Anerkennung
 
Lob - so wirkt's!

Ein Lob wirkt wie ein Kompliment. Es macht Kinder glücklich und bestärkt sie - wenn man es in den richtigen Situationen einsetzt. Lesen Sie hier, wie eine bewusst formulierte Anerkennung kleine und große Erfolge belohnen und aufwerten kann.

Ein Lob für einen Zahn?

Anerkennung: Lob - so wirkt's!

Wie viele kleine und große Erfolge es doch im Leben eines Kindes gibt! Und die werden gleich noch viel besser, wenn sich jemand mitfreut und seine Anerkennung zeigt. Doch Lob ist nicht gleich Lob.
Klar ist es großartig, wenn das Kind zwei Zentimeter größer geworden ist und es wunderbar blaue Augen hat. Aber: Dafür kann das Kind nichts. Diese Dinge sind einfach da und verändern sich ganz ohne das Zutun des Kindes. Weshalb sie also loben?

Anerkennung verdienen nur solche Fortschritte, die ein Kind auch tatsächlich beeinflussen und steuern kann. Und davon gibt es genug: Ohne Stützräder Fahrrad fahren, die Angst vor dem dunklen Keller überwinden, eine gute Note im wenig geliebten Schulfach bekommen. Leistungen wie diese sind wirklich "lobenswert".

Jedes Lob braucht einen wirklichen Grund

Wer wegen jeder Kleinigkeit in Lobeshymnen ausbricht, läuft Gefahr, dass sein Kind ein übersteigertes Selbstwertgefühl entwickelt. Kinder, die schon wie ein Weltrekordler bejubelt werden, wenn sie nach unzähligen Anläufen auch nur einen Meter ohne Stützräder Fahrrad fahren können, überschätzen sich leichter. Möglich, dass das Kind nicht lernt, dass es sich wirklich anstrengen muss, wenn es etwas erreichen will.

Je konkreter, desto besser

Ein Lob kommt nur dann beim Kind gut an, wenn es ehrlich und aufrichtig gemeint ist. Ein halbherziges "Gut gemacht!", ist kein Zeichen von Anerkennung.

Deshalb ist ungeteilte Aufmerksamkeit Pflicht! Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass das Lob individuell und der Situation angepasst ist. Ein Kind, das merkt, dass andere mit den genau gleichen Worten gelobt werden, nimmt den, der ihm seine Anerkennung zeigen möchte, schnell nicht mehr ernst.

Ein ganz einzigartiges Lob ist aber gar nicht so schwer auszusprechen: Statt sich darüber zu freuen, dass das Kind gut malen kann, sieht man sich das Gemälde zuerst einmal ganz genau an. Wetten, dass das Kind noch viel begeisterter ist, wenn ihm jemand wortreich erklärt, wie toll die vielen Blätter an den gezeichneten Bäumen und wie gut die Vögel gelungen sind?

Loben ohne "Wenn" und "Aber"

"Du hast das Bild ganz wunderbar gemalt, aber ich finde die Katze sieht aus wie ein Pferd." Ob sich ein Kind da noch richtig über sein neues Bild freuen kann? Wahrscheinlich nicht.

Auch wichtig: Ehrlich loben und das ohne "Wenn" und "Aber". Auch die vermeindliche eigenen Verdienste am Erfolg des Kindes sollte man weglassen: Also nicht: "Aber wenn ich nicht mit dir Kopfbälle geübt hätte, hättest du das Fußballspiel heute nie gewonnen." Sondern viel motivierender ist: "Das war ja richtig klasse, als du in der letzten Minute noch einen Kopfball ins gegnerische Tor platziert hast!"

Auf den Fortschritt kommt es an

"Wow! Das ist ja unglaublich, wie toll du klettern kannst!" Das hört man gerne, oder? Beim ersten oder zweiten Mal sicherlich. Doch wer das gleiche Lob für die gleiche Sache zum hundertsten Mal hört, kommt sich ganz schön veräppelt vor: "Glauben die denn, dass ich immer noch an keinem Klettergerüst hochkomme?"

Wichtig ist es deshalb, darauf zu achten, dass man wirkliche Fortschritte lobt, zum Beispiel wenn das Kind zum ersten Mal eine Wanderung hinter sich gebracht hat oder sich im Schwimmbad traut, mit dem Kopf unter Wasser zu tauchen.

Lob für die Mühen

Auch Scheitern gehört zum Leben. Klar ist es deprimierend, wenn man beim Wettrennen immer der Letzte wird, auch wenn man dafür sogar geübt hat. Trotzdem ist das nicht weniger wert. Wer allein für seine Anstrengungen Lob und Anerkennung erntet, stellt fest, dass man sich seinen Herausforderungen stellen muss und es keinen Grund gibt, einfach aufzugeben.