Gewaltfrei erziehen
 
Faustlos im Kindergarten

Der Heidelberger Psychologie-Professor Manfred Cierpka hat ein Lehrprogramm entwickelt, das schon den Kleinsten in Kindergärten und Grundschulen Wege aus der Gewalt vermitteln will. Unterstützt wird "Faustlos" durch das "Bündnis für Kinder - gegen Gewalt".

Kindergärten mit geschulten Erzieherinnen können für 300 Euro einen Materialien-Koffer ("Kindergarten-Set") bestellen.
Kindergärten mit geschulten Erzieherinnen können für 300 Euro einen Materialien-Koffer ("Kindergarten-Set") bestellen.

Das Projekt mit dem Namen "Faustlos" gibt es seit fünf Jahren. Es soll Kindern zeigen und lernen, wie man Auseinandersetzungen friedlich lösen kann. Mittlerweile haben 6500 Kitas und Schulen in ganz Deutschland daran teilgenommen. Die Gelder dafür stellt die Stiftung "Bündnis für Kinder - gegen Gewalt" bereit. Durch den Kauf eines T-Shirts mit dem Motto "Mein Kind ist unschlagbar" können Sie "Faustlos" unterstützen.

Der Aufbau des Programms und die verschiedenen Lektionen, basieren auf einem amerikanischen Vorbild: "Second Step" wird in den USA seit vielen Jahren erfolgreich angewendet. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung sozialer Basiskompetenzen: Wie teile ich meine Gefühle mit, wie kann ich mich in die Gefühle meines Gegenübers hineinversetzen und welche Möglichkeiten zur Konfliktlösung gibt es. Dreierlei sollen die Kinder durch "Faustlos" lernen:

  • Einfühlungsvermögen. Geübt wird, eigene Gefühle wahrzunehmen und die Empfindungen anderer anhand ihrer Mimik oder Körperhaltung zu erkennen. Die Kinder werden ermutigt, auf andere zuzugehen und ihnen bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen. In Rollenspielen üben sie, sich in andere hineinzuversetzen. Sie erfahren, dass es für eine Situation verschiedene Blickwinkel gibt.
  • Soziales Verhalten. Die Kinder lernen, Konflikte so zu lösen, dass beide Parteien damit leben können. Und sie lernen, sich zu entschuldigen, zu teilen und sich bei Aufgaben abzuwechseln.
  • Selbstbeherrschung. Ziel ist, dass sich die Kinder auch dann noch selbst beruhigen können, wenn sie wütend oder gefrustet sind. Um sich selbst wieder auf den Teppich zu holen, kann sich jedes Kind etwas ausdenken: einmal um den Sandkasten laufen, dreimal tief durchatmen, die Augen schließen und bis zehn zählen.

Mehr Informationen

Interessierte Eltern und Erzieherinnen bekommen weitere Informationen beim Heidelberger Präventionszentrum (HPZ), Keplerstr. 1, 69120 Heidelberg, Tel. 0 62 21/91 44 22,
oder im Internet unter www.faustlos.de.
Das HPZ führt auch die eintägige Faustlos-Schulung für Erzieherinnen und Erzieher durch.

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