Taschengeld
 
Lernen mit Geld umzugehen

Die Wünsche sind zahlreich und das Angebot ist verlockend: Doch wenn man keinen Cent in der Tasche hat und Mama nicht einsieht, jeden Wunsch zu erfüllen, bleiben Tauschkarten, Playmobilfiguren und Co. unerreichbar. Kinder verstehen am besten, wie es ist , mit Geld umzugehen, wenn sie mit ihrem Taschengeld haushalten müssen.

Warum Taschengeld?

Taschengeld: Lernen mit Geld umzugehen

Taschengeld ist für Kinder die einzige Geldquelle für persönliche Wünsche. Manche "verprassen" ihr Geld gleich nach der Auszahlung, andere sparen es monatelang. Die einen sind immer in Geldnot, andere teilen sich das Geld optimal ein. Man will es nicht glauben, aber Taschengeld ist in Bezug auf das spätere "finanzielle" Leben eine wichtige (Lern-)Lektion. Z.B. lernt das Kind:

  • Den Wert des Geldes. Durch die verschiedenen Dinge, die sich das Kind kauft, bekommt es ein Gefühl für viel und wenig, teuer und billig.
  • Eigene Entscheidungen zu treffen. Was wird von dem Geld gekauft? Sinnvoll oder unnütz?
  • Organisation. Wenn man es sich nicht einteilt, kann Geld schnell ausgegeben sein.
  • Vergleichen. Wie wird das "Finanzielle" in der Familie oder im Freundeskreis geregelt?

Also: Wer in jungen Jahren schon lernt was Geld ist und wie man damit umgehen muss, kommt später meist besser zurecht. Schon im Kindergartenalter von vier bis fünf Jahren kann man mit 50 Cent in der Woche dem Kind ein erstes Gefühl für Geld vermitteln.

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Der optimale Lerneffekt

Damit ihr Kind den optimalen Lerneffekt durch das Taschengeld erhält, sollten Sie allerdings folgendes beachten:

  • Der Auszahlungstermin sollte immer pünktlich und regelmäßig eingehalten werden, damit das Kind planen kann.
  • Taschengeld sollte immer ausgezahlt werden, unabhängig davon, ob das Kind brav oder weniger brav war. Taschengeldentzug ist keine geeignete Strafe.
  • Taschengeld sollte ohne Erinnerung daran gegeben werden. Lassen Sie Ihr Kind nicht betteln.
  • Lassen Sie das Kind selbst und frei entscheiden, was es mit seinem Geld kauft. Sie können beraten, wenn das Kind sie danach frägt, entscheiden muss es selbst.
  • Geben Sie nicht zuviel! Bei aller Liebe zu Ihrem Kind, bei zu hohem Taschengeld verliert Ihr Kind die Orientierung. Die Folge sind maßlose Wünsche und Schulden.
  • Mädchen und Jungen werden beim Taschengeld selbstverständlich gleich behandelt.
  • Geben Sie Ihrem Kind nicht automatisch ein paar Euro extra, wenn es vor der nächsten "Rate" schon "pleite" ist. Besprechen Sie mit Ihrem Kind wie es dazu kam und wie es diesen "Notstand" das nächste mal verhindern kann.

Das sollten Sie vermeiden

Jedoch die wichtigste Regel ist:

Taschengeld ist kein Erziehungsmittel!

Das sollten Sie vermeiden:

  • Taschengelderhöhung als Belohnung.
  • Taschengeldentzug, -kürzung als Strafe.
  • Auflagen, wie Rechnungen sammeln oder Buch führen.
  • Wertende Urteile über selbstgekaufte Dinge, wie "sinnvoll" oder "überflüssig".
  • Extrazahlungen bzw. Aufbesserungen, wenn das Kind frühzeitig "pleite" ist.
  • Zu geringe Beträge (keine Sparmöglichkeit).
  • Zu hohe Beträge oder Erfüllen jedes Wunsches durch die Eltern (Realitätsverlust).
  • Zweckentfremdung des Taschengeldes (Kaufen von Schulsachen...).
  • Verpflichtung zum Sparen.

Soviel Taschengeld sollten sie geben

Erstes Taschengeld sollte Ihr Kind schon mit 4-5 Jahren erhalten. Beginnen Sie mit 50 Cent pro Woche und geben Sie ihrem Kind z. B. immer zum Jahreswechsel 50 Cent mehr. Die wöchentliche Auszahlung sollten Sie bis zum 9. Lebensjahr fortsetzen. Kinder unter zehn haben meist noch große Schwierigkeiten über einen ganzen Monat hinweg zu planen.