brauchen und verdienen Aufmerksamkeit. Als größten Fehler sieht eine Therapeutin daher, "Kinder aus eigenen, selbstbezogenen Gründen zu ignorieren“. Denn auch bei Problemen sollte man lieber Zeit mit seinem Kind verbringen, als zu große Angst vor Fehlern zu haben: "Ich bin nicht perfekt und kein Elternteil sollte denken, etwas, was es getan hat, wird das Kind für immer zerstören.“ Jeder Fehler (von Missbrauch jeglicher Art mal abgesehen) ist somit immer noch besser, als ihn und damit das Kind aus Angst zu vermeiden. Die Lösung? Ist für die Therapeutin ganz simpel: "Ich zeige ihr kontinuierlich meine Liebe und sie sitzt auf meinem Schoß, während ich das hier schreibe“.

Dieser Inhalt ist zuerst erschienen bei BRIGITTE.de