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Feinmotorik fördern Diese Spielideen unterstützen die Entwicklung vom Baby- bis zum Vorschulalter

Feinmotorik fördern: Frau und Kind spielen mit Bauklötzen
© fizkes / Adobe Stock
Die Feinmotorik ist wichtig – aber warum eigentlich? Und wie kann man die Feinmotorik bei Kindern fördern? Wir haben Antworten auf alle Fragen zusammengestellt und zeigen euch einfache Spielideen und Übungen vom Baby- bis zum Vorschulalter, die die Entwicklung eures Kindes ganz nebenbei unterstützen.

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Voller Vorfreude warten Eltern auf den Moment, in dem sich ihr Kind das erste Mal allein hinsetzt oder zu krabbeln beginnt – diese Meilensteine der kindlichen Entwicklung sind eben ganz besondere Momente. Aber mindestens genauso wichtig ist der erste selbst aufgehobene Gegenstand: Das Kind beginnt, seine Feinmotorik zu perfektionieren und begeht damit einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Warum das so ist und wie sich die Feinmotorik fördern lässt, erfahrt ihr hier!

Was ist Feinmotorik?

Den Begriff hat bestimmt jede:r schon mal gehört, aber was ist die Feinmotorik eigentlich genau? Ganz einfach: Die Feinmotorik ermöglicht die gezielte Bewegung kleiner Muskelgruppen in den Händen, Füßen und im Gesicht. Wir kontrollieren Mimik und Gestik, unseren Mund sowie Finger und Zehen und sogar unsere Augen mittels Feinmotorik und können dank ihr greifen, sprechen, lesen oder schlucken.

Gemeinsam mit der Grobmotorik, die die Gesamtbewegung des Körpers – also Fähigkeiten wie das Laufen und Klettern – ermöglicht, umfasst die Feinmotorik also alle Bewegungen, die wir als Menschen kontrolliert und gesteuert ausführen können.

Warum ist die Feinmotorik so wichtig?

Ohne Feinmotorik wäre das Leben ziemlich schwer: Essen, Zähne putzen, anziehen, schreiben – ja sogar sprechen, für all diese täglichen Handlungen benötigen wir die Feinmotorik unserer Hände, Füße oder des Gesichts. Ist die Feinmotorik nicht richtig ausgebildet, kann etwa das Schreibenlernen erschwert sein – denn dazu müssen Kinder einen Stift halten können und wissen, wie sie die Kraft ihrer Finger dosiert einsetzen.

Doch nicht nur für das Schreibenlernen ist eine gute Feinmotorik wichtig: Um deutlich sprechen und Laute korrekt ausbilden zu können, müssen die vielen kleinen Gesichtsmuskeln ganz schön viel Arbeit leisten und es gibt sogar Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass eine stark ausgeprägte Feinmotorik die Rechenfähigkeit verbessert.

Wie entwickelt sich die Feinmotorik?

Um Gegenstände greifen zu können, diese zu bewegen oder zu verwenden, braucht es insbesondere eins: die Augen-Hand-Koordination. Für uns Erwachsene schwer vorstellbar, da es für uns absolut selbstverständlich ist: Babys müssen erst lernen, dass sie Dinge, die sie sehen, auch berühren können. Und auch die Zielgenauigkeit muss zunächst trainiert werden – deswegen greifen kleine Babys bei den ersten Versuchen recht zuverlässig daneben. Was lustig aussieht, ist ein wichtiger Lernprozess im kindlichen Gehirn: Nach vielen Versuchen und ausgiebigem Training gelingt der zielsichere Griff endlich und die Koordination zwischen Augen und Hand funktioniert.
Außerdem wichtige Grundlage: trainierte Muskeln! Ja, richtig gelesen – ohne Muskeln, keine Feinmotorik. Durch Grimassen schneiden, Zunge herausstrecken und das erste Brabbeln trainiert euer Baby zum Beispiel bereits sehr früh seine Mund- und Gesichtsmuskulatur – und das alles meistens ganz von allein!

Je älter euer Kind wird, desto perfekter wird die Augen-Hand-Koordination funktionieren und die Hand- und Fingerkraft zunehmen. Als Kleinkind kann es bereits viele Handlungen selbstständig mit seinen Händen ausführen, mit vier Jahren wird die Feinmotorik eures Kindes dann fast komplett ausgereift sein. Wir zeigen euch, mit welchen einfachen Spielen und Übungen ihr diese faszinierende Entwicklung bestmöglich begleiten und unterstützen könnt.

Feinmotorik fördern: Spielideen und Übungen für Babys und Kinder

Spielideen und Übungen für Babys (3 - 12 Monate)

In den ersten Monaten geht es vor allem darum, die Augen-Hand-Koordination zu schulen und das Interesse an Greifübungen zu wecken. Diese Spiele könnt ihr eurem Baby anbieten, den Rest erledigen die Kleinen dann in der Regel ganz von allein:

  • Einfache Griffübungen
    Legt eurem Baby einen weichen Ball oder ein Spielzeug, das es leicht umfassen kann, in die Hand: Dieses Spiel trainiert sowohl die Hand- und Fingermuskulatur als auch die Augen-Hand-Koordination. Wechselt die Dinge aus und steigert die Komplexität der Gegenstände – euer Baby wird mit großer Neugierde alles betrachten, befühlen und in den Mund nehmen: Gut so, genau auf diese Weise wird die Feinmotorik gefördert! Achtung: Bitte darauf achten, dass die Gegenstände nicht verschluckt werden können und auch keine Schadstoffe enthalten.
  • Der klassische Spielbogen
    Scherzhaft auch Baby-Kino genannt, fördert der Spielbogen sowohl die Augen-Hand-Koordination als auch die Zielgenauigkeit im Greifen. Zunächst betrachten die Kleinen die über ihnen hängenden Gegenstände bloß und zappeln unwillkürlich mit Armen und Beinen. Dann landen sie plötzlich einen Treffer und realisieren: Huch, das kann ich mit meinem Körper machen? Der Grundstein für eifriges Trainieren ist gelegt!
  • Grimassen schneiden und Zunge rausstrecken
    Klingt vielleicht komisch, ist aber tatsächlich eine Förderung der Feinmotorik! Kneift die Augen zusammen, reißt den Mund auf und streckt die Zunge raus – euer Baby wird versuchen, es auch nachzumachen und trainiert dabei spielerisch seine Gesichtsmuskulatur.
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Spielideen und Übungen für Kleinkinder (12 – 36 Monate)

Im zweiten und dritten Lebensjahr werden die feinmotorischen Fähigkeiten eures Kleinkindes immer besser: Es erlernt den Pinzettengriff – eine wichtige Voraussetzung für das spätere Halten eines Stiftes – und beginnt, immer komplexere Handlungen mit seinen Händen auszuführen. Diese Spiele helfen euren Kleinkindern, ihre Feinmotorik weiter zu perfektionieren:

  • Kneten
    Mit Knete zu spielen macht nicht nur Spaß, sondern trainiert gleichzeitig die Hand- und Fingermuskulatur.
  • Fädelspiele
    Kleine Perlen oder Tierfiguren auf eine Schnur aufzufädeln, erfordert Konzentration und Geschicklichkeit. Gleichzeitig fördern Fädelspiele die Augen-Hand-Koordination.
  • Steckspiele und Bauklötze
    Auch beim gemeinsamen Türmebauen wird die Feinmotorik spielerisch ganz nebenbei gefördert!
  • Erbsen sortieren
    Gebt grüne und gelbe Erbsen in eine Schüssel und lasst euer Kind die beiden Farben voneinander trennen: Das trainiert den Pinzettengriff.
  • Erste Puzzles zusammensetzen
    Große Holzpuzzleteile zum Einsetzen eignen sich dafür besonders.
  • Auf Zehenspitzen laufen
    Kräftigt die Muskulatur und die Feinmotorik der Füße und Zehen – und schult gleichzeitig noch das Gleichgewicht.
  • Watte pusten
    Pustet ein Stück Watte vor euch her oder veranstaltet ein Watte-Rennen: Welcher Bausch kommt zuerst im Ziel an? Mit diesem Spiel wird die Gesichtsmuskulatur eures Kindes trainiert.
  • Mit einem Strohhalm trinken
    Kein richtiges Spiel, aber Spaß macht es vielen Kindern dennoch: Mit einem Strohhalm zu trinken fördert die Zungen- und Mundmuskulatur – wichtig für den Spracherwerb!
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Spielideen und Übungen für drei- bis vierjährige Kinder

Drei- und vierjährige Kinder können meist schon sehr sicher mit ihren Händen und Füßen umgehen. Ab jetzt werden zunehmend speziellere Fähigkeiten, wie das Schneiden mit einer Schere oder das Binden einer Schleife, interessant. Diese Spiele helfen euren Kindern, die dafür nötige Feinmotorik auszubilden:    

  • Stickerhefte oder Magnetspiele
    Die kleinen Sticker abzulösen und aufzukleben erfordert viel Fingerspitzengefühl: Genau das richtige, um die Feinmotorik zu fördern.
  • Bügelperlen
    Dieses Spiel kennt ihr sicher noch aus eurer eigenen Kindheit: Mit Hilfe eines Bügeleisens lassen sich aus diesen bunten Steinchen tolle, bunte Bildchen gestalten. Und sinnvoll für die Motorik ist der Spaß auch noch. Achtung: Da die Bügelperlen leicht verschluckt werden können, lieber erst ab drei Jahren verwenden und zunächst nur unter Aufsicht.
  • Kleben und schneiden
    Abstrakte Kunstwerke aus ausgeschnittenen Papierfetzen und wahllos angebrachten Klebestreifen sind ein Indiz dafür, dass euer Kind seine Feinmotorik schult: ausschneiden und aufkleben sind eine prima Übung dafür.
  • Dinge des Alltags
    Viele Dinge, die ihr im Alltag benutzt oder tut, können die Feinmotorik eures Kindes spielerisch fördern: Wäsche mit Wäscheklammern aufhängen, Kekse backen, Geschenke einpacken, Hände waschen oder ein Getränk einschenken – involviert euer Kind in diese alltäglichen Handlungen und die Feinmotorik wird ganz nebenbei von selbst gefördert.
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Spielideen und Übungen für Vorschulkinder (5 - 6 Jahre)

Euer Vorschulkind hat seine feinmotorischen Fähigkeiten in seinen ersten Lebensjahren rasant ausgebaut: Vom unkontrollierten Herumschlagen seiner Hände als Baby bis zum eigenständigen Essen mit Gabel und Löffel. Nun geht es in das "Feintuning" und insbesondere die Grafomotorik – also die Fähigkeit, sich mittels eines Stiftes auszudrücken, rückt im Hinblick auf die bevorstehende Einschulung in den Fokus. So könnt ihr euer Vorschulkind auf die Königsdisziplin der Feinmotorik vorbereiten: das Schreibenlernen!

  • Schwungübungen
    Wenn euer Kind noch Probleme bei der Stifthaltung oder bei der Linienführung hat, könnt ihr gemeinsam Schwungübungen ausprobieren. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Übungsheften, bei denen der Spiel- und Spaßcharakter im Vordergrund stehen.
  • Geschicklichkeitsspiele
    Machen nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern Spaß: Spiele wie "Jenga" oder der alt-bewährte Klassiker "Mikado" fördern die Grafomotorik.
  • Malen, malen, malen
    So simpel und doch so effektiv: Der freie Umgang mit Buntstiften und Papier trainiert die grafo- und feinmotorischen Fähigkeiten eures Kindes ganz nebenbei. Wenn ihr den Schwerpunkt auf die Stiftführung legen wollt, ermuntert euer Kind zum Ausmalen von vorgegebenen Flächen.
  • Ausschneiden üben
    Jetzt wird nicht mehr wild drauflos geschnitten, sondern gezielt entlang einer Linie: Das schult noch mal die Augen-Hand-Koordination, fördert die Konzentration und wichtig für das spätere Schreibenlernen: erfordert die richtige Kraftdosierung in den Fingerspitzen.
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Und noch eine wichtige Sache zum Schluss: Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo – das gilt auch für die Feinmotorik! Wenn ihr euch allerdings unsicher seid, ob die Fähigkeiten eures Kindes altersgemäß sind, sprecht mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt. Wenn euer Kind professionelle Unterstützung benötigt, wird diese:r euch gegebenenfalls an eine:n Ergotherapeut:in verweisen.

Quellen:

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