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Psychologin verrät Diese 4 Eigenschaften zeichnen erfolgreiche Kinder aus

Psychologin verrät: Diese vier Eigenschaften zeichnen erfolgreiche Kinder aus
Diese vier Eigenschaften machen erfolgreiche Kinder aus.
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Welche Persönlichkeitsmerkmale machen erfolgreiche Kinder aus? Und wie können Eltern sie beibringen? Eine Psychologin gibt Tipps.

"Als Bildungspsychologin habe ich eine sehr wichtige Lektion gelernt: Erfolgreiche Menschen werden gemacht, nicht geboren." Michele Borba arbeitet mit Kindern, viele von ihnen leben in Armut, haben Missbrauch erfahren oder haben emotionale oder körperliche Einschränkungen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Kindern Möglichkeiten zu geben, ein erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen.

"Kinder brauchen eine sichere, liebevolle und strukturierte Kindheit, aber sie brauchen auch Autonomie, Kompetenz und Antrieb, um sich gut zu entwickeln", schreibt die Psychologin in ihrem Beitrag auf CNBC. Sie hat einige Fähigkeiten identifiziert, die Kindern brauchen, um mentale Stärke, Belastbarkeit, soziale Kompetenz, Moral und Selbstwahrnehmung zu fördern. Von diesen stellen wir vier genauer vor.

1. Selbstbewusstsein

Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein würde oftmals gleichgesetzt, so die Autorin. Doch "es gibt kaum Belege dafür, dass die Stärkung des Selbstwertgefühls den schulischen Erfolg oder sogar das echte Glück steigert", schreibt Borba weiter. Von ihr untersuchte Studien würden hingegen zeigen, dass Kinder, die ihre Noten auf ihre eigenen Anstrenungen zurückführen, erfolgreicher im Leben sind als die Kinder, die glauben, sie hätten keinerlei Einfluss auf ihren eigenen schulischen Erfolg.

Selbstbewusste Kinder wissen, dass sie scheitern können – aber auch, dass sie wieder auf die Beine kommen können

Echtes Selbstbewusstsein würde vielmehr entstehen, wenn das Kind gute Leistungen erbringt, sich Hindernissen stellt und eigene Lösungen findet. Wenn hingegen Eltern die Probleme ihrer Sprösslinge ständig selbst lösen würden, würde dies den Kleinen indirekt nur sagen: "Meine Eltern glauben nicht, dass ich das allein kann." Selbstbewusste Kinder würden wissen, dass sie an etwas scheitern können – "aber sie wissen auch, dass sie wieder auf die Beine kommen können".

2. Empathie

Empathische Kinder können sich in andere Menschen hineinversetzen
Empathische Kinder können sich in andere Menschen hineinversetzen .
© fouad massoud/EyeEm / Adobe Stock

Diese Charakterstärke teilt die Autorin in drei Bereiche: 

  • Affektive Empathie: Die Fähigkeit, die Gefühle einer anderen Person zu teilen und die Emotionen nachempfinden zu können
  • Verhaltensbezogene Empathie: Das Handeln aus dem Mitgefühl heraus
  • Kognitive Empathie: Die Gedanken einer anderen Person nachempfinden zu können und sich in ihre Lage hineinzuversetzen

Um Empathie zu entwickeln bedarf es eines emotionalen Vokabulars – dessen Aufbau können Eltern positiv beeinflussen, indem sie zum Beispiel:

  • Emotionen benennen: Eltern können gezielt Emotionen ihres Sprösslings im Kontext verbalisieren, was den Kleinen beim Aufbau ihres eigenen Vokabulars hilft. Zum Beispiel: "Du bist glücklich!" oder "Du wirkst verärgert auf mich."
  • Fragen stellen: Indem Eltern ihre Kinder nach ihren Gefühlen fragen, helfen sie ihnen dabei, sich auszudrücken. Beispiel: "Wie hast du dich dabei gefühlt?" oder "Du scheinst Angst zu haben, stimmt das?"
  • Die eigenen Gefühle mitteilen: Auch das Verbalisieren der eigenen Gefühle gibt Kindern Sicherheit dafür, dass es einen Raum gibt, in denen Emotionen benannt werden dürfen. Beispielsweise: "Ich habe heute sehr wenig geschlafen und bin deswegen etwas gereizt." oder "Mich frustriert dieser Artikel."
  • Die Gefühle von anderen wahrnehmen: Beim Einkaufen oder im Schwimmbad können Eltern mit ihrem Nachwuchs üben, die Gefühle anderer Menschen an ihrer Körpersprache und Mimik abzulesen. "Was glaubst du, was dieser Mensch gerade fühlt?" und "Hast du dich auch schon mal so gefühlt?" sind hierfür gute Beispielfragen.

3. Selbstbeherrschung

Sicherlich ist es einerseits wichtig, den Emotionen Raum zu geben und diese nicht zu unterdrücken – eine gewisse Kontrolle über die eigene Aufmerksamkeit, Gefühle, Gedanken und vor allem Handlungen bezeichnet die Psychologin allerdings als "eine der am meisten mit Erfolg verbundenen Stärken".

In der Pädagogik werden zum Beispiel "Aufmerksamkeitssignale" verwendet wie zum Beispiel das Läuten einer kleinen Glocke oder ein verbaler Hinweis wie: "Stifte runter, Augen zu mir." Eltern können gemeinsam mit ihrem Nachwuchs ein Signal entwickeln und einüben, wenn sie die Aufmerksamkeit der Kleinen möchten. Zum Beispiel: "Ich brauche deine Aufmerksamkeit in einer Minute." und anschließend: "Bereit, zuzuhören?"

Ebenfalls hilfreich kann der Einsatz von Stresspausen sein, die den Kindern Zeit zum Nachdenken gibt, bevor es handelt. Diese Pausen können mit Aufforderungen eingeleitet werden wie "Wenn du wütend bist, zähle erst einmal bis 10, bevor du antwortest".

4. Neugierde

Neugierige Kinder wollen die Welt entdecken und verstehen
Neugierige Kinder wollen die Welt entdecken und verstehen.
© Anna Malgina/Stocksy / Adobe Stock

Um Kindern dabei zu helfen, Neugierde zu entwickeln, verwende die Psychologin selbst gerne Spielzeuge, Geräte und Spiele mit offenem Ende. "Gebt eurem Nachwuchs Farbe, Garn und Eisstiele, um Konstruktionen daraus zu bauen", ist ein Tipp der Autorin.

Neugierde vorzuleben sei eine andere gute Methode: "Anstatt zu sagen: 'Das geht nicht', sag lieber: 'Mal sehen, was passiert!' Und anstatt Antworten zu geben, frag lieber: 'Was denkst du?', 'Woher weißt du das?' oder 'Wie kannst du das herausfinden?'" Auch beim gemeinsamen Lesen oder Filmschauen können Eltern offene Fragen formulieren wie: "Ich frage mich, wo die Hauptfigur hingeht." oder "Ich frage mich, warum sie das gerade tun." oder auch "Ich frage mich, was als nächstes passiert."

Verwendete Quelle: cnbc.com

csc ELTERN

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