Spass haben und lernen
 
Kernkompetenzen für die Schule

Was können Eltern tun, um ihre Kinder fit für die Schule zu machen? Ganz einfach: dem Kind das Verhalten beibringen, das allen das Familienleben leichter macht, wie Rücksicht, Mitgefühl, angemessene Lautstärke und auch kleine Mithilfe im Haushalt. Wie das im Alltag ganz spielerisch geht, erklären wir hier.

Reden und Zuhören

Spass haben und lernen: Kernkompetenzen für die Schule
Darum geht’s:
Je differenzierter ein Kind spricht, desto besser seine psychische Entwicklung, denn jedes neue Wort hilft auch beim Nachdenken.

So fördern Sie Ihr Kind:

Lassen Sie es möglichst viel sprechen.
Hören Sie Ihrem Kind dabei genau zu. Ihre Aufmerksamkeit sorgt dafür, dass sich Ihr Kind als Persönlichkeit bestätigt und angenommen fühlt – das motiviert zum Sprechen.
Begeben Sie sich beim Reden mit Ihrem Kind oft auf Augenhöhe, zum Beispiel, indem Sie in die Hocke gehen. Auf diese Weise vermitteln Sie ihm, dass es für Sie ein ernst zu nehmender Gesprächspartner ist.
Schenken Sie Ihrem Kind im Gespräch körperliche Geborgenheit. Wenn es passt, nehmen Sie es auf den Schoß oder in den Arm. Berühren Sie leicht seinen Arm, wenn Sie es auf etwas Wichtiges aufmerksam machen wollen.

Vorstellungskraft und Einfühlungsvermögen

Darum geht’s:
Ein Kind, das sich Dinge gut vorstellen kann, kann auch abschätzen, wie sinnvoll es ist, etwas so oder anders zu machen oder es auch ganz zu lassen. Und wer auf diese Weise handelt, eckt natürlich in der Schule wenig bei der Lehrerin oder den Mitschülern an.

So fördern Sie Ihr Kind:
Lesen Sie ihm so oft wie möglich vor. Für die Vorstellungskraft Ihres Kindes gibt es keine schönere Herausforderung. Gute Vorlese-Bücher haben:
einen Anfang, der die Neugier weckt und schnell mitten in die Geschichte führt;
wenige, aber sehr interessante Charaktere;
eine spannende Handlung mit verblüffenden Wendungen;
lebendige Dialoge und viel Humor;
einen großartigen Schluss, der beides bietet: Überraschung und Befriedigung. Trauen Sie sich beim Vorlesen ruhig etwas und verleihen Sie der Geschichte eine zusätzliche Ebene, indem Sie die einzelnen Charaktere mit unterschiedlichen Stimmen sprechen lassen;
an den spannenden Stellen langsamer und vielleicht etwas leiser werden, um noch mehr Spannung zu erzeugen. Blättern Sie die Seiten mit unterschiedlichem Tempo um, um die Stimmung zu betonen. Lesen Sie zum Beispiel die ersten Zeilen nur für sich und schauen Sie dann Ihr Kind vielsagend an, sodass es spürt: "Jetzt wird’s aufregend!" Nutzen Sie Ihre Körpersprache: Beugen Sie sich beim Lesen zu Ihrem Kind vor, um Spannung zu erzeugen. Rücken Sie etwas weiter ab, wenn Plätze beschrieben werden, die weit weg sind. Stehen, sitzen, liegen Sie passend zur jeweiligen Geschichte beim Lesen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das, was es wahrgenommen hat.

Ein paar Fragen als Anregung:
Hat dir die Geschichte gefallen?
Was hat dir am besten daran gefallen?
Welche Bilder hattest du an dieser Stelle im Kopf?
Welchen Charakter mochtest du am liebsten?
Warum hat er dich so besonders angesprochen?
Wie hat sich das für dich angefühlt, als ...?
Soll ich dir deine Lieblingsstelle noch einmal vorlesen?

Konzentriert arbeiten und dranbleiben

Darum geht’s:
Ein Kind, das gelernt hat, sich in eine Aufgabe so tief zu versenken, dass es die Welt dabei um sich herum vergisst, schafft das auch in den Freiarbeitsphasen in der Schule. Am besten lernt man diese Eigenschaft beim Spielen.

So fördern Sie Ihr Kind:
Schaffen Sie viel Zeit, damit es ausgiebig allein und mit Freunden spielen kann. Zusätzlich können Sie Ihrem Kind noch oft die Möglichkeit schenken, spielerisch sinnliche Erfahrung zu sammeln. Das Malen mit Sand trainiert zum Beispiel nicht nur die Fähigkeit, einen längeren Arbeitsprozess durchzuhalten, sondern zusätzlich auch noch die Feinmotorik. Das wird dazu gebraucht: zwei Kinderhände voll Sand, Tinte in verschiedenen Farben oder mit Wasserfarben stark gefärbtes Wasser, Flüssigkleber, mehrere Teller, Zeitungspapier als Malunterlage.

Und so geht’s:
Portionieren Sie mit Ihrem Kind den Sand in so viele Teile, wie Farben vorhanden sind. Die einzelnen Portionen auf Teller verteilen und anschließend Tinte oder farbiges Wasser auf die Sandhäufchen tropfen, mischen und trocknen lassen. Beim Färben mit Tinte dauert das Trocknen gut drei Stunden, mit Farbwasser etwa einen ganzen Tag. Wenn der Sand trocken ist, kann die eigentliche Malaktion beginnen. Dazu malt Ihr Kind etwas mit dem Flüssigkleber auf ein Blatt Papier. Direkt im Anschluss lässt es ein bisschen farbigen Sand darüberrieseln. Der überschüssige Sand wird wieder zurück auf den Teller geschüttet. Und so geht es immer weiter, bis der Künstler mit seinem Werk zufrieden ist.