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Rasenmähereltern Warum dieser Erziehungsstil dein Kind unglücklich macht

Kinder streiten auf dem Spielplatz
© Zabavna / iStock
Ihr seid euch ganz sicher, dass ihr keine Helikoptereltern seid? Sehr gut! Es gibt jedoch auch die Rasenmäherfraktion, die ebenfalls nicht ganz ohne ist. Hier erfährst du, was diesen Erziehungsstil auszeichnet.

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Manchmal scheint es, als würde jede Woche ein neuer Erziehungstrend auftreten: Gerade hast du verstanden, was mit Helikoptereltern gemeint ist, schon gibt es den nächsten erklärungsbedürftigen Begriff: Rasenmähereltern. Zum Glück ist das mit dem Rasenmäher genauso anschaulich und leicht verständlich wie mit dem Helikopter: Rasenmähereltern mähen einfach sämtliche Hindernisse weg, die für das eigene Kind auftauchen könnten, bevor es überhaupt so weit kommt. 

Gibt es beispielsweise harmlose Zankerei um die Sandkastenförmchen auf dem Spielplatz, sind Mama oder Papa immer zur Stelle, um das Problem zu lösen. Entweder bekommt das eigene Kind direkt ein zweites Förmchen gereicht, oder dem anderen Kind wird das Objekt der Begierde einfach entrissen – Hauptsache, dem eigenen Kind geht's gut und es leidet nicht.

Kinder sollten selbst lernen, Probleme zu lösen

Nachdem ein Lehrer anonym auf der Seite weareteachers.com einen Text über die "Lawnmower-Eltern" geschrieben hatte, entstand der Begriff. In seinem Text erklärt er, dass dieser Typ Eltern es gut meint und nur helfen will – aber damit nicht gerade dazu beiträgt, eine Generation heranzuziehen, die glücklich ist. Natürlich tun sie einerseits alles, um ihr Kind vor Auseinandersetzungen oder Misserfolgen zu schützen.

Doch das ist auf lange Sicht gesehen für den Nachwuchs überhaupt nicht förderlich. Schließlich gibt es, nachdem man ein Hindernis überwunden hat oder einer Herausforderung gewachsen war, auch immer ein schönes Glücksgefühl. Aber diese Kinder lernen nicht, echte Probleme zu lösen und scheitern eben auch dann, wenn sie es später einmal müssen und die Eltern nicht immer sofort zur Stelle sein können. Ein wahres Dilemma.

Helikoptereltern vs. Rasenmähereltern

Keines dieser Elternteile wird jedoch etwas Böses im Sinn haben bei solchen Verhaltensweisen. Trotzdem fällt es den sogenannten Rasenmäherkindern schwerer, Entscheidungen zu treffen und selbstbewusst aufzutreten. Die Rasenmähereltern sind eigentlich als Unterkategorie der Helikoptereltern zu verstehen. Die Kritik an diesem Erziehungsstil rührt nicht daher, dass Eltern ihre Kinder nicht beschützen sollen. Aber es zeigt, dass manches eben doch zu viel des Guten sein kann. Kinder können in einem geschützten Rahmen sehr gut lernen, sich alleine zurechtzufinden und sich zu behaupten.  

So werdet ihr das Erziehungsmuster wieder los

Der besagte Lehrer auf weareteachers.com glaubt, dass auf diese Weise eine Generation unglücklicher Kinder entstehen könnte, die beim bloßen Gedanken an Misserfolge in Panik ausbricht. Aber welche Eltern wollen schon eine Generation heranziehen, für die Scheitern sich so schmerzhaft anfühlt, dass man ständig in Schuldzuweisungen anderer flüchtet oder noch gefährlichere Verhaltensweisen wie eine Sucht entwickelt?

Die Lösung scheint ganz einfach: Beim nächsten kleinen Spielplatzkonflikt einfach mal in der Beobachterrolle verharren und schauen, was passiert. Fließen irgendwann doch bitterliche Tränen oder es kommt zu einem unschönen Streit zwischen den Kindern, kann man immer noch versuchen zu schlichten. Aber eben erst einmal mit Worten und nicht sofort mit übergriffigen Handlungen, die den Kindern alles abnehmen. 

ELTERN

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