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Experte erklärt Diese wichtige Erfahrung sollten Eltern ihren Kindern nicht nehmen

Geist formen: Zwei Kinder liegen auf dem Boden und lachen
© Sharomka / Shutterstock
Kinder lernen jeden Tag dazu. Und das ist wichtig. Welche Erfahrung man ihnen unbedingt selbst überlassen sollte, erklärt Hirnforscher Gerald Hüther. 

Ist es nicht verführerisch, unsere Kleinen in eine bestimmte Richtung zu lenken, was ihre Hobbys, Interessen, Talente oder Geschmäcker angeht? Der Judoverein wäre doch eine gute Idee oder der Klavierunterricht. Und sieht der rote Pulli mit den Blumen nicht viel schöner aus als das Jeanskleid? Wir haben als Eltern eine Meinung, das ist klar. Und es ist auch selbstverständlich, dass wir immer das Beste für unsere Kinder wollen und sie deshalb versuchen, dahingehend zu formen. Nur blöd, dass genau das – sich einmischen, eingreifen, Weg weisen – unseren Sprösslingen eine wichtige Erfahrung stehlen kann, sagt Neurobiologe Gerald Hüther, Autor des Buches "Rettet das Spiel".

Focus online fasst zusammen, was sein Hauptanliegen ist: Dass Eltern es sich nicht zur Aufgabe machen sollten, den Geist des Kindes zu formen, sondern ihnen eher die Möglichkeiten bieten sollten, sich selbst zu entfalten. Übersetzt heißt das, ihnen weniger zu sagen, was zu tun ist und sie mehr ausprobieren lassen.

Und was heißt das im Alltag?

Vielleicht gibt es ja einen Tag der offenen Tür im Sportverein, wo man mal in verschiedene Sportarten hineinschnuppern kann? Oder in der Schule werden verschiedene Musikinstrumente vorgestellt. Und statt dem Kind zu sagen, wie das neue Spielzeug funktioniert, lässt man es eben mal selbst die Welt entdecken. Das kostet manchmal Zeit, aber weckt die:den Entdecker:in im Kind und fördert seine Kreativität. Greifen wir zu sehr ein und lenken den Nachwuchs in eine bestimmte Richtung, verliert er diese Ideenvielfalt schnell. 

Die drei Säulen der kindlichen Entwicklung - laut Hüther:

Laut des Neurobiologen gibt es drei wichtige Treiber für die Entwicklung eines Kindes:

  • Kreativität und Fantasie

Kinder brauchen Zeit und Raum, zu spielen, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Nur so lernen sie, verschiedene Perspektiven einzunehmen und können später leichter Probleme lösen.

  • Wissen aneignen

Bevor man dem Kind erklärt, wie Dinge funktionieren oder ihm Antworten auf Fragen gibt, die es noch gar nicht gestellt hat, lieber den Freiraum lassen, selbst zur Lösung zu kommen. 

  • Handlungskompetenzen erwerben

Das Kind muss Scheitern können, um seine Talente und Fähigkeiten zu entdecken. Leider schützen wir unsere Kinder oft vor dem Scheitern, weil wir glauben, ihnen damit etwas Gutes zu tun. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. 

Letztendlich läuft es immer aufs Gleiche raus: Klar ist es unsere Aufgabe, unsere Kinder vor Gefahren zu schützen – und das tun wir auch. Wer aber seine Schützlinge darüber hinaus – natürlich aus einer guten Absicht heraus – zu sehr einengt, nimmt ihnen Chancen auf persönliche Entwicklung. Das ist sicher etwas, das uns im Alltag schwerfällt, wir uns aber immer wieder vor Augen halten können. 

Quelle: Focus Online

as ELTERN

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