Mehrsprachig Aufwachsen
 
"Schokolade va bene!" - Mehrsprachig Aufwachsen

Ein Sprache lernen ohne die Schulbank zu drücken und Grammatikregeln zu pauken? Alles Wissenswerte zum Thema mehrsprachige Erziehung hat eltern.de für Sie zusammengestellt.

Mehrsprachig Aufwachsen: "Schokolade va bene!" -  Mehrsprachig Aufwachsen
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Und ab wann zweisprachig?

Ein Baby lernt Sprache bereits vom ersten Lebenstag an. Alles, was es hört, trägt dazu bei. Es spricht also nichts dagegen, das Baby schon in den ersten Lebenswochen in den gewünschten Sprachen anzusprechen. Im Gegenteil: Je eher und intensiver der Kontakt mit einer zusätzlichen Sprache, umso besser. Das bestätigen Studien aus den USA. Am besten, wenn jeder der Eltern in seiner Muttersprache mit dem Kleinen redet: Trost, Lob und andere Gefühlsäußerungen sind so am glaubwürdigsten. Bewusst auseinander halten und unterscheiden kann das Kind mehrere Sprachen aber erst ab dem zweiten Lebensjahr.

Vorsicht ist dann geboten, wenn die gewünschte Zweitsprache weder die Muttersprache des einen noch des anderen Elternteils ist: Man sollte diese nur dann nutzen, wenn man sie wirklich perfekt beherrscht - und wenn sie einem im wahrsten Sinne des Wortes "am Herzen" liegt und man sich wohl fühlt, wenn man sie verwendet. Nur so können die Eltern dem Kind vermitteln, dass alle Sprachen, die es lernt, gleichwertig und gleichwichtig sind.

Was spricht für eine zweisprachige Erziehung?

Ganz klar: Nie wieder lernen Kinder so leicht eine zweite Sprache, wie in den ersten Lebensjahren. Sie sind jetzt extrem wissbegierig und saugen das, was sich um sie herum abspielt, auf wie ein Schwamm. Deshalb sind sie auch besonders offen für mehrere Sprachen. Zwar ist zweisprachige Erziehung nicht immer ein Spaziergang: Sie erfordert viel Geduld und ein Extra-Portion Durchhaltevermögen - wenn dem Kleinen ein Wort nicht einfällt, es zum dritten Mal den selben Satz mit falscher Grammatik formuliert oder einfach keine Lust hat, auf Finnisch zu antworten. Trotzdem lohnen sich Arbeit und Zeit, die Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten investieren: Das Kind kann den Kontakt mit der ganzen Familie pflegen und begreift auch sie als Teil seiner Identität. Mitunter findet es auch das Sprachenlernen im Erwachsenenalter generell leichter als Kinder, die einsprachig aufwachsen. Und: Es erobert sich fast nebenbei eine zweite Kultur, lernt Toleranz und Verständnis für Menschen, die aus anderen Ländern kommen.

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